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Cover Spam Diamond

Spam Diamond

Roman

Erschienen 2012 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
216 Seiten
ISBN 978-3-85218-908-6

Textauszug

Start

Ich muss noch die Mails abrufen. Wenn das Hochfahren nur nicht immer so lange dauern würde. Gott sei Dank sind die meisten Haushaltsgeräte vor Einführung des Computers erfunden! Nicht auszumalen, wenn man die Zahnbürste hochfahren müsste in der Früh. Oder der Herd abstürzt, mitten unter dem Kochen. Komm schon! ... Oder die Türklingel ein neues Update verlangt, das Licht einen neuen Treiber. Und das Radio mit einem Mal keine Verbindung zu den Programmen herstellen kann ... Der ganze Digitalscheiß. - So, da ist er ja. Aufgestanden? Passwort und warten ... warten ... warten ... auf die Sanduhr starren. Das Sanduhrsymbol ... auf dass sich all die Siliziumschaltkreise verbinden ... ratta ratta ... das Blinzeln der Festplatte ... runter mit dem Stoff ... und hinein in den Speicher ... ja, so ... die Desktopsymbole laden, die Icons anzeigen, die Start-Up-Programme initialisieren ... Schutzschilde hochfahren - oder der Briefkasten, wenn der eine neue Firewall bräuchte, weil sonst jeder mitliest oder hineinstopft, was er will ... so, endlich, das Mailprogramm - und ins Internet.

Hereinspaziert all ihr Brieftäubchen, und eine nach der anderen hochgehoben, umgedreht, wie Spielkarten vom Stapel. Eine Mail für eine billige Lebensversicherung, eine für einen günstigen Kredit und eine mit Gutschein fürs Online-Spiel- Casino, gleich die nächste fürs Wettbüro, noch mal, und in der steht gar nichts, Irrläufer, und hier ein Sex-Partnerschafts-Angebot und eine Mail mit animierten Strichen, die Schrift nicht zu entziffern, und eine Mail mit Werbung für gefälschte Uhren und eine für Software-Pakete und eine für einen Geldtransfer in Millionenhöhe, all die Töchter und Witwen der ehemaligen Tyrannen und Diktatoren und Völkerschinder, und eine Mail, die mich zum Finanzmanager einer großen Firma macht, lediglich meine Bankverbindung wird dafür benötigt, ja, so blöde werde ich sein. Und eine Mail, die dasselbe vorschlägt, mit geringfügig anderem Wortschatz, und wieder eine mit Kauderwelsch, die offenbar von einem Programm eingedeutscht wurde, glaubt da wirklich jemand, das fällt nicht auf? - und hier schon wieder eine Mail, die mitteilt, dass der angeschriebene Empfänger nicht existiert, ein Empfänger, den ich nie angeschrieben habe, und eine weitere Mail, die ich unbesehen lösche, und eine Mail mit Hey im Betreff und mit Hallo, und wieder eine mit guten Neuigkeiten und eine mit Medikamenten, die das Girl happy machen, und wieder die ewigen Mails von Banken mit Informationen zu Kontoumstellungen und illegalen Zugriffen und anderem Zeugs, und erneut eine Mail, die besagt, dass es ja meine Gesundheit ist, und eine Mail mit einer Frau im Negligé und eine Mail mit einer Frau in Netzstrümpfen und Netz-BH und eine Mail mit einer Frau mit nichts an und eine Mail mit einer Frau, von der man nur den Schritt sieht oder den Po, und noch mehr davon - die haben doch heute alle gar keinen echten Empfänger mehr, wer meint denn wirklich mich? - und eine Mail, die darauf besteht, dass schon beinahe Weihnachten ist, und eine Mail, die verspricht, dass Frauen meine neue Figur lieben werden, und dann noch mal genau diese Mail oder noch mal die mit einer der Frauen oder den Uhren und den hohen Gehaltsversprechen, und eine, die mir sagt, dass Fotos meiner Exfreundin bereitstünden, wer's glaubt, und hopplahopp, schwuppdiwupp, jetzt sind die Mails, die seit letzter Nacht kamen, weggelöscht - und für mich? Nichts dabei, Spam, Spam, Spam, ich habe keine Lust mehr, schon lange keine Lust mehr, wozu denn noch? - soll doch Briefe schreiben, wer wirklich was von mir will, ich bin doch kein Abfalleimer, keine Müllabfuhr, keine Verbrennungsanlage, und morgen geht das Spiel von vorne los und übermorgen wieder, ein Spam-Leben, ein einziger Scheiß, und nur, weil es Geld gibt - und genügend Dumme?

Und die Grafikkarte bei Ebay hat immer noch keiner gekauft. Die ist wohl für den Müll. Brauche ich nicht noch mal versuchen. Und ic

Langtext

Inmitten der täglichen Spam-Flut entdeckt ein junger Münchner Computerjournalist eines Tages eine mysteriöse E-Mail, in der ihm mitgeteilt wird, dass 3000 Euro auf sein Konto überwiesen wurden. Tatsächlich ist das Geld auch dort eingegangen. Weitere Mails folgen, die konkrete Aufträge enthalten: Er soll Kurierdienste zwischen München und Antwerpen für einen Diamantenschmugglerring übernehmen. Als Entschädigung bekommt er in Antwerpen die Prostituierte Véronique zur Seite gestellt, deren Anziehung er heillos verfällt und immer tiefer in ein Doppelleben rutscht.
In bester Thrillermanier erzählt der Münchner Autor Nikolai Vogel seinen Debütroman mit hohem Tempo, voller Nervenkitzel und unerwarteter Wendungen bis zur letzten Seite.

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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