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Cover Banker

Banker

Roman

von Dick Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
368 Seiten
ISBN 978-3-257-60007-0

Kurztext / Annotation

Tim Ekaterin, Vorstandsmitglied einer angesehenen Handelsbank, ist für einen Fünfmillionenkredit verantwortlich, der Oliver Knowles den Kauf des Rennpferdes Sandcastle Sandcastle

Textauszug

[28] Das erste Jahr

Juni

Gordon rief drei Wochen später an und klang völlig gesund und wohlauf. Ich warf einen Blick auf seinen Schreibtisch, der stumm und leer dastand, weil der ganze Papierkrieg jetzt auf meinem stattfand.

"Judith und ich wollten Ihnen danken...", begann er.

"Wirklich nicht nötig", sagte ich. "Wie geht es Ihnen?"

"Verlorene Zeit. Es ist lächerlich. Na, egal, wir haben eine halbe Loge in Ascot für nächsten Donnerstag angeboten bekommen. Wir dachten, es könnte Spaß machen... Wir haben sechs Plätze. Möchten Sie hinkommen? Als unser Gast natürlich. Als ein Dankeschön."

"Liebend gerne", sagte ich. "Aber..."

"Kein aber", unterbrach er. "Wenn Sie Lust haben, regelt Henry das. Er kommt selbst mit. Er fand auch, daß Sie einen freien Tag verdient hätten, Sie brauchen sich also nur noch zu entschließen."

"Dann käme ich sehr, sehr gern."

"Gut. Wenn Sie keinen Cut haben, seien Sie unbesorgt. Wir sind nicht in den königlichen Logen."

"Wenn Sie einen tragen... ich habe den meines Vaters geerbt."

"Aha. Gut. Also dann. Donnerstag ein Uhr, zum Lunch. Ich schicke Ihnen die Eintrittskarten ins Büro. Judith und ich freuen uns beide sehr, daß Sie kommen können. Wir sind sehr dankbar. Sehr." Er klang plötzlich halb verlegen und brach mit einem Klicken die Verbindung ab.

Ich hätte gern gewußt, wie weit er sich noch an die weißen [29] Gesichter erinnerte, aber mit Alec und Rupert und John sämtlich in Hörweite war es unmöglich gewesen zu fragen. Vielleicht würde er es mir bei den Rennen erzählen. Vielleicht auch nicht.

Zum Pferderennen ging ich jetzt nur noch selten, obwohl ich als Kind unzählige Nachmittage damit verbracht hatte, in der Nähe der Totalisatorschlangen zu warten, während meine Mutter in genüßlicher Qual auf ihre Dutzende von Ahnungen und Goldgruben und Fallgruben und Ferner-Liefen setzte und tonnenweise Geld verlor.

"Ich hab' gewonnen!" verkündete sie dann strahlend den Umstehenden, indem sie ein unbestreitbares Siegticket schwenkte: Und das Bündel Miese aus demselben Rennen wurde in eine Tasche gestopft und später weggeworfen.

Mein Vater gab zur gleichen Zeit in der Bar Drinks aus. Ein liebenswürdiger, spendabler Säufer, mit mehr Gutmütigkeit als Verstand. Gegen Abend nahmen sie mich dann glücklich miteinander kichernd in einem samt Fahrer gemieteten Rolls mit nach Hause, und bis ich schon recht alt war, zweifelte ich nie daran, daß dieser zufriedene Wohlstand auf Fels gebaut war.

Ich war ihr einziges Kind gewesen, und sie hatten mir eine sehr gute Kindheit geschenkt in dem Sinne, daß ich, wenn ich an Ferien dachte, Yachten auf warmen Meeren oder Weihnachten in den Alpen meinte. Der Bösewicht jener Zeit war mein Onkel, der dann und wann über uns herfiel, um düstere Warnungen darüber auszustoßen, daß sein Bruder (mein Vater) einen Beruf ergreifen müsse.

Mein Vater jedoch konnte sich zur "Geldrafferei" nicht entschließen und besaß ohnehin keine echten Fähigkeiten in irgendwelcher Richtung. Er, der keinerlei Sinn für Arbeit hatte, verachtete im stillen die anderen. Er wurde seines Lebens in süßem Nichtstun niemals müde, und wenn er sich niemandes Respekt verdiente, gab es andererseits auch wenige, die ihn verabscheuten. Ein schwacher, freundlicher, unintelligenter Mann. [30] Als Vater nicht schlecht. Zu viel mehr aber nicht zu gebrauchen.

Er erlag einem Herzanfall, als ich neunzehn war, und damals wurde der Sinn der düsteren Warnungen offenbar. Er und meine Mutter hatten von dem ererbten Kapital meines Großvaters gelebt, und es war nicht mehr viel davon übrig. Gerade genug, um mich durch das College zu schleusen; wenn man achtgab, genug, um meiner Mutter ein kleines Einkommen auf Lebenszeit zu sichern.

Nicht genug allerdings, um ihre Wettgewohnheiten zu finanzieren, die sie nicht aufgeben wollte oder ko

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