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Cover Schwarze Diamanten

Schwarze Diamanten

Der dritte Fall für Bruno, Chef de police

von Martin Walker; Übersetzt von: Michael Windgassen

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
352 Seiten
ISBN 978-3-257-60166-4

Kurztext / Annotation

language="ger">Was haben Trüffeln mit Frankreichs Kolonialkrieg in Vietnam und mit chinesischen Triaden zu tun? Die Lösung von Bruno Courrèges' drittem Fall ist so tief vergraben wie die legendären schwarzen Diamanten unter den alten Eichen im Périgord - und genauso schwer zu finden.

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, ist Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist. Er lebt in Washington und im Périgord und war 25 Jahre lang bei der britischen Tageszeitung The Guardian Bruno

Textauszug

language="ger">[7] 1

Es kam nicht oft vor, dass Bruno Courrèges seinen Job ungern tat, aber heute war so ein Tag. Am Wetter konnte es nicht liegen. Hohe dünne Wolken trieben über den spätherbstlichen Himmel, der trotzdem hartnäckig blau blieb. Trotz der frühen Morgenstunde schien die Sonne warm auf Brunos Gesicht und ließ die wenigen verbliebenen Blätter an den alten Eichen, die das Rugbyfeld einsäumten, golden leuchten. Sie wärmte die alten Mauern der Mairie auf der anderen Flussseite und die roten Ziegeldächer der Häuser am Hügel. Es war noch so mild, dass die Frauen die Fenster und die blaugestrichenen Fensterläden geöffnet hatten. Tupfer in Blau und Weiß, gestreift und geblümt, zierten das Bild des Städtchens, wo Bettwäsche auf den Balkonen gelüftet wurde - vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr. Auf dem Rasen hatte schon Reif gelegen, als Bruno vorhin mit seinem Hund die übliche Runde gegangen war, und am Wochenende hatte er im Supermarkt die ersten Weihnachtslieder gehört.

Bruno richtete seinen Blick auf eine kleine Schar von Demonstranten, die sich vor dem Tor des Sägewerks versammelt hatten. Der Schornstein rauchte nicht mehr, und die Gabelstapler, die dort sonst immer mit schweren Holzlasten [8] umherfuhren, parkten in der Garage. Noch hing der würzige Geruch frisch gesägten Holzes in der Luft, der sich aber schon bald verflüchtigen würde, denn der Betrieb der Sägemühle, des größten und ältesten Arbeitgebers von Saint-Denis, sollte heute eingestellt werden.

Bruno hatte zwei Wochen zuvor im Auftrag der Präfektur einen Stilllegungsbescheid zustellen müssen, mit dem ein Urteil gegen die Scierie Pons und ihren Besitzer wegen Verstoßes gegen Umweltauflagen vollstreckt wurde. Als dem einzigen Polizeibeamten der Stadt war Bruno die unangenehme Aufgabe zugefallen, eine Kopie des Beschlusses, wetterfest in Zellophan verpackt, an das Fabriktor zu heften. Nun musste er mitansehen, wie das Gesetz seinen Lauf nahm, und natürlich war es seine Pflicht, in dem seit Jahren währenden Streit zwischen den Grünen, die jetzt triumphierten, und dem Mann zu schlichten, den sie als "Dreckschleuder von Saint-Denis" bezeichneten.

"Pons raus, Pons raus", skandierte die Gruppe im Chor, die von einem gut aussehenden Mann mit Megaphon angeführt wurde. Er trug eine teure Lederjacke mit weißem Seidenschal und hatte seine langen blonden Haare im Nacken zu einem Pferdeschwanz zusammengefasst. Am Revers seiner Jacke steckte ein großer Button der Grünen Partei. Die Transparente der Demonstranten erklärten den Grund der Schließung. Verantwortlich dafür waren nicht etwa wirtschaftliche Probleme, finanzielle Engpässe oder gar eine Verknappung von Rohstoffen, die die Waldgebiete der Dordogne seit Jahrhunderten in Fülle lieferten. Es lag auch nicht an mangelnder Nachfrage nach Eichen-, Kastanien-, Kiefern- und Fichtenholz. Vielmehr war bekanntgeworden, [9] dass Boniface Pons, der Erbe des seit vielen Generationen in Familienbesitz befindlichen Sägewerks, mit seinem Unternehmen in eine andere Gemeinde umziehen wollte, an einen Ort inmitten weiter Wälder und von nur rund zweihundert Wahlberechtigten bewohnt, wo er sich sicher sein konnte, nicht von all den Demonstrationen und endlosen Gerichtsverfahren behelligt zu werden, die ihn aus Saint-Denis vertrieben hatten.

"Endlich können unsere Kinder wieder atmen", las Bruno auf einem der Transparente und verdrehte bei dieser Übertreibung die Augen. Er hatte auf dem nahe gelegenen Sportplatz zahllose Stunden Rugby gespielt und Dutzende von Trainingseinheiten durchgeführt, während der Schornstein rauchte, war aber nie wegen schlechter Luft in Atemnot geraten.

"Umwelt 1 - Pons 0" stand auf einem anderen Transparent, was, wie Bruno fand, der Wahrheit schon ein bisschen näher kam. Das Sägewerk hatte während der zehn Jahre, in denen Bruno als Polizist der Stadt seinen Dienst versah, zwei verschiedene Rauc

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