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Cover Kismet

Kismet

Kayankayas vierter Fall

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
272 Seiten
ISBN 978-3-257-60184-8

Kurztext / Annotation

Kismet Happy birthday, Türke! Ein Mann, ein Mord Hausaufgaben Chez Max Cherryman jagt Mister White

Textauszug

[98] 8

"Oh, nein!"

Romario sprang vom Sessel, nahm meinen Arm und half mir, mich aufs Sofa zu legen.

"Was... was ist passiert?"

"Hab die Armee der Vernunft gefunden." Meine Stimme klang, als würde ich unter Wasser sprechen. "Hol mir 'ne Flasche Wodka und ruf den Notarzt."

Als der Arzt etwa eine Stunde später seinen Koffer schloß, sagte er: "Das muß geröntgt werden. Fahren Sie am besten gleich ins Krankenhaus. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen einen Wagen rufen."

"Gebrochen?"

Er zuckte mit den Schultern. "Kann ich wegen der Schwellung nicht sehen. Wie haben Sie sich das eingehandelt?"

"Mit 'ner Dummheit."

"Aussehen tut es, als hätte Ihnen jemand aus Versehen eine Gartenhacke oder so was ins Gesicht gehauen."

"'n Schlagring, und nicht aus Versehen."

"So." Er räusperte sich. "Na ja. Wenn Sie sich noch einen Moment ausruhen wollen, bevor Sie ins Krankenhaus fahren, legen Sie Eis drauf."

Der Arzt ging, und ich beauftragte Romario, im Supermarkt um die Ecke Alkoholnachschub und eine Ahrens-Tütensuppe zu besorgen. Dann schlief ich ein. Als ich zwei Stunden später aufwachte, saß Romario neben meinem Kopf und hielt mir ein Küchentuch voll Eis an die Wange.

[99] "Wie geht's?" fragte er.

Ich wollte irgendwas antworten, bekam aber nichts raus und machte mit der Hand eine So-lala-Bewegung.

"Sobald du dich kräftig genug fühlst aufzustehen, ruf ich ein Taxi, und wir fahren ins Krankenhaus. Deine Suppe gab es übrigens nicht. Aber vielleicht solltest du jetzt sowieso nichts essen. Erst mal abwarten, was beim Röntgen rauskommt. Falls sie operieren müssen, meine ich."

Ich beobachtete ihn, wie er mit besorgter Miene bemüht war, das Tuch voll Eis so zu halten, daß es kühlte ohne zu drücken. Nach einer Weile schlief ich wieder ein.

Es war kurz nach zehn, als wir aus dem Krankenhaus zurückkamen. Nichts gebrochen, aber jede Menge lädiert, was immer der Arzt damit meinte. Man hatte mir einen Verband um den Kopf gelegt, mir etwas gegen die Schmerzen gespritzt, und ich sollte die nächsten Tage im Bett bleiben. Während ich mich mit Fernbedienung und Mineralwasser auf dem Sofa einrichtete, kochte Romario in der Küche Zeug zusammen, das er auf der Rückfahrt in einem Nachtshop gekauft hatte. Schwaden von verbrannter Butter zogen aus der Küchentür. Ich lehnte mich zurück und schaltete den Fernseher an.

Nach dem Essen und nachdem ich mich wieder mal gefragt hatte, warum Romarios Berufswahl ausgerechnet auf Koch gefallen war, erzählte ich ihm vom Vormittag bei Doktor Ahrens. Er saß vor mir, wie ich mir vorstellte, daß eine meiner mir unbekannten Omas in so einer Situation vor mir gesessen hätte: die Hände zwischen die Knie geklemmt, die Höhepunkte der Erzählung eifrig abnickend [100] und trotz aller Anteilnahme immer mal wieder einen kritischen Blick auf meinen noch halbvollen Teller werfend.

"Das heißt", schloß ich, "daß du heute nacht wach bleiben mußt."

Romario zögerte. Da nun alles erzählt und geklärt war, schien ihm wieder sein gewohnter Tagesablauf einzufallen, worin ein regelmäßiger Schlaf zu zivilisierten Zeiten keine ganz unbedeutende Rolle spielte. "Warum?"

"Weil Ahrens rausbekommen könnte, wer ich bin, und dann wird er hier einmarschieren."

"Hm", machte Romario skeptisch. "Und dann? Marschier ich ihm entgegen?"

"Dann weckst du mich. Ich hab die Schrotflinte und Pistolen, und bevor die hier reinkommen, hat das halbe Viertel die Polizei gerufen."

Er begann mit seiner heilen Hand das Geschirr zusammenzustellen. "Woher hast du gewußt, daß Ahrens was damit zu tun hat?"

"Ich hab nichts gewußt. Ich bin hingegangen, um ein bißchen rumzustochern, und plötzlich lief's von alleine."

Er brachte das Geschirr in die Küche und klapperte eine Weile herum. Dann kam er mit zwei Schälchen Eis zurück, gab mir eins, se

Langtext

Kismet beginnt mit einem Freundschaftsdienst und endet mit einem so blutigen Bandenkrieg, wie ihn keine deutsche Großstadt zuvor erlebt hat. Kayankaya ermittelt nicht nach einem Mörder, sondern nach der Identität zweier Mordopfer. Und er gerät in den Bann einer geheimnisvollen Frau, die er in einem Videofilm gesehen hat.

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte zunächst, jobbte nach dem Abitur einige Jahre in Südfrankreich und lebte dann in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Zusammen mit seiner Familie lebte der Autor vorwiegend in Südfrankreich. Im Januar 2013 erlag Jakob Arjouni einem Krebsleiden.

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