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Cover Gefilmt

Gefilmt

von Dick Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
240 Seiten
ISBN 978-3-257-60010-0

Kurztext / Annotation

Edward Lincoln ist ein berühmter Schauspieler. Auf der Leinwand mimt er den mutigen Helden und den stürmischen Liebhaber. Außerhalb der Filmstudios ist er nichts als ein zufriedener Familienvater und gewöhnlicher Bürger. In Südafrika, dem Drehort seines neuen Films, spielt Lincoln seine beste Rolle, ohne Drehbuch, fern der klimatisierten Filmstudios in der sengenden Afrikasonne. Diesmal ist es kein Spiel.

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[5] 1

Naßgeschwitzt, durstig, eingeengt und zum aus der Haut fahren müde.

Zynisch zählte ich meine Leiden.

Sie waren beträchtlich. In mehr als einer Hinsicht beträchtlich.

Ich saß auf dem Fahrersitz einer aerodynamischen Sportwagen-Sonderanfertigung, dem ausrangierten Spielzeug des Sohnes eines Ölscheichs. Ich saß nun bereits seit fast drei Tagen dort. Vor mir erstreckte sich die sonnendürre Ebene bis hin zu ein paar fernen, braun und violetten Hügeln, und deren bucklige Formen blieben Stunde um Stunde genau, wo sie waren, am Horizont, denn der 150 Meilen schnelle Sportwagen bewegte sich nicht von der Stelle.

Und ich auch nicht. Verdrießlich sah ich auf die massiven blanken Handschellen, die sich um meine Handgelenke spannten. Einer meiner Arme war von innen durch das Lenkrad geführt, der andere außen rum, so daß ich regelrecht an das Steuer gefesselt war und daher fest mit dem Wagen verbunden.

Dazu kam noch die Kleinigkeit mit dem Sicherheitsgurt. Der Sportwagen sprang nur an, wenn man den Gurt geschlossen hatte. Jetzt steckte zwar kein Schlüssel in der Zündung, aber festgeschnallt war ich trotzdem: Der Gurt lag quer über meinem Magen und schräg über meiner Brust.

Ich bekam die Beine nicht aus ihrer gestreckten Sportflitzerposition heraus, um das Lenkrad mit den Füßen zu attackieren. Ich hatte es versucht. Ich war zu groß und konnte die Knie nicht weit genug anziehen. Außerdem war das Steuer auch nicht aus - möglicherweise zerbrechlichem - Kunststoff. Wer sündhaft [6] teure Autos wie diese Spezialanfertigung baute, hatte mit Plastiklenkrädern nichts im Sinn. Das Teil hier war aus lederbezogenem Metall, mit kleinem Durchmesser, so beständig wie der Mont Blanc.

Ich hatte es gründlich satt, in dem Wagen zu sitzen. Jeder Muskel in meinen Beinen, dem Rücken und den Armen protestierte energisch gegen das Eingezwängtsein. Eine harte, schwere Eisenklammer hinter meinen Augen zog sich zu einem spürbaren Schmerz zusammen.

Es war wieder einmal Zeit für einen entschlossenen Ausbruchsversuch, wenn ich auch von zahllosen ähnlichen Versuchen wußte, daß es nicht zu schaffen war.

Ich zerrte und zog mit aller Kraft an dem Gurt und an den Handschellen, kämpfte, bis mir erneut der Schweiß übers Gesicht lief - und kam, wie zuvor, nicht einen Millimeter frei.

Ich lehnte den Kopf gegen die gepolsterte Nackenstütze und drehte mein Gesicht zu dem offenen Fenster rechts neben mir.

Ich schloß die Augen. Wie einen Hieb fühlte ich das Sonnenlicht mir auf Wangen, Hals und Schulter knallen, mit der ganzen Glut eines Julinachmittags um drei auf 37 Grad nördlicher Breite. Ich spürte die Hitze auf meinem linken Augenlid. Ich ließ Falten der Frustration und des Schmerzes auf meiner Stirn entstehen, gab meinem Mund einen Zug ins Grimmige, ließ einen Muskel am Unterkiefer zucken und schluckte wie einer, der alle Hoffnung aufgegeben hat.

Danach saß ich reglos und wartete.

Die Wüstenlandschaft war sehr still. Ich wartete.

Dann rief Evan Pentelow mit erkennbarem Zögern: "Schnitt", und die Kameraleute nahmen ihre Augen vom Sucher. Nicht ein Windhauch fuhr in die großen bunten Schirme, die ihnen und ihrer Ausrüstung Schatten boten. Evan fächelte sich heftig mit seinem Drehplan, um so den Luftzug zu erzeugen, für den die Natur nicht gesorgt hatte, und andere aus der kleinen Gruppe [7] unter den tragbaren grünen Polystyrol-Sonnendächern erwachten träge zum Leben, nachdem die erbarmungslose Hitze sie vor Stunden schon ihrer Energie beraubt hatte. Der Tonmann nahm die Kopfhörer ab, hängte sie über die Stuhllehne und drehte langsam an den Knöpfen seines Nagra-Aufnahmegerätes herum, während die Beleuchter freundlicherweise den Haufen Minibrute-Lampen ausschalteten, die die Sonne unbarmherzig verstärkt hatten.

Ich sah in das Objektiv der Arriflex, die au

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