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Cover Liebe am Ende der Welt

Liebe am Ende der Welt

von Anthony McCarten; Übersetzt von: Manfred Allié

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
368 Seiten
ISBN 978-3-257-60193-0

Kurztext / Annotation

Drei unschuldige Mädchen, die plötzlich schwanger sind. Von Außerirdischen, versichern sie. Ein spannender Roman über Wunder, Täuschungen und die Geschichten, die wir erfinden, um uns vor der Wahrheit zu schützen. Und eine phantastische Liebesgeschichte.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit Ladies Night The Theory of Everything Darkest Hour

Textauszug

[5] Arbeiterinnen

Es war am Samstagabend, nach der Arbeit, aber noch bevor der Pub zumachte, dass Delia Chapman einen Außerirdischen sah. Na ja, genau genommen stimmt das nicht ganz - es waren zehn Außerirdische. Sie blieben etwa eine halbe Stunde. Und sie nahmen Delia mit auf ihr Raumschiff. Sie trugen silberne Anzüge und Edelstahlstiefel. Das Schiff war ultramodern und äußerst eindrucksvoll.

Delia hatte ihre dritte Halbschicht in Folge in der Packerei von Borthwicks Fleischfabrik hinter sich. Mit anderen Worten: Ihr Körper war noch beim Frühstück, in ihrem Kopf war es Mitternacht, und ihre innere Uhr war so durcheinander wie die einer Stewardess, die Langstrecken fliegt. Trotz ihrer Erschöpfung war sie zu aufgekratzt, um zu schlafen. Als sie die Farm ihrer Familie verließ, hatte sie noch immer die weiße Kittelschürze und die Gummistiefel an, die sie bei der Arbeit trug. Sie kaufte sich am Texacana-Take-away eine Tüte Fritten und schlenderte am Fluss entlang in Richtung Schnellstraße, hinaus aus der Stadt.

Wie konnte man auch damit rechnen, in Opunake einen Außerirdischen zu treffen? Da Delia auf ein so spektakuläres Ereignis nicht gefasst war, blieben ihre Auskünfte darüber, um es vorsichtig zu sagen, bruchstückhaft. Zwei Stunden später konnte sie immerhin berichten, dass es schön [6] gewesen sei, sie habe Lichter und ein paar Umrisse gesehen und ungefähr ein Dutzend - wortlose - Aufforderungen erhalten. Aber darüber hinaus und als die Leute die pikanteren Einzelheiten hören wollten, konnte Delia nur noch sagen, dass ihre Besucher während des gesamten Vorfalls ausgesprochen höflich gewesen seien und sie behandelt hätten wie eine hochwichtige Person.

Erst als beim Bäcker, im Wettbüro und an der Kasse des New-World-Supermarkts die ersten und äußerst amüsierten Reaktionen auf Delias Bericht die Runde gemacht hatten und jeder sein "bescheuertes Huhn" oder "bekloppte Tussi" oder "nicht alle Tassen im Schrank" beigesteuert hatte, war auch für eine etwas abgeklärtere Sicht der Dinge Platz.

Delia Chapman war sechzehn Jahre alt. Sie war im vorletzten Highschooljahr und hatte, genau wie ein ganzer Schwarm anderer ahnungsloser junger Frauen, einen Ferienjob bei Borthwick angenommen. Die Firma unterwarf um diese Zeit, wo die Schlachtquote den jährlichen Höhepunkt erreichte, ihre Angestellten einer gnadenlosen Folge von Tag- und Nachtschichten. Jeder wusste, dass 80 Prozent der weiblichen Bevölkerung der Stadt wegen dieser unmenschlichen Anforderungen am Rand des Nervenzusammenbruchs waren. Delias hysterische Behauptungen mussten also vor diesem Hintergrund gesehen werden.

Es gab andere Erklärungen dafür, wieso sie auf die Idee kam, sich eine solche Geschichte auszudenken. Alle wussten, dass Delia Chapman immer eine Baseballkappe der Los Angeles Lakers aufhatte, egal, wohin sie ging. Oft trug sie dazu ein T-Shirt der University of North Carolina sowie amerikanische Turnschuhe, und mit dem Walkman am [7] Hüftgürtel und dem Kaugummi im Mund erschien sie geradezu als Inbegriff des American Way of Life. War denn da die Vision eines Ufos nicht nur der nächste logische Schritt ihrer Verwandlung in einen Yankee?

Zum Zeitpunkt des Besuches aus dem Weltall, den der Ortspolizist später auf ca. 9 Uhr 20 abends schätzte, saß der Großteil der Einwohnerschaft wie gebannt vor dem Fernseher in der Bar und verfolgte ein Rugby-Endspiel zwischen der neuseeländischen Nationalmannschaft und England, eine Aufzeichnung aus Twickenham. Erbitterte Kämpfe um die Senderechte hatten dazu geführt, dass es hier keine LiveÜbertragung gab, und alle waren gespannt bis zum Platzen, weil sie es sich den ganzen Tag lang versagt hatten, von irgendwoher den Ausgang des Spiels vorab zu erfahren.

Um 9 Uhr 50, als das Spiel noch im Gange und der Ausgang mehr als ungewiss war, hatte sich Delias Leben bereits für immer verändert. Nur der Verkäufer im

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