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Cover Diesseits vom Paradies

Diesseits vom Paradies

von F. Scott Fitzgerald; Übersetzt von: Martina Tichy; Bettina Blumenberg

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
432 Seiten
ISBN 978-3-257-60268-5

Kurztext / Annotation

Amory Blaine ist begabt und privilegiert. Von der Mutter hat er die Überzeugung, zu Höherem geboren zu sein. Er studiert in Princeton, und nach etlichen Flirts begegnet er Rosalind, seiner ersten großen Liebe. Als sie ihn für einen anderen verläßt, zerschellen Amorys jugendliche Ideale. Was bleibt, ist der Alkohol - aber trotz aller Trauer und Enttäuschung auch die Erkenntnis, daß das Leben, so pathetisch und lächerlich es oft scheint, doch lebenswert ist: nicht jenseits, sondern diesseits vom Paradies.

F. Scott Fitzgerald, 1896 in St. Paul (Minnesota) geboren, hatte nach den Studienjahren in Princeton mit 24 Jahren sein Ziel erreicht: Sein erster Roman Diesseits vom Paradies Der große Gatsby

Textauszug

[60] II

Turmspitzen und Wasserspeier

Zuerst nahm Amory nur die Fülle des Sonnenscheins wahr, der sich über die weiten grünen Rasenflächen breitete, auf den bleigefassten Fensterscheiben tanzte und Turmhelme, Spitzen und Zinnen umspielte. Allmählich wurde ihm klar, dass er wirklich den University Place hinaufging; befangen wegen seines Koffers, nahm er im Gehen eine neue Haltung an und blickte starr geradeaus, wenn er jemandem begegnete. Mehrmals hätte er schwören können, dass sich jemand prüfend nach ihm umsah. Er fragte sich unsicher, ob wohl an seiner Kleidung etwas auszusetzen war, und wünschte, er hätte sich morgens im Zug rasiert. Er fühlte sich unnötig steif und unbehaglich zwischen all diesen barhäuptigen jungen Leuten in weißem Flanell, die höhere Semester sein mussten, nach der Selbstverständlichkeit zu urteilen, mit der sie auf und ab schlenderten.

University Place Nr. 12 war ein großes schäbiges Gebäude, zurzeit offensichtlich unbewohnt, obwohl es, soviel er wusste, gewöhnlich ein Dutzend Erstsemester beherbergte. Nach kurzem Geplänkel mit seiner Wirtin begab er sich wieder auf Erkundungstour, war jedoch kaum einen Block weit gekommen, als er mit Erschrecken feststellen musste, dass er offenbar der einzige Mensch in der Stadt war, der einen Hut trug. Er kehrte schnellstens nach [61] University Nr. 12 zurück, ließ seine steife Melone dort und schlenderte nun barhäuptig die Nassau Street hinunter, blieb stehen, um sich Sportlerfotografien anzusehen, die in einem Schaufenster ausgestellt waren, darunter eine Vergrößerung von Allenby, dem Footballkapitän; als Nächstes erregte das Schild "Jigger-Shop" über einer Süßwarenauslage seine Aufmerksamkeit. Es klang vertraut, also schlenderte er hinein und nahm auf einem Barhocker Platz.

"Schoko-Sundae", bestellte er bei einer Farbigen.

"Doppelter Schoko-Jigger? Sonst noch was?"

"Ja - gern."

"Speckbrötchen?"

"Ja - gern."

Er vertilgte vier Stück und fand sie sehr schmackhaft, dann konsumierte er einen weiteren doppelten Schoko-Jigger, bis sich ein wohliges Gefühl in ihm breitmachte. Er inspizierte flüchtig die Kissenbezüge, die bunten Lederwimpel und eine Reihe von Gibson-Girls, welche die Wände zierten, und schlenderte dann mit den Händen in den Hosentaschen weiter die Nassau Street hinunter. Allmählich lernte er zwischen höheren und Anfangssemestern zu unterscheiden, obwohl die Freshman-Kappe bis zum folgenden Montag nicht in Erscheinung trat. Diejenigen, die zu offensichtlich, zu nervös bemüht waren, sich ganz wie zu Hause zu fühlen, waren Freshmen; jeder Zug brachte eine neue Ladung, die unverzüglich mit der hutlosen, weißbeschuhten, bücherbeladenen Menge verschmolz, die scheinbar nichts anderes zu tun hatte, als endlos die Straßen auf und ab zu flanieren und große Rauchwolken aus brandneuen Pfeifen auszustoßen. Gegen Nachmittag bemerkte Amory, [62] dass die zuletzt Angekommenen ihn für ein höheres Semester hielten, und er bemühte sich nach Kräften, zugleich freundlich blasiert und beiläufig kritisch dreinzuschauen, denn dies war der vorherrschende Gesichtsausdruck, soweit er das bis jetzt hatte feststellen können.

Um fünf Uhr nachmittags verspürte er das Bedürfnis, seine eigene Stimme zu hören, und kehrte zu seinem Haus zurück, um zu sehen, ob mittlerweile sonst noch jemand eingetroffen war. Nachdem er die wacklige Treppe erklommen hatte, betrachtete er resigniert sein Zimmer und entschied, dass jeder Versuch einer geistreicheren Ausschmückung als der mit Schulfahne und Princeton-Tiger-Bildern ein hoffnungsloses Unterfangen war. Es klopfte an der Tür.

"Herein!"

Ein schmales Gesicht mit grauen Augen und einem heiteren Lächeln erschien in der Tür.

"Hast du zufällig 'n Hammer?"

"Nein - tut mir leid. Vielleicht hat Mrs. Twelve, oder wie sie h

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