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Cover Hunkeler und der Fall Livius

Hunkeler und der Fall Livius

Hunkelers sechster Fall

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
240 Seiten
ISBN 978-3-257-60295-1

Kurztext / Annotation

Das neue Jahr beginnt für Kommissär Peter Hunkeler mit einem schauerlichen Fall: In einem Schrebergarten am Stadtrand von Basel wird eine übel zugerichtete männliche Leiche gefunden. Auf der Suche nach dem Mörder muss sich der launische Kommissär nicht nur mit streitsüchtigen Hobbygärtnern, sondern auch mit den Widrigkeiten der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit auseinandersetzen. Der Fall wird immer rätselhafter, als Hunkeler auf Verdrängtes aus dem Zweiten Weltkrieg stößt: Was genau geschah im Februar 1943 im elsässischen Ballersdorf, und was hat es mit diesem Fall zu tun?

Hansjörg Schneider, geboren 1938 in Aarau, arbeitete nach dem Studium der Germanistik und einer Dissertation unter anderem als Lehrer, als Journalist und am Theater. Mit seinen Theaterstücken war er einer der meistaufgeführten deutschsprachigen Dramatiker, seine Hunkeler

Textauszug

[79] Anwesend war die ganze Basler Crew samt Madörin. Von französischer Seite waren da Madame Godet, Monsieur Bardet und Monsieur Morath. Die Stimmung war von Anfang an gereizt. Staatsanwalt Suter versuchte zwar, sich entspannt zu geben. Er hatte sich sportlich leger gekleidet. Hellgrauer Flanellanzug, hellrosa Hemd, dunkelblaue Krawatte. Er brauchte wohl etwas Zeit, sich von den Schneehängen Graubündens zu verabschieden in den tristen Basler Alltag hinein.

Er begrüßte kurz und ohne Erwähnung der Nationalität die Anwesenden und übergab das Wort an Madame Godet. Sie erklärte sich befriedigt von der Art, wie die Zusammenarbeit angelaufen sei. Sie selber seien noch nicht so weit, genaue Ergebnisse vorlegen zu können. Die Untersuchungen seien am Laufen, die ersten Befunde der Autopsie seien auf morgen Dienstag zu erwarten.

Auch Bardet fasste sich kurz. Er schien sich nicht allzu wohl zu fühlen in der Runde, er sprach ohne seine gewohnte Schärfe. Vielleicht lagen ihm Vouvray und Austern noch schwer im Magen.

Er wolle sich nicht in Spekulationen ergehen, sagte er. Nur so viel:

Erstens sei Anton Flückiger 58 Kilo schwer gewesen. Ein Leichtgewicht also, es sei durchaus denkbar, dass ein einzelner kräftiger Mann genügt haben könnte, die Leiche aufzuhängen.

Zweitens sei Flückiger aus sehr kurzer Distanz erschossen worden, ohne Gegenwehr. Die Kugel sei in der Holzwand einer benachbarten Hütte gefunden worden. Es sei eine Kugel neuerer Produktion, die aus einer Pistole älterer [80] Produktion abgefeuert worden sei. Denkbar sei eine Pistole aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Drittens sei es noch nicht gelungen, Flückigers militärische Laufbahn zu eruieren. Grund dafür sei der heutige Feiertag, an dem die entsprechenden Archive geschlossen seien.

Viertens sei die Parzelle B35 äußerst karg bepflanzt. Eine Rose, eine Eibe, ein Seerosenteich. Der Teich sei mit armiertem Beton gebaut. Sie seien daran, den Beton aufzubrechen und tiefer zu graben, in der Hoffnung, auf einen relevanten Fund zu stoßen. Sie würden das ganze Areal umgraben, was schwierig sei, weil der Boden gefroren sei.

Fünftens stamme der Fleischerhaken von Füglistallers Hütte. Dort würden weitere solcher Haken hängen.

Sechstens würden sie noch heute Abend einen neuen Kommandoposten einrichten, und zwar im französischen Zollhaus.

Siebtens bitte er darum, jemanden nach Rüegsbach zu schicken, um sich nach Flückigers Einbürgerung zu erkundigen. Er denke an Kommissär Hunkeler.

Hier schniefte Staatsanwalt Suter vernehmlich durch die Nase, als wäre ihm eine Mücke hineingeflogen. Offenbar fühlte er sich in seiner Souveränität beeinträchtigt. Aber er sagte nichts.

Achtens, fuhr Bardet weiter, hätten sie die Telefonnummer in Thailand angerufen, hätten aber keine klare Auskunft erhalten. Sie hätten sich beim thailändischen Telefonamt erkundigt. Die Auskunft sei verwirrend gewesen. Es handle sich beim Eigner der Nummer um so etwas wie eine Mischung aus Drogerie und Puff. Sie hätten es mehrmals [81] versucht. Es scheine dort niemand einen Anton Flückiger zu kennen.

Neuntens sei auffallend, dass gestern Mittag Moritz Hänggi, der Pächter von B26, nach Fuerteventura abgeflogen sei. Hänggi habe erwiesenermaßen die Silvesternacht auf B26 verbracht, was ungewöhnlich anmute, so kurz vor dem Abflug. Sie hätten mehrmals versucht, ihn auf dem Handy anzurufen. Sie hätten stets vom Beantworter gehört, dass der Abonnent nicht gestört werden wolle.

"Warum Moritz Hänggi?", fragte Suter.

"Weil uns der Mann interessiert."

"Und warum?"

"Wir werden das bekanntgeben, wenn wir es für richtig halten."

Suter griff sich an den rosa Kragen, sagte aber wieder nichts.

"Wir leiten die Ermittlungen", sagte Bardet. "Wir sind nicht verpflichtet, Sie in allen Details zu informieren. Ist es nicht so, Monsieur Mor

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