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Zwischen "faszinierend" und "nervenaufreibend"...
von Asmodeus, 30. Juni 2013

In "Die Rosen von Montevideo" lernen wir Frauen dreier Generationen kennen, deren Schicksale sich zwischen Uruguay und Deutschland abspielen, deren Herzen von unzähligen Enttäuschungen vernarbt sind, aber die dennoch immer wieder den Mut finden, für ihre Liebsten einzustehen und zu kämpfen. Leider dämpften einige der weiblichen Protagonistinnen (das Romanpersonal hat tatsächlich beachtliche Größe: das Personenregister am Ende war mir mehr als einmal behilflich!) mit ihrer überspitzt naiv-kindlichen und wahrlich nervtötenden Art gleich zu Beginn meine Lesefreude. Zwar besserte sich dies ein klein wenig im Laufe des Buches und es war schön die persönliche Entwicklung der Charaktere beobachten zu dürfen, ein wahrer Genuss, war die Lektüre jedoch leider dennoch zu keiner Zeit. Die Landschaftsbeschreibungen fielen manchmal sehr detailliert und langatmig aus, die Dialoge wirkten auf mich stellenweise vollkommen unauthentisch (zumindest hoffe ich, dass sich auch im 19. Jahrhundert niemand auf diese Weise unterhalten hat), die Handlung stark konstruiert, die Zufälle vorhersehbar - auch wenn mich das Ende wirklich positiv überraschen konnte. An mancher Stelle schaffte es das Buch jedoch wirklich, mich in eine ferne, fremde Welt zu versetzten, Gerüche und Melodien heraufzubeschwören und mich in den Dschungel Paraguays zu entführen, weshalb ich dieses Buch vermutlich, trotz einiger Momente, in denen es an meinem Nervenkostüm kratzte, wiederlesen würde.

Fazit: Carla Federicos Roman ist eine Hommage an die wunderschön exotische Welt Südamerikas, eine turbulente, wenn auch nervenaufreibende Familiensaga und nicht zuletzt ein Hohelied der Liebe.

*+*+* ...es ist niemals zu spät ...*+*+*
von Irve, 25. Juni 2013

Inhaltsangabe:
Montevideo 1843. Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige Rosa, Tochter einer der ältesten spanischen Familien Uruguays. Doch ihre Liebe zwingt sie zum Verzicht auf ihre Heimat, ein Schicksal, das fortan alle Nachfahrinnen ihrer Familie teilen. Sind die Frauen stark genug, um für ihre Leidenschaft zu kämpfen?

Das Cover:
Ich mag Rot- und Orangetöne gerne, daher hat mich das Cover sehr angesprochen. Die Mischung aus wilder Natur ? ein breiter Fluss mit üppiger Vegetation sowie einem Urwaldvogel - und auch der erwünschte Fortschritt in Form eines Schiffes stellen die damalige Situation Uruguays sehr gut dar. Mich hat dieses Cover neugierig auf die Geschichte gemacht, die in diesem Buch erzählt wird.
Besonders toll gelungen finde ich den "Spezial"-Umschlag (doppelte, geknickte Buchrückenseite) der zum einen als Lesezeichen dienen kann, zum andern die Seiten schützt!

Meine Zusammenfassung:
Bei ?Die Rosen von Montevideo? handelt es sich um eine Familiensaga über drei Generationen. Die Lebenswege der Familie Gothmann aus Deutschland und der Familie de la Vegas aus Uruguay kreuzen sich in Montevideo. Frau Federica erzählt uns in ihrem Roman von den Erlebnissen und Schicksalen dieser sowie der beiden Folgegenerationen. Dabei wechseln sich die Schauplätze Südamerika und Deutschland ab.

