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Cover Die Rastlosen

Die Rastlosen

von Philippe Djian; Übersetzt von: Oliver Ilan Schulz

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
240 Seiten
ISBN 978-3-257-60197-8

Kurztext / Annotation

Marc fühlt sich von seiner Schwester, seinen Vorgesetzten und der Polizei beobachtet. Alle wissen, dass er ein Faible für junge Studentinnen hat - und die talentierte Barbara ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Aber was kann er denn dafür? - Der Höllentrip eines unverbesserlichen Schürzenjägers.

Philippe Djian, geboren 1949 in Paris, wechselte oft den Wohnsitz. Bisherige Stationen: New York, Florenz, Bordeaux, Biarritz, Lausanne und Paris. Auf einer Autobahnmautstelle, bei einem seiner Gelegenheitsjobs, tippte Philippe Djian seinen ersten Roman. Sein dritter Roman, Betty Blue Oh ...

Textauszug

Alkohol lockte Studenten an, und Richard hatte ihnen versprochen, dass die Bar gut bestückt sein würde - ebenso wie er den Lehrkräften gepflegtes Essen versprochen hatte, ein Fernbleiben wäre unverzeihlich.

Jeder Fachbereichsleiter, der eine Party organisierte, konnte in der Regel sicher sein, dass er nicht allein dasaß, aber er ging noch weniger Risiko ein, wenn sich der Direktor mitsamt seiner Frau die Ehre gab, seinen Champagner trank und sein Grillfleisch verschlang. Richards Garten war ziemlich gut gefüllt. Der Kerl hatte einen schönen Frühlingstag erwischt, und sein Grill brummte - zumindest hatte der Typ ein Händchen dafür, Würstchen und Hähnchenbrust zu braten.

Es war warm, die Frauen trugen Sandalen. Marianne und [121] er trafen ein, als Richard gerade eine neue Ladung Fleischspieße auflegte.

"Ich freue mich sehr, dass Sie da sind, Marc, Sie und Ihre Schwester. Ich hoffe, Sie wissen das. Ich hoffe, wir verstehen uns da nicht falsch."

"Nein, alles in Ordnung. Was empfehlen Sie mir? Nichts allzu Fettiges, wenn's geht."

"Ich habe genau das Richtige für Sie. Probieren Sie das hier."

"Sind Sie sicher?"

"Kommen Sie doch mal her, Marc, ich möchte Ihnen etwas sagen. Darf ich Ihnen ein Geheimnis anvertrauen?"

"Nein, Richard, lieber nicht. Ich sage es Ihnen lieber rundheraus. Ich möchte nicht, dass mir irgendjemand Geheimnisse anvertraut, egal wer. Nehmen Sie es nicht persönlich. Das ist eine Verantwortung, die ich nicht tragen will. Ich bin Schlafwandler. Fragen Sie Marianne. Ich spreche im Schlaf. Ich laufe herum und ich spreche. Ganz einfach. Wenn es um Vertraulichkeiten geht, klopfen Sie nicht bei mir an, tut mir leid. Als Vertrauensperson bin ich wertlos."

Hinter ihnen lachten ein paar Dozenten schallend, als einige ihrer kleinen Kinder sich Grimassen schneidend mit Wasserpistolen bekämpften. Richard lächelte und drehte ein paar Koteletts um.

"Marc, ich wollte Ihnen einfach nur sagen, dass ich es sehr schätze, dass Sie gekommen sind. Wissen Sie, ich bin mir bewusst, wie sehr Sie sich bemühen. Ich versetze mich in Ihre Lage. Ich habe nie eine Schwester gehabt, aber ich versuche, mich in Ihre Lage zu versetzen."

"Das ist nett von Ihnen. Das tröstet mich. Ziemlich [122] gelungen, Ihre kleine Party. Sie haben nicht zufällig englischen Senf da?"

Ein halbes Dutzend Studenten, die mehr oder minder zwangsverpflichtet worden waren, eilten mit Essen und Trinken von einer Gruppe zur nächsten und achteten darauf, dass die Kinder, die überall herumrannten, nicht das Haus verwüsteten, den Gashahn öffneten, sich in einem Wandschrank einschlossen oder ein Feuer legten - Richard wusste seine Stellung zu nutzen und hatte keinerlei Probleme, Arbeitskräfte aufzutreiben. Annie Eggbaum war auch dabei. Er bemerkte sie erst, als er mit ihr zusammenstieß, denn ihr Weg kreuzte sich zwischen zwei Tischen. Sie blieben kurz aneinander hängen.

"Ach, Annie, Sie sind's?", sagte er und achtete auf seine Hände.

Ihr Gesicht verfinsterte sich.

Als er sich ein wenig später aus einer Gruppe von Leuten wegstahl, die wegen des Tragens von Kopftüchern in der Schule das Europäische Parlament anrufen wollten, baute sie sich vor ihm auf und fragte ihn mit vor Wut rosa gefärbten Wangen, was eigentlich mit ihm los sei.

Trotz seiner mehr als zwanzig Jahre Berufserfahrung hatte er so etwas noch nicht erlebt, ein derartiges Benehmen, eine derartige Respektlosigkeit. Eine derartige Anmaßung, eine derartige Dreistigkeit. Dass er doppelt so alt war wie sie, half ihm gar nichts, sie fuhr ihn brutal an, drängte ihn in die Ecke. Er sah sich flüchtig um und ermahnte sie, leiser zu sprechen.

"Was haben Sie für ein Problem, na los, sagen Sie's mir!", wütete sie.

[123] In diesem Moment dachte er, dass er ihr wahrscheinlich den Hals umdrehen müsse, um sie zum Schweigen zu bringen, denn sie wurde

Langtext

Marc fühlt sich von seiner Schwester, seinen Vorgesetzten und der Polizei beobachtet. Alle wissen, dass er ein Faible für junge Studentinnen hat und die talentierte Barbara ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Aber was kann er denn dafür? Der Höllentrip eines unverbesserlichen Schürzenjägers.

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Philippe Djian, geboren 1949 in Paris, wechselte oft den Wohnsitz. Bisherige Stationen: New York, Florenz, Bordeaux, Biarritz, Lausanne und Paris. Auf einer Autobahnmautstelle, bei einem seiner Gelegenheitsjobs, tippte Djian seinen ersten Roman. Damals, in den achtziger Jahren, waren seine jugendlichen Protagonisten noch on the road, sein dritter Roman, Betty Blue, wurde zum Kultbuch. Heute sind seine Helden seßhaft geworden, aber noch immer sind sie auf der Suche nach Intensität und Leidenschaft.

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