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Der Staubleser war mir einfach zu fad.
von Cornelia Schulze, 31. Mai 2013

Der Plot, ein Antiquitätenhändler, der in Nachlässen auf Spuren der Vergangenheit wandelt und auf Geheimnisse stößt, versprach Spannung pur – nur leider werden diese Erwartungen nicht erfüllt.
Auf den ersten einhundertfünfzig Seiten verliert sich der Autor in filigranen Formulierungen, die einfach langweilen. Es ist alles so konstruiert, gewollt ...
Was wir erfahren ist, kurzum: Der Hauptprotagonist Alfred, spricht wie ein Alter, ist aber erst 40, verführt des öfteren seine Klientinnen, beginnt ein Verhältnis mit einer Frau und deren Tochter und wundert sich, dass das Komplikationen hervorruft ... oh Wunder.
Das ist alles, mehr passiert nicht – und die Hoffnung, dass es nach den ersten 150 Seiten richtig los geht, stirbt. Es plätschert so dahin, obwohl die Geschichte richtig spannend sein könnte, und das Thema Restitutionskunst bietet ganz viele Aspekte, eine gewisse Gesellschaftsschicht in Wien so richtig unter die Lupe zu nehmen. Doch der Roman plätschert nur dahin und das liegt meinem Leseempfinden nach am Schreibstil. Hinzu kommt, dass die Handlungsstränge in dem Buch nicht konsequent durchgehalten werden. Sie sind beliebig aneinander gereiht.
Jeweils nach zehn Seite musste ich zu einem anderen Buch wechseln. Der Staubleser war mir einfach zu fad.

Liebes- oder Entwicklungs- oder Kriminalroman - von allem ein bisschen - in Summe doch zu wenig!
von Moser Sabine, 23. Mai 2013

So ganz im Klaren scheint sich der Autor vor der Niederschrift nicht gewesen zu sein, was es wird.

In manchmal umständliche Schilderungen findet man sich in der Wiener Gesellschaft wieder und folgt dem Hauptprotagonisten über viele Seiten ohne Richtung durch eine Phase seines Lebens; gewürzt mit einer nicht besonders raffinierten Krimikomponente. Der Leser verstaubt unmerklich.

'Alfred' - der Krimiheld im Liebesroman oder umgekehrt?
von HEYN Leserunde Volker Moser, 23. Mai 2013

Das Thema und die Person mit Ihrem Hang zu alten Dingen und deren Seelen machten mich neugierig. Der Autor des Romans ergeht sich in nicht unwitzigen, oft geistreichen, gut zu lesenden Formulierungen. Man findet eine Fülle akribischer, detailreiche Beschreibungen diversester Situationen und kann die Szenerie förmlich riechen. Im Laufe der Lektüre bemerkt der geneigte Leser, dass sich das Spannungsböglein vom Liebesroman zum Krimi verbiegen will. Nicht ganz mühelos hangelt man sich zwischen Klischees der sogenannten Wiener Gesellschaft von Seite zu Seite und bemerkt, dass zwar das Buch, nicht jedoch die Geschichte aus ist - der verwirrte Leser stellt das Buch zum Staubfangen ins Regal. Eigentlich ein bisschen Schade - denn mit Sprache umgehen kann der Autor in der Tat!

Kurzum: 'Der Staubleser' hat mir nicht gefallen.
von Lisa Pflanzl, 23. Mai 2013

Ohne Frage ist die Handlung interessant, doch an der Ausführung mangelt es gewaltig.
Bei Brainins Wortwahl drängt sich mir als Leser der Verdacht auf, dass der Autor krampfhaft versucht, sprachlich zu brillieren, was allerdings nicht so recht gelingen will und darauf hinausläuft, dass seine Sätze konstruiert und verschachtelt erscheinen.
Dadurch verliert man schnell den Faden in einer Geschichte, die, wie erwähnt, Potenzial gehabt hätte. Und die Lust daran, gemeinsam mit dem Protagonist im Staub zu lesen.
Schade!

