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Cover Ein Festtag

Ein Festtag

Roman

von Graham Swift; Übersetzt von Susanne Höbel

Erschienen 2017 bei DTV
Sprache: Deutsch
144 Seiten; 217 mm x 142 mm
ISBN 978-3-423-28110-2

Besprechung

"Darin liegt der Reiz des kleinen, schönen Buches: in der Verbindung des Elegischen mit dem tiefen Zweifel."
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung 21.03.2017

Kurztext / Annotation

Eine Liebe, die nicht sein durfte - Graham Swifts Meisterwerk.

Langtext

Sich dem Stoff des Lebens in die Arme zu werfen, das war der Sinn ...

Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane - Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen - ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald - standesgemäß - heiraten. Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht.

Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt: von einer Tragödie und zugleich einer wundersamen Entfaltung. Schwebend verschränkt Swift Gegenwart und Vergangenheit, erzählt fein und makellos von einem Leben, in dem alle Grenzen bedeutungslos wurden. Schillernd, unerhört und sinnlich.

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Kundenbewertungen

30. Juni 2017
Die Erzählung von einem "Festtag", dem Muttertag 1924, an dem auch Hausmädchen frei bekamen, schildert einen strahlend sonnigen Frühlingstag, der Liebe und Tod auf einander treffen lässt - eine Liebesgeschichte ist dieses Buch auch. Ebenso ein Sittenbild des ländlichen, verarmten England nach dem I. Weltkrieg. Aber v. a. kreist das Erzählen um die Frage, wie Erleben und Erzählen aus einander entstehen und auf einander einwirken: Es kreist um das Verhältnis des Faktischen und der Fiktion sowie um ihre jeweils eigene, ganz spezifische Wahrheit. Einzelne Episoden der aktuellen Handlung werden von späteren Reflexionen der Heldin, aus deren Perspektive durchgängig erzählt wird, unterbrochen; ihre Ergänzungen der Vorgänge, die sie nicht selbst miterlebt hat, ihre (Re-)Konstruktion also nach den Kriterien von psychologischer Wahrscheinlichkeit und sachlicher Plausibilität sind immer wieder von aktuellen Schilderungen des Moments unterbrochen. "Der einfallende Abend, das Aprikosenrot, die diesig grün-goldene Welt - all das war unfassbar schön" (S. 131). So erhalten auch (eigentlich) theoretische Überlegungen für uns Leser_innen jene sinnliche Qualität, die derjenigen der erlebenden Protagonistin womöglich entspricht. Das Verhältnis von künstlerischer Begabung, Neugier und Bildung sowie erzählerischer Technik bleibt im Bilde der dreifachen Geburt letztlich ein wunderschönes Rätsel: Die Vollwaise Jane Fairchild kam zur Welt - sie erlebt DEN entscheidenden Tag ihres Lebens - sie findet eine Sprache zur Erzählung jenes Tages, der voll von sinnlicher Lust und dem Schmerz des Verlustes ist. Erzählen ist nicht Leben, aber ohne Leben kein Erzählen ... und wie verbindet frau diese Gegensätze im Medium der Sprache? Swift's "Festtag" ist ein opulentes Lehrbuch zum Schreiben- und auch zum Lesen-Lernen, eine langsam und festlich voranschreitende Hymne an das Rätsel des Erzählens.
11. Mai 2017
Langsam, schön und vielleicht auch eine klitzekleine Spur von Flachheit ... vielleicht war es gerade das vermischt mit einer wunderbaren Sprache, das mich viel Freude beim Lesen empfinden ließ.
08. Mai 2017
Mit toller Sprache und langsam, aber bestimmt führt uns Graham Swift durch einen Tag des Dienstmädchens Jane, der deren Leben völlig verändert. Ein wunderschönes ruhiges, aber auch hintergründiges Buch, das mich beglückt zurücklässt und noch lange nachhallt.

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