Meine Meinung:
?Die Rosen von Montevideo? ist innerhalb des Romans in drei Bücher gegliedert, wobei jede Generation ihr eigenes Buch bekommt. Allerdings sind diese Bücher nicht in sich abgeschlossen sondern greifen ineinander über und sind über die älteren Generationen miteinander verknüpft.
Der Schreibstil des Romans ist sehr flüssig und er lässt sich sehr leicht lesen. Das Buch ist ideal für den Feierabend nach einem anstrengenden Tag, wenn man abschalten und leichte Lektüre lesen möchte.
Das Geschehen wird gut verständlich beschrieben, auch die Charaktere werden gut eingeführt, sodass man der Handlung sehr gut folgen kann. Ich war sofort in der Geschichte drin und hatte auch schnell herausgefunden, welche Figuren ich mochte und welche nicht. Leider hatte keine der Hauptfiguren meine Sympathien gewonnen. Einige Nebendarsteller mochte ich richtig gerne und mit ihnen fieberte ich teilweise auch mit. Allerdings sollte einem dies meiner Meinung nach doch eher wenigstens mit einem der Hauptträger der Geschichte so gehen. Aber diese Charaktere enttäuschten mich des Öfteren. Jeder für sich isoliert betrachtet war akzeptabel mit seinen extremen Eigenschaften und Verhaltensweisen. Aber diese vielen extremen Typen bei den Hauptdarstellern machten die Geschichte unglaubwürdig und nahmen ihr die Authentizität.
Ebenso übertrieben empfand ich einige Szenen der Geschichte, die sehr an den Haaren herbei gezogen wirkten. Sicher, es ist ein Roman und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, aber dennoch hätten einige Geschehnisse mehr Wirkung erzielt, wenn der Ball dort flacher gehalten worden wäre.
Das Schicksal der Damen wiederholte sich mit jeder Generation, nur leider drehte sich die Schicksalsspirale nach unten. Es erinnerte oft mehr an ein Drama denn an eine Saga. Teilweise passierten den Damen exakt derselbe ?Fehler? wie er schon Mal in einer der älteren Generationen vorgekommen war, was den Roman stellenweise nicht sehr kreativ wirken ließ.
Gut gefallen haben mir die Schilderungen der Schauplätze Frankfurt sowie Montevideo, auch die geschichtlichen Einschübe sind gut gelungen.
Was mich allerdings sehr enttäuschte war die knapp gehaltene Exotik. In einer Phase der Erzählung wird die Natur sehr plakativ beschrieben und ich konnte mir diese Wildnis wirklich gut vorstellen. Gemessen an den fast 800 Seiten des Buches war der Exotik-Teil allerdings für meinen Geschmack zu gering. Das farbenfrohe Cover und auch die Tatsache, dass einer der Schauplätze Südamerika sind, hatten da eine höhere Erwartung in mir geweckt.

Mein Fazit:
Trotz aller Kritikpunkte vergebe ich dennoch 3 Sterne. Das Buch war, weil es sehr ausführlich geschrieben ist, stellenweise schon recht langatmig, aber nicht langweilig. Außerdem wollte ich doch sehr gerne wissen, wie das Schicksal dieser drei Generationen endet.

Die Autorin:
Carla Federica ist eine junge österreichische Autorin, die unter anderem Geschichte studiert hat. Sie lebt heute als Fernsehjournalistin in Deutschland. Ihre große Leidenschaft fürs Reisen hat sie in zahlreiche Länder geführt, vor allem auch nach Südamerika, wo ihre Romane spielen. Ihre Chile-Trilogie war ein großer Erfolg.

?Die Rosen von Montevideo? ist im Juni 2013 als Taschenbuch im Knaur-Verlag erschienen.

Es umfasst 781 Seiten und kann für 9,99 Euro unter der ISBN-Nummer 978-3-426-51023-0 erworben werden (Stand 23.Juni 2013).

