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Cover Kreuzfeuer

Kreuzfeuer

von Dick Francis; Felix Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
400 Seiten
ISBN 978-3-257-60145-9

Kurztext / Annotation

Captain Tom Forsyth kehrt schwerverletzt aus Afghanistan zurück. Zu Hause in England erwartet ihn jedoch ein nicht minder gefährliches Minenfeld: die Machenschaften um das große Geld aus dem Pferdebusiness. Wer hätte gedacht, dass Tom seine soldatischen Fähigkeiten im beschaulichen Lambourn noch mal zum Einsatz bringen könnte?

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[27] 2

Dass meine Heimkehr kein freudiges Ereignis war, kann man ohne Übertreibung sagen.

Kein "Hallo, Liebling", kein Kuss auf die Wange, kein gebratenes Kalb, nichts. Aber auch keine Überraschung.

Meine Mutter lief geradewegs an mir vorbei, als wäre ich unsichtbar, mit starrer Miene und gekräuselten Lippen. Den Gesichtsausdruck kannte ich. Sie war kurz davor, zu weinen, wollte das aber nicht in der Öffentlichkeit tun. Soweit ich wusste, war es dazu noch nie gekommen.

"Ach, hallo", sagte mein Stiefvater zur Begrüßung und ergriff zögernd meine ausgestreckte Hand.

'Freut mich auch, dich zu sehen', dachte ich, sprach es aber nicht aus. In den nächsten Tagen würden wir zweifellos wieder zanken und streiten, aber nicht heute Abend. Es war kalt draußen, und es fing an zu regnen. Heute Nacht brauchte ich ein Dach über dem Kopf.

Mein Stiefvater und ich waren nie gut miteinander ausgekommen.

Gefangen im Gefühlschaos eines unglücklichen Kindes, hatte ich versucht, meiner Mutter ein schlechtes Gewissen einzureden, weil sie meinen Vater vertrieben hatte, und mich damit nicht nur ihr, sondern auch allen anderen entfremdet.

[28] Mein Vater hatte seine Sachen gepackt und sich verabschiedet, als ich gerade mal acht war, da er keine Lust mehr hatte, im Gefühlsleben meiner Mutter weit hinter den Pferden zu rangieren. Die kamen immer zuerst, dann die Hunde, dann das Stallpersonal und schließlich, wenn noch Zeit blieb, was selten der Fall war, ihre Familie.

Wie meine Mutter es hatte einrichten können, drei Kinder zu bekommen, war mir von jeher ein Rätsel. Beide Geschwister waren älter als ich und stammten vom ersten Mann meiner Mutter, den sie mit siebzehn geheiratet hatte. Richard Kauri war ein vermögender neuseeländischer Playboy von dreißig Jahren gewesen, der sich als Pferdetrainer versucht hatte. Meine Mutter nutzte sein Geld, um ihre eigenen Rennsportambitionen voranzutreiben, und übernahm nach zehn stürmischen Ehejahren das Haus und den Stall als Teil ihrer Scheidungsvereinbarung. Sohn und Tochter hatten damals zu ihrem Vater gehalten, und ich glaube inzwischen, das war ihr ganz recht, weil sie eher damit rechnen konnte, das Haus und das Trainingsgeschäft zugesprochen zu bekommen, wenn die Kinder beim Exmann blieben.

Kurz darauf heiratete sie meinen Vater, einen örtlichen Saatguthändler, und brachte mich passenderweise an ihrem neunundzwanzigsten Geburtstag zur Welt - wie ein Geschenk. Doch ein Wunschkind, ein geliebtes Kind war ich nie. Eher eine weitere Verpflichtung ähnlich ihren Vierbeinern - zweimal täglich füttern, tränken, ausmisten und bewegen nach Bedarf, ansonsten hatte das Pferdchen still und brav im Stall zu bleiben.

Es mag eine einsame Kindheit gewesen sein, aber ich kannte es nicht anders und war im großen Ganzen [29] zufrieden damit. Was mir an menschlicher Zuwendung fehlte, holte ich mir bei Hunden und Pferden, die jede Menge Zeit für mich hatten. Ich dachte mir Spiele für uns aus; sie waren meine Freunde. Die Welt ging unter, als meine geliebte Beaglehündin Susie überfahren wurde. Besonders hart traf mich die Reaktion meiner Mutter: Statt mich zu trösten, befahl sie mir, ich solle mich zusammenreißen, es sei doch nur ein Hund.

Bei der Scheidung meiner Eltern entbrannte ein langer, zäher Streit um das Sorgerecht für mich. Erst Jahre später ging mir auf, dass sie gestritten hatten, weil keiner von ihnen einen achtjährigen Sonderling aufziehen wollte. Da meine Mutter den Streit verlor, war ich bei ihr geblieben und mein Vater ein für alle Mal aus meinem Leben verschwunden. Das empfand ich weder damals noch heute als großen Verlust. Er hat mir ein paarmal geschrieben und mir ab und an eine Geburtstags- oder Weihnachtskarte geschickt, dachte aber offensichtlich, dass er ohne mich besser dran war, und mir ging es umgekehrt genauso.

"Wie war es denn in Afghanistan,

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