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Cover Ein österreichisches Jahrhundert

Ein österreichisches Jahrhundert

1918-2018

Erschienen 2017 bei Molden
Sprache: Deutsch
256 Seiten; 245 mm x 180 mm
ISBN 978-3-222-15010-4

Langtext

Am 12. November 2018 jährt sich zum hundertsten Mal die Ausrufung der Republik. Eines Staates, der zum Zeitpunkt seiner Gründung noch "Deutschösterreich" heißt und von dem viele glauben, dass er nicht überleben wird. Doch der deutschsprachige "Rest" des zerbrochenen Habsburgerreiches beweist Lebenswillen und Tatkraft. Mit dem "Anschluss" an Nazideutschland verschwindet Österreich von den Landkarten, aber nicht aus den Köpfen und Herzen seiner Menschen. Die Wiedergeburt der Republik 1945 vereint sie als Österreicherinnen und Österreicher zu gemeinsamer Anstrengung für eine bessere Zukunft.
Hubert Nowak zeigt die markanten Eckpunkte und entscheidenden Veränderungen dieses Weges auf und zeichnet das ebenso lebendige wie differenzierte Bild eines Staates, der in zwei Anläufen aus den Katastrophen eines "Zeitalters der Extreme" zu sich selbst findet.
- November 1918: Am Anfang war das Ende
- Die ersten Schritte ohne Kaiser
- Ein Gerüst für zwei Republiken: die Verfassung
- Das Lagerdenken: Parteien und Parlamentarismus
- Föderalismus - Segen oder Fluch
- Ins Sozialparadies und wieder zurück
- Feindbilder: Juden, Muslime, Eliten
- Ein katholisches Land: Werte und Prägungen
- "Insel der Seligen" - Österreichs Rolle in der Welt
- Die Zukunft der Republik
- Die großen Gestalten: Hans Kelsen · Ignaz Seipel · Engelbert Dollfuß · Leopold Figl · Julius Raab · Bruno Kreisky u. a.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

HUBERT NOWAK, geboren 1954, war Journalist in Radio und Fernsehen, Moderator der "Zeit im Bild" und auf 3sat. Er leitete das ORF-Landesstudio Salzburg und die Redaktion von ORF 3sat. Als innenpolitischer Journalist hat er über Jahrzehnte das Geschehen in Österreich hautnah verfolgt.

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Kundenbewertungen

Ein tolles Sachbuch 24. April 2018
Wenn sich am 12. November 2018 zum hundertsten Mal die Ausrufung der Republik jährt, so können wir Österreicher auf eine bewegte Geschichte unseres Landes zurückblicken. Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie auf knapp ein Siebentel seiner ursprünglichen Größe und Bevölkerung zusammengestutzt, glaubte niemand an das Überleben des kleinen, deutschsprachigen Rumpfstaates ? am wenigsten die Angehörigen des Staates und deren Politiker. Zwischen Abspaltungstendenzen und Anschlussgedanken vor allem der westlichen Bundesländer (Vorarlberg an die Schweiz, Salzburg und Oberösterreich an Bayern) beweist die Regierung trotz aller Querelen Tatkraft und eisernen Überlebenswillen. Abgeschnitten von der Industrie und den Lebensmittelproduzenten ist der Weg ein langer und dorniger. Der Anschluss an Deutschland gelingt dann im Jahr 1938, aber anders als sich das die Menschen 1918 gewünscht haben und endet in der Katastrophe. Erst mit der Wiedergeburt der Zweiten Republik 1945 scheinen die Österreicherinnen und Österreicher endlich den Wert des Landes zu schätzen. Nicht, dass es nach wie vor das eine oder andere zu verbessern gäbe. Doch ist unser Land im Ausland weitaus angesehener als bei manchen Staatsbürgern. Hubert Nowak nimmt die Leser mit auf einen Streifzug durch die Geschichte. Er zeigt Bekanntes und weniger Bekanntes, führt interessante Interviews z. B. mit Karl Habsburg, dem Enkel des letzten Kaisers, Franz Fiedler, dem ehemaligen Vorsitzenden des Österreich-Konventes oder Christoph Kardinal Schönborn. In 18 Kapiteln werden maßgebliche Personen und Ereignisse geschildert, die am Werden von Österreich großen Anteil hatten. Mit vielen Zitaten und Auszügen aus Briefen und Dokumenten, die mit zahlreichen Fotos anschaulich unterstützt sind, bringt uns Hubert Nowak einiges aus Österreichs Geschichte seit 1918 näher, das bislang vielleicht nicht so bekannt ist. Nach jedem Kapitel finden sich Anmerkungen, sodass ein direkter Zusammenhang und eine unmittelbare Möglichkeit zu weiteren Informationen zu kommen, besteht. Mit dem einen oder anderen tradierten ?G?schichterl? wird ebenfalls aufgeräumt. Besonders interessant finde ich das Kapitel um die Verfassung. Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt Hans Kelsen als Vater der Österreichischen Verfassung, doch ist diese nicht sein alleiniger Verdienst. Immerhin gilt sie bis heute. Ein ausführliches Kapitel widmet sich dem ?Föderalismus?, der immer wieder ins Gerede kommt. Hier zeigt sich deutlich, wie sich die ?normative Kraft des Faktischen? auswirkt. Die Macht, die einzelne Landesfürsten (und Fürstinnen) zu haben glauben, steht so, wie sie von den Landespolitikern verstanden wird, in keinem Gesetz geschrieben. Ob der Föderalismus Segen oder Fluch ist, lässt sich auch hier nicht eindeutig beantworten. Allerdings wäre eine Harmonisierung einiger Landesgesetze durchaus nötig, wünschenswert und angebracht. Denn, warum sind in den neun Jugendschutzgesetzen die Jugendlichen unterschiedlich behandelt? Sind Halbwüchsige in Wien wenige oder mehr schützenswert? Oder wozu braucht es neun Landesfeuerwehrgesetze? Ist Brandverhütung und Brandbekämpfung nicht in jedem Bundesland oberstes Ziel? Nach ausführlichen Rückblicken und einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation darf auch der Ausblick in die Zukunft nicht fehlen. Österreich ist weder eine ?Insel der Seligen? noch ein Sozialparadies, sondern ein Land, auf das seine Staatsbürger stolz sein dürfen. Feiern wir daher die ersten 100 Jahre der Republik Österreich mit gebührendem Respekt und Anerkennung.
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