Überfrachtete Familiensaga
von britta70, 25. Juni 2013


"Die Rosen von Montevideo" erzählt die Geschichte von drei Generationen im Wandel der Zeit. Dementsprechend ist das Buch in drei Teile gegliedert, die jedoch nicht gänzlich in sich abgeschlossen sind, sondern ineinander übergreifen.
Zunächst stehen Rosa und Albert im Mittelpunkt des Geschehens. Rosa entstammt einer wohlhabenden Familie Montevideos. Ihr Vater plant, sie an einen älteren Mann zu verheiraten - sehr zum Missfallen Rosas. Kurzentschlossen flieht die lebenslustige junge Dame, kommt aber nicht weit, denn sie wird von Feinden ihres Vaters aufgegriffen. Rosa kann sich glücklich schätzen, dass der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann, der zur Zeit auf Geschäftsreise in Montevideo ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und sie rettet. Bei dieser einen Begegnung bleibt es nicht. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit heiraten die Beiden. Albert will Rosa nun seiner Familie in Deutschland vorstellen, doch die Dinge entwickeln sich anders als geplant. Als Alberts Vater stirbt, übernimmt Albert die Führung der Bank. Er hat immer weniger Zeit für Rosa, die sich fortan in der fremden Kultur alleine zurechtfinden muss. Doch in Frankfurt ist und bleibt sie eine "Exotin", zumal von Seiten der Schwägerin und der Schwiegermutter keine Hilfe zu erwarten ist. Die Ehe besteht fast nur noch dem Papier nach und steht infolge eines Unglücks vor einem großen Abgrund.
Wird es der Tochter, Valeria, anders ergehen? Valerias und Claires Geschichte führt uns zurück nach Montevideo. Valeria will nur noch weg aus Deutschland, wo alles sie an die Lieblosigkeit ihrer Eltern erinnert. Tatsächlich dauert es nicht lang und Valeria verliebt sich. Die Umstände sind allerdings äußerst unglücklich....
Ob es der dritten Frauengeneration, Carlita und Tabitha anders ergeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. 

Die Familiensaga spielt in Uruguay, Frankfurt und Paraguay und umfasst die Zeitspanne von 1829-1889. Der Sprachstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Geschichtliche Hintergrundinformationen sind gut in die story eingebettet. Die Charaktere sind sehr lebendig, wenn auch zum Teil überspitzt gezeichnet. Als Sympathieträgerin habe ich eher Esperanza, eine Nebenfigur, empfunden. Für meinen Geschmack hätte das Buch gerne etwas mehr Exotik beinhalten dürfen. Das Cover weckt die Erwartung, dass man diesbezüglich gut bedient wird, doch über weite Strecken ist die Exotik eher impliziter Natur. Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die zahlreichen Parallelen zwischen den Generationen sowie ein "Schachzug", der sein Übriges zur Überfrachtung des Generationenromans tut. Nichtsdestotrotz habe ich den Roman sehr gerne gelesen und fühlte mich gut unterhalten. 

Familiendrama in 3 Akten
von MelE, 24. Juni 2013

Das Buch ist trotz seiner knapp 800 Seiten so rasant gelesen als wären es einige hundert weniger. Man ist sehr schnell in der Handlung drin und das Buch liest sich quasi von alleine, den leider stellt es wenig Anspruch an seine Leser/innen. Ehrlich gesagt hatte ich meine Erwartungen doch recht hoch angesetzt und bin erstaunt über die vielen Längen und das ganze Wirrwarr. Manches hätte eingespart werden können und einiges musste natürlich um dem Ganzen einen Sinn zu ergeben ausgefeilt und ausgiebig beschrieben werden. Ich will nicht sagen, ich hätte mich gelangweilt, aber so ganz konnte mich "Die Rosen von Montevideo" leider nicht überzeugen. Ich müsste schon reichlich spoilern um meine Meinung zu unterstreichen, aber Ziel und Sinn einer Rezension ist es ja die Neugier zu schüren und nicht das komplette Buch nachzuerzählen, dennoch muss ich das eine oder andere Detail erwähnen um begreiflich zu machen, warum das Buch mich nicht erwärmen konnte.
Im ersten Teil geht es um Rosa, die Albert heiratet um einer anderen Ehe mit einem viel, viel älteren Mann zu umgehen. Am Anfang herrscht große Leidenschaft zwischen den Eheleuten, die durch ein Unglück in Eiseskälte umgewandelt wird. Schlimm daran ist, das sie auch ihrer Tochter Valeria um die es dann im zweiten Buch gemeinsam mit ihrer Cousine Claire geht nicht die Liebe entgegenbringen können, die ein Mensch braucht um gesund aufzuwachsen. Valeria flieht nach Uruguay in die Heimat ihrer Mutter und verliebt sich. Alles schön und gut und eigentlich auch genau das, was Frauen von einem Schmöker / Schmonzette (?) erwarten, aber zwischendurch wurde so dick aufgetragen, das es schon wieder unheimlich kitschig wirkt. Den dritten Teil spare ich mir, denn hier würde ich richtig fett spoilern müssen. Ich will es mir einfach verkneifen, denn im Prinzip ist der dritte Teil derjenige, der alle wieder zusammenführt, die voneinander getrennt waren. Hier trieft das Buch vor Kitsch und Schmalz, aber dennoch ist das der Teil der mir am besten gefallen hat, denn Aussöhnung empfinde ich auch in meinem Leben ganz wichtig und wenn das Buch im Streit geendet hätte, wäre ich wahrscheinlich noch unzufriedener gewesen. So kann ich dem Buch unbesorgt weiterempfehlen, denn für laue Sommerabende an denen das Denken schwer fällt ist es wunderbar sich nach Südamerika zu begeben und eine ganz andere und besondere Kultur zu erleben. Für mich, die viel Kontakt hat zu Paraguayern und Uruguayern war es wirklich interessant das Land und Leute beleuchtet zu sehen. Auch den Krieg und die Umstände die dazu geführt haben waren hochgradig interessant. Das ganze Drumherum war wirklich kostbar, aber die Liebesgeschichten die gewebt wurden konnten mich leider nur halbwegs begeistern, daher überlasse ich es euch, ob ihr euch darauf einlassen wollt oder eben auch nicht.

Liebe und Leid in Montevideo
von sursulapitschi, 24. Juni 2013

Zwei Familien, eine Kaufmannsfamilie aus Montevideo und eine Bankiersfamilie aus Frankfurt, werden durch eine Heirat verbunden. Wir verfolgen deren Schicksal über drei Generationen von 1829 bis 1889. Die Handlung spielt abwechselnd im biedermeierlichen Frankfurt oder in Uruguay.

Die Frauen der Familie de la Vegas aus Montevideo sind temperamentvoll und lebenslustig, was in der vornehmen Gesellschaft als unpassend empfunden wird. Das sorgt neben der Tatsache, dass sie sich charakterlich, oder von der gesellschaftlichen Stellung her, schwierige Männer aussuchen, für Wirrungen, Abenteuer und einiges Leid. Tochter und Enkelin wiederholen die Fehler der Mutter, werden verstrickt in die Kriegsereignisse zwischen Uruguay, Paraguay und Argentinien.

Die Geschichte ist abenteuerlich, spannend, geprägt von sehr viel Leid.
Und da setzt auch meine Kritik an. Jede Menge Leid über 770 eng bedruckte Seiten. Man liest, leidet mit und denkt: Muss denn da jeder alles falsch machen? Kann nicht wenigstens eine der vielen Frauen ein klein wenig Glück haben? Es gibt tatsächlich zwei Klavierlehrer und einen Goucho, die für Verwirrung sorgen und bei denen man von vorne herein weiß, das gibt nur Ärger.
Genau so konsequent, wie das allgemeine große Leid, fügt sich gegen Ende alles zum Guten, was dann auch wieder erstaunt. Das ist für meinen Geschmack zu schwarz-weiß und zu geplant. Da hätte ich mir ein paar Grautöne gewünscht.

Alles in Allem eine spannende Familiensaga, die viel Hintergrundwissen über die Geschichte Uruguays vermittelt. Ein dicker Schmöker zum Abtauchen, wenn man gelegentliche logische Schnitzer ignoriert.

Stachlige Rosen - Irrungen und Wirrungen
von vielleser18, 21. Juni 2013

Zum Inhalt:
Uruguay im 19. Jahrhundert: Rosa wächst mutterlos in Montevideo auf. Als sie 18 ist, soll sie verheiratet werden, doch sie widersetzt sich dem Willen ihres Vaters und ihr gelingt es den deutschen Albert Gothmann zu heiraten, der sie nach der Hochzeit mit nach Deutschland nimmt. Doch manche Blumen lassen sich nicht so leicht versetzen, auch Rosa hat es in Deutschland schwer und Albert ist ihr keine Hilfe. So nimmt das Schicksal ihren Lauf und nicht nur Rosa wird darunter leiden, sondern auch die Generationen nach ihr.
Carla Federica, alias Julia Kröhn, packt in diesen Roman die Schicksale dreier Generationen. Die Geschichte beginnt im Jahre 1829 und endet 1889. Dabei fließt nicht nur die historische Geschichte Uruguays mit ein, die Hauptstadt Montevideo, sondern auch die deutschen Städte Frankfurt und Hamburg und der Taunus .

Meinung:
?Die Rosen von Montevideo? ist ein Liebesschmöker mit vielem falschen Stolz, Irrungen, Wirrungen, Liebe, Hass und vor allem mit zu vielen Geheimnissen zwischen den Protagonisten untereinander. Durch fehlende Bereitschaft mit dem jeweiligen Partner zu reden entstehen schicksalhafte Wendungen.
Zwar gibt es einige Punkte, an denen ich die Geschehnisse nicht ganz nachvollziehen konnte, an denen mir die Frauen in Südamerika im 19. Jahrhundert auch viel zu emanzipiert und draufgängerisch reagiert haben (vor allem in der ?Summe?), aber lassen wir der Autorin die dichterische Freiheit hier einen fast 800 Seiten Schmöker mit Leben und Action zu füllen.
Die Frauen der drei Generationen sind sich im Verhalten sehr ähnlich , alle sind wie Rosa am Ende zitiert ?ein wenig wie Rosen ? sie können wunderbar blühen und duften, aber auch welken und haben ihre Stacheln?. Keine Generation lernt von der nächsten, jeder Fehler wird wiederholt.

Abschluss:
Am Ende hätte ich dem Roman gerne 3,5 Sterne verliehen, aber da das nicht geht und ich die 800 Seiten in kurzer Zeit verschlingen konnte, bekommt das Buch abschließend 4 Sterne.
An zukünftige Leser eine Bitte: erwartet hier keinen herausragenden historischen Roman, sondern nehmt ihn als Familiensaga mit historischem Hintergrund in einem exotischen Land, ein Liebesroman für zwischendurch

Für historisch interessierte KämpferInnen :)
von darklittle, 20. Juni 2013

Die Rosen von Montevideo spielt hauptsächlich im Uruguay und Deutschland des 19. Jahrhunderts. Die Autorin Carla Frederico beschreibt die historischen Vorgänge dieser Zeit sehr umfassend und gibt so einen guten Einblick in die Zeit in der das Buch spielt. Auch die Landschaft in Südamerika ist meiner Meinung nach gut beschrieben. Sobald es um kleinere räumliche Einheiten geht, werden die Beschreibungen der Handlungsorte etwas karger.

Da Die Rosen von Montevideo eine Familiensaga ist die sich über mehrere Generationen spannt, gibt es mehrere Hauptfiguren. Anfangs konnte ich mich noch gut in die Lage der ersten Hauptfigur Rosa hinein versetzen, aber je weiter die Geschichte voranschritt und je mehr Figuren dazukamen, desto schwerer fiel es mir mich mit den Figuren zu identifizieren. Außerdem fällt auf, dass die Figuren sich sehr ähnlich (wenn nicht schon stereotyp) sind. Das lässt sich allerdings nicht nur durch Verwandtschaft erklären. So sind sich zum Beispiel Albert, Luis und Antonio von ihren Eigenschaften her wirklich sehr ähnlich, obwohl nur Luis und Antonio miteinander verwandt sind. Ähnliche Parallelen lassen sich auch bei den Frauen ziehen.

Was die Parallelen betrifft, so gab es von diesen in der Handlung mehr als genug. Anfangs war die Verwendung von Parallelen wirklich ein gelungenes Stilmittel, das ich sehr zu schätzen wusste. Mit der Zeit wurden diese Parallelen jedoch zur Qual und eigentlich nur noch langweilig. Hier ist weniger oft mehr.

Generell muss ich sagen, dass Die Rosen von Montevideo für meinen Geschmack wohl zu viel auf einmal versucht haben. Die Mischung aus Liebesgeschichte, Drama, Historienroman und Familiensaga hat mich einfach überwältigt. Hier wäre locker Stoff für drei Bücher vorhanden gewesen. Ich will damit nicht sagen, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat. Es hat mich vor allem im ersten Drittel gut unterhalten und auch die historischen Hintergrundinformationen waren sicher gut recherchiert.

Mein Fazit: Ein Roman für historisch Interessierte die drei Generationen junger Frauen auf ihrem holprigen und und von Parallelen geprägten Kampf ums Glück begleiten wollen.