Schade, eine wirklich gute Idee wurde leider mit Mitteln umgesetzt, die dem Thema nicht gerecht werden konnten.
von Hirsch Barbara, 22. Mai 2013

Angesiedelt in Wien beschreibt der Autor einen Berufsstand – den Antiquitätenhandel – mit dem teils zwielichtigen Hintergrund, der wohl auch in der Realität ähnlich mitschwingt. Artur, der Protagonist mit eigener jüdischer Vergangenheit, wird mit seiner Liebe zu seinem Beruf und seiner Berufung – in verblassenden Leben anderer Menschen deren Geschichten und Spuren zu lesen, sich darauf einzulassen und diese aufzulösen – beschrieben. Leider wird er unklar und verwirrend dargestellt. Sein Zugang zu seinem Beruf, die Beschreibung seiner eigenen Geschichte und Lehre, passen nicht mit seinem Alter von 44 Jahren und seiner Lebensform zusammen. Es gibt zu viele Brüche und Unwahrscheinlichkeiten, die die Geschichte nur schwer in Fluss kommen lassen. Sie wirkt abgehackt und irgendwie zu lose aneinander gereiht und die sich entwickelnde Dynamik wirkt platt. In meinen Augen passt die Welt des Antiquitätenhandels, und wie sie der Autor durchaus stimmig und nachvollziehbar beschreibt, überhaupt nicht mit den abgehackten Sequenzen und Sprüngen überein. Die langjährige berufliche Tätigkeit des Autors im IT Bereich scheint sich zu sehr in den Aufbau und die Abhandlung des Inhaltes eingeschlichen zu haben. Für mich passt dieser Stil wenig mit dem interessanten und wichtigen Thema zusammen und nimmt dem Buch viel von seinem Reiz – schade!

Verstaubt sind nicht nur die Antiquitäten - verstaubt ist auch dieses Buch.
von Alexandra Clementschitsch, 22. Mai 2013

Ein Protagonist, viele Nebendarsteller, zu viele Nebendarsteller. Eine Handlung reiht sich an die nächste und doch kommt keine Spannung, kein Schwung in das Buch. Man leidet nicht mit, man fühlt nicht mit, es findet sich kein Weg durch den Staub.

Es wird viel Staub aufgewirbelt!
von Andrée Feyertag, 21. Mai 2013

Nachdem man die erste Staubschicht weggewischt hat, kommen interessante Geschichten zutage. Der Autor hat einiges eingepackt, wobei gerade das Hauptthema sehr wichtig ist, einmal thematisiert zu werden. Die Geschichte ist unterhaltsam und leicht im Liegestuhl zu lesen. Es ist in einzelnen Szenen sehr sprachwitzig, manchmal ein wenig überladen.

Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.
von HEYN Leserunde Manfred Angerer, 20. Mai 2013

Eines derjenigen Bücher, welches ich in einem Satz durchgelesen habe. Ausgezeichnet für mich ist die Sprache und phasenweise der Sprachwitz. Schon aus diesem Grund ist dieses Buch besonders lesenswert.

Der Handlungsbogen ist sehr phantasievoll, hat in mir so manche „Aha-Eindrücke“ ausgelöst (ich war oft überrascht, welche Wendungen Josef Bainin in der Story eingefallen sind), erweckt aber ab und zu den Eindruck, nicht immer lebensnah zu sein und gleitet einige male ins „Kitschige“ ab. Ob dies vom Autor gewollt ist oder nicht, sei dahingestellt.

Eine gute Geschichte, Großteils sehr ansprechend, „elegant wienerisch“ geschrieben, viele Überraschungsmomente und eine Story, die Verständnis für das „Lesen im/des Staub/es“ erweckt. Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.

Die zum Teil abgehobene Sprache ist (...) gewöhnungsbedürftig.
von HEYN Leserunde Erika Liebminger, 19. Mai 2013

Die wunderbare Welt des Antiquitätenhändlers Alfred wird auf ungewöhnliche Weise erzählt. Zwischen Barock, Biedermeier und Jugendstil sinniert er über seine jahrelang trainierte Kunst des Staubspurenlesens. Er weiss, dass wertvolle Möbel, Bilder oder Gegenstände ihre eigene Aura haben und Stimmen, die nur er versteht. Seine heile Welt beginnt zu schwanken, als er sich auf eine Affäre mit Mutter und Tochter aus gehobenen Kreisen einlässt, und gerät vollends aus den Angeln, als er für die reiche Amerikanerin Betty ein Bild, das ihrer Familie während des Krieges von den Nazis geraubt wurde, wiederbeschaffen soll. Das gelingt ihm auch, doch findet er sich in einem Wirbel von Diebstahl, Bedrohung und Antisemitismus wieder, aus dem ihm die grosszügige Amerikanerin hilft, indem sie Teilhaberin seines neuen Geschäftes wird. Die zum Teil abgehobene Sprache ist allerdings gewöhnungsbedurftig.

In diesem Buch wird zuviel Staub aufgewirbelt !
von Renate Geissler, 18. Mai 2013