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Cover Himmlische Juwelen

Himmlische Juwelen

von Donna Leon; Übersetzt von: Werner Schmitz

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
304 Seiten
ISBN 978-3-257-60191-6

Kurztext / Annotation

Caterina Pellegrini liebt ihre Heimatstadt Venedig ebenso wie die Musik. Als sich ihr die Chance bietet, in der Fondazione Musicale Italo-Tedesca zwei verschollene Truhen mit dem Nachlass eines Barockkomponisten zu begutachten, ist sie Feuer und Flamme. Doch nicht nur sie ist hinter den Schätzen her, die sich hinter den Dokumenten verbergen könnten ...

Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, lebt seit 1965 im Ausland. Sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die Brunetti

Textauszug

[7] 1

Caterina Pellegrini zog die Tür hinter sich zu und lehnte sich mit dem Rücken und dann mit dem Kopf dagegen. Ihre Beine zitterten, während die Anspannung allmählich nachließ, und nach einigen tiefen Atemzügen löste sich auch der Krampf in ihrer Brust. Am liebsten hätte sie vor lauter Freude sich selbst und die ganze Welt umarmt, doch sie bezwang, wie so oft in ihrem Leben, diesen heftigen Impuls, blieb mit hängenden Armen an die Tür gelehnt stehen und versuchte sich zu beruhigen.

Sie hatte unendliche Geduld gebraucht, aber es war geschafft. Sie hatte zwei Idioten ertragen, ihnen trotz ihrer Gier ins Gesicht gelächelt, Hochachtung geheuchelt und sie dazu gebracht, ihr den begehrten Job zu geben. Die beiden waren beschränkt, aber mächtig; sie waren unsympathisch, aber die Entscheidung lag bei ihnen; sie konnten Caterinas Fähigkeiten nicht einschätzen und hatten kein Verständnis für ihr Fachgebiet, doch der Auftraggeber waren nun einmal sie.

Und sie hatten ihn ihr gegeben, den begehrten Auftrag, und keinem der anderen Bewerber, in denen sie "Widersacher" gesehen hatte, so sehr hatten die letzten zehn Jahre ihres Berufslebens schon ihre Sprache infiziert. Als jüngste von fünf Schwestern hatte Caterina sich von klein auf durchzusetzen gelernt. Mit den Schwestern verhielt es sich wie in einem Stück von Goldoni: Da war Claudia, die Schöne; Clara, die Glückliche; Cristina, die Fromme; Cinzia, die [8] Sportliche; und als Letztgeborene Caterina, die Kluge. Claudia und Clara hatten gleich nach der Schule geheiratet, Claudia nach einem Jahr die Scheidung eingereicht und sich hochgetauscht, ein Anwalt, mit dem sie nicht groß harmonierte, während Clara mit ihrem ersten Mann zufrieden war und bei ihm blieb; Cristina hatte der Welt entsagt, war ins Kloster gegangen und hatte dann Theologie und Kirchengeschichte studiert; Cinzia hatte einige Medaillen bei Landesmeisterschaften im Tauchen gewonnen, dann geheiratet, zwei Kinder bekommen und Fett angesetzt.

Caterina, die Kluge, hatte das liceo besucht, wo der Vater Geschichte lehrte und sie die Latein- und Griechischprüfungen alljährlich mit Auszeichnung bestand, während sie nebenher von ihrer Tante Russisch lernte. Danach hatte sie vergeblich ein Jahr lang Gesangsunterricht am Konservatorium genommen und anschließend zwei Jahre in Padua Jura studiert, was sie erst enttäuschend und dann nur noch langweilig fand. Die schönen Künste lockten noch immer, und so entschloss sie sich zum Studium der Musikwissenschaft, zunächst in Florenz und dann in Wien, und als ihr Doktorvater von ihren hervorragenden Russischkenntnissen erfuhr, besorgte er ihr ein zweijähriges Stipendium, um mit ihr Paisiellos russische Opern in Sankt Petersburg zu erforschen. Nach Wien zurückgekehrt, promovierte Caterina über die Barockoper. Der Doktorhut erfüllte ihre Familie mit Freude und Stolz und verhalf ihr nach nur einjähriger Suche zu einer Art innerem Exil im Süden, genauer gesagt zu einer Stelle als Dozentin für Kontrapunkt am Konservatorium Egidio Romualdo Duni in Matera. Egidio Romualdo Duni. Welcher Spezialist der Barockoper kannte [9] den Namen nicht? Für Caterina war er immer der "Duni, der auch komponierte", der Mann, der seinen Opern dieselben Titel gegeben hatte wie jene von berühmteren oder begnadeteren Kollegen: Bajazet, Catone in Utica, Adriano in Siria. Duni. Er bedeutete ihr ebenso wenig wie den Intendanten an den Opernhäusern.

Die Doktorwürde der Wiener Universität, dann die Dozentenstelle am Konservatorium, wo sie Erstsemester in Kontrapunktik unterrichtete. Duni. Wochenlang hatte sie das Gefühl, sie könnte ebenso gut Mathematik unterrichten - so weit war ihr Thema vom Zauber der Gesangsstimme entfernt. Dieses Unwohlsein verhieß nichts Gutes, wie ihr schon bald nach ihrer Ankunft klar wurde. Doch erst nach zwei Jahren fasste sie den Entschluss, wieder aus Italie

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