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Cover Reflex

Reflex

von Dick Francis; Übersetzt von: Monika Kamper

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
352 Seiten
ISBN 978-3-257-60012-4

Kurztext / Annotation

Ein zäher junger Jockey mit einer rauhen Vergangenheit und einer erfolgversprechenden Zukunft stolpert über Erpressung und manipulierte Rennen und erledigt gemeine Verbrecher mit Heldenmut und fotografischer Hexerei!

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[5] 1

Keuchend und hustend lag ich auf einen Ellbogen gestützt auf dem Boden und spuckte einen Mundvoll Gras und Dreck aus. Das Pferd, das ich geritten hatte, hievte sein Gewicht von meinem Knöchel, rappelte sich unbeholfen auf und galoppierte ungerührt davon. Meine Knochen waren gründlich durchgeschüttelt von dem Aufprall, und ich wartete mit bebender Brust darauf, daß alles wieder ins Lot kam, daß ich nach dem Fünfzig-Stundenkilometer-Salto und ein paar Purzelbäumen mein Gleichgewichtsgefühl wiedergewann.

Nichts passiert. Nichts gebrochen. Ein Sturz mehr, nichts weiter.

Zeit und Ort: sechzehntes Hindernis, Drei-Meilen-Hindernisrennen, Rennbahn Sandown Park, Freitag, November, im kalten Nieseldauerregen. Nachdem ich Atem und Kraft geschöpft hatte, stand ich lustlos auf und dachte voller Inbrunst, daß es verdammt albern war, als erwachsener Mensch auf diese Weise sein Leben zu verbringen.

Der bloße Gedanke versetzte mir einen Schock. Dergleichen war mir noch nie in den Sinn gekommen. In rasendem Tempo auf einem Pferderücken über die unterschiedlichsten Hindernisse zu setzen war die einzige Art, die ich kannte, mir meine Brötchen zu verdienen. Und diesen Job konnte man nur machen, wenn man mit dem Herzen dabei war. Ein erster kühler Anflug von Desillusionierung meldete sich wie das erste Stechen von Zahnschmerzen, unerwartet, unwillkommen, ein beunruhigender Hinweis auf möglichen Ärger.

Ich unterdrückte das Gefühl, ohne mich groß aufzuregen. [6] Bestätigte mir selbst, daß ich dieses Leben liebte, wie ich es immer geliebt hatte, gar keine Frage. Ich überzeugte mich mühelos davon, daß alles in bester Ordnung war, abgesehen von dem Wetter, von meinem Sturz und dem verlorenen Rennen... nichts weiter von Bedeutung. Alltagskram, wie ihn die Arbeit mit sich brachte.

Während ich in meinen papierdünnen Reitstiefeln, die sich überhaupt nicht zum Wandern eigneten, den Hügel zu den Tribünen hinaufquatschte, dachte ich einzig und allein an das Pferd, auf dem ich gestartet war, und überlegte mir, was ich seinem Trainer sagen konnte und was nicht. Verwarf: "Wie können Sie erwarten, daß es springt, wenn Sie es nicht ordentlich schulen?" zugunsten von: "Die Erfahrung wird ihm guttun." "Untaugliches, schreckhaftes, hartmäuliges, unterernährtes Mistvieh" war vielleicht doch nicht so gut, also entschied ich mich für: "Man könnte es mit Scheuklappen versuchen." Der Trainer würde ohnehin mir den Sturz ankreiden und dem Besitzer erzählen, ich hätte den Sprung falsch eingeschätzt. Für Trainer wie ihn war jeder Absturz ein Pilotenfehler.

Ich war dem Himmel leise dankbar, daß ich nicht oft für diesen Rennstall reiten mußte. Ich war nur für diesen Tag engagiert worden, weil Steve Millace, der Stalljockey, bei der Beerdigung seines Vaters war. Vertretungsritte konnte man nicht ohne weiteres ablehnen, selbst wenn die Katastrophe einem schon aus dem Rennbericht entgegensah. Nicht, wenn man auf das Geld angewiesen war wie ich. Und nicht, wenn man wie ich darauf angewiesen war, daß der eigene Name so oft wie möglich auf den Starterlisten erschien, damit jeder wußte, daß man brauchbar, gefragt und präsent war.

Das einzig Gute bei meinem Sturz an dem Hindernis war, daß Steve Millaces Vater nicht da war, um das Ereignis festzuhalten. George Millace, der gnadenlose Fotograf von Augenblicken, die jeder Jockey am liebsten ungeschehen machen würde, lag sicher [7] verwahrt in seiner Kiste und wurde wahrscheinlich gerade in dieser Minute zur ewigen Ruhe in die Erde versenkt. Ein Glück, daß wir ihn los sind, dachte ich herzlos. Es war ein für allemal vorbei mit dem geringschätzigen, hämischen Vergnügen, das George empfand, wenn er den Pferdebesitzern unwiderlegbare Beweise für das Versagen ihrer Jockeys präsentieren konnte. Ein für allemal vorbei mit der motorisierten Kamera, die mit ihren dreieinhalb Bildern pro Sekunde die falsche Gewich

Beschreibung für Leser

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