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Cover Hunkeler und die goldene Hand

Hunkeler und die