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Cover Der Schattensammler

Der Schattensammler

Die allerletzte Autobiografie

Erschienen 2013 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
480 Seiten
ISBN 978-3-7099-7680-7

Kurztext / Annotation

DIE GROSSE AUTOBIOGRAFIE DER 'MUTTER DER PILLE' CARL DJERASSI Carl Djerassis Autobiografie gibt einen tiefen Einblick in sein ereignisreiches Leben: Geboren und aufgewachsen in Wien, musste seine Familie, als er 15 war, aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zunächst nach Bulgarien und später in die USA flüchten. Als einer der größten Chemiker sowie bedeutendsten Kunstsammler und -mäzene hat Djerassi unsere Gesellschaft nachhaltig und grundlegend beeinflusst. Mit der Entwicklung der Pille hat er die Lebensentwürfe ganzer Generationen verändert, seine Ergebnisse zur Synthese von Cortison waren entscheidend für die weitere Forschung. Schonungslos offen lässt Carl Djerassi sein Leben Revue passieren. Faszinierend und sehr persönlich erzählt er von den wichtigsten Stationen seines beruflichen Werdegangs, seiner Leidenschaft für Kunst und Literatur sowie den prägenden Erfahrungen seines Lebens. Carl Djerassi - Miterfinder der Pille - einer der 30 wichtigsten Menschen des Milleniums (London Sunday Times) - vielfach ausgezeichnet und mit aktuell 30 Ehrendoktoraten gewürdigt - prägte das Genre Science-in-fiction 'Bilanz eines Mannes, der so schonungslos wie augenzwinkernd sein langes Leben im Detail reflektiert.' Wiener Zeitung, Eva Stanzl '..Spannende Einblicke in ein bewegtes Leben eines Wissenschafters, Universitätsprofessors, Kunstliebhabers und -sammlers, Schriftstellers, dessen Erfolge, aber auch dessen persönliche Katastrophen.' ORF.at 'Kurzweilig, genial und eindrucksvoll: Die Lebensgeschichte einer namhaften Persönlichkeit aus Wissenschaft und Kultur.' Leserstimme

Carl Djerassi, geboren 1923 in Wien, lebte bis zu seinem Tod im Januar 2015 in San Francisco, London und Wien. Aufgewachsen z.T. in Bulgarien, der Heimat seines Vaters, 1938 nach Amerika geflohen, wo er studiert hat und sich als Naturwissenschaftler, später auch als Mäzen und Kunstsammler, einen Namen machte. Für sein berufliches Wirken wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und mit 32 Ehrendoktoraten gewürdigt. Carl Djerassi war u.a. Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland sowie des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst. 2005 erschien eine österreichische Briefmarke mit seinem Porträt. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, mehrere populäre Bücher zum Thema, autobiographische Veröffentlichungen, Romane und Theaterstücke. Bei Haymon: 'This Man?s Pill'. 'Sex, die Kunst und Unsterblichkeit' (2001), 'Stammesgeheimnisse' (mit den beiden Romanen 'Cantors Dilemma' und 'Das Bourbaki Gambit', 2002), 'Kalkül / Unbefleckt'. Zwei Theaterstücke aus der Welt der Wissenschaft (2003), 'EGO'. Roman und Theaterstück (2004), 'Aufgedeckte Geheimnisse'. Zwei Romane aus der Welt der Wissenschaft: 'Menachems Same' und 'NO' (2005), 'Phallstricke. Tabus'. Zwei Theaterstücke aus den Welten der Naturwissenschaft und der Kunst (2006), 'Vier Juden auf dem Parnass'. Ein Gespräch (mit Fotokunst von Gabriele Seethaler, 2008), 'Vorspiel'. Theaterstück (2011), 'Tagebuch des Grolls. A Diary of Pique 1983-1984' (übersetzt von Sabine Hübner, 2012), 'Chemie im Theater. Killerblumen'. Ein Lesedrama (2012), 'Der Schattensammler'. Die allerletzte Autobiografie. Carl Djerassis Bücher wurden aus dem Amerikanischen von Ursula-Maria Mössner übersetzt.

Textauszug

Caveat Lector

"Der Leser möge sich hüten." Das ist ein riskanter und unkluger Auftakt, egal zu welchem Buch, insbesondere aber zu einer Autobiografie. Obwohl ich mir des Risikos vollkommen bewusst bin, muss ich dennoch mit diesen Worten beginnen: weil es mir die Offenheit gebietet.

Ich habe bereits eine umfangreiche Autobiografie verfasst; sie trägt den klangvollen Titel The Pill, Pygmy Chimps, and Degas' Horse (deutsch: Die Mutter der Pille ). Sie wurde 1992 veröffentlicht, als ich 69 Jahre war, also in einem Alter, das für Autobiografen als "angemessen" betrachtet werden kann. Eine eingehendere Prüfung, der in dem gnadenlos zudringlichen Zeitalter von Google nichts verborgen bliebe, würde jedoch nicht weniger als drei Autobiografien zählen. Wenn das zutrifft, muss ich darauf gefasst sein, der Megalomanie bezichtigt zu werden, wenn ich anlässlich meines 90. Geburtstags eine vierte vorlege – also erneut durch die immer staubiger werdende Brille der Erinnerung zurückblicke. Oder zeigen sich bei mir nur die ersten Symptome der Vergesslichkeit, und zwar darin, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, was ich damals geschrieben habe, als ich mich Ende der 1980er Jahre vom Chemiker zum Schriftsteller wandelte? Darum möchte ich damit beginnen zu beschreiben, welcher besonderen Art diese "Autobiografien" waren, und dann skizzieren, warum ich diesem autobiografischen Mount Everest noch eine weitere Schaufel Lebensgeschichte hinzufügen will.

Ende 1987 wurde ich um einen Beitrag zu einer Reihe naturwissenschaftlicher Autobiografien gebeten. Die von Jeff Seeman herausgegebene Sammlung sollte die Lebensgeschichten von 22 bedeutenden organischen Chemikern aus 13 Ländern enthalten. Nach kurzem Zögern willigte ich ein; der Band wurde 1990 von der American Chemical Society unter dem Titel Steroids Made It Possible 1 veröffentlicht. Obwohl es sich eindeutig um eine Autobiografie handelte, behaupte ich, dass sie im gegenwärtigen Kontext fairerweise nicht mitgezählt werden sollte. Erklärter Zweck dieser Reihe, die den Titel Profiles, Pathways, and Dreams trug, war es, in den Worten des Herausgebers,"die Entwicklung der modernen organischen Chemie zu dokumentieren, indem einzelne Chemiker ihre jeweilige Rolle bei dieser Entwicklung darlegen". Der Band, in dem es nur so von obskuren chemischen Symbolen wimmelte, wandte sich ausschließlich an Chemiker und war für das breite Publikum folglich so unverständlich wie hieroglyphische Höhlenzeichnungen, die die zweimal jährlich stattfindende Wanderbewegung des zottigen Mammuts darstellen.

Dieser erste Versuch, mein Leben als Naturwissenschaftler zu beschreiben, so trocken und fern des gefühlsbetonten Pulsschlags einer breiten Leserschaft er letztendlich auch war, versetzte mich jedoch geradewegs in eine "autobiografische Stimmung". Tatsächlich wurde ich zu diesem Zeitpunkt meines Lebens mit Fragen zu meiner Vergangenheit geradezu bombardiert. Kurz zuvor hatte ich geheiratet, und meine Frau, Diane Middlebrook, war von der lebhaften Neugier gepackt, die jeder neuen Ehe innewohnt (vor allem dann, wenn es für beide Seiten die dritte ist). Als hoch angesehene Biografin und Professorin für englische Literatur an der Stanford University wollte sie natürlich etwas über die ersten fünfzig Lebensjahre ihres neuen Gatten erfahren; ich musste nicht lange überredet werden, um ihre Neugier zu befriedigen. Überzeugend war auch ihre Feststellung, dass ich eine außergewöhnliche Zeitspanne europäischer Geschichte miterlebt hatte, die es in hohem Maße verdiente, anhand persönlicher Leb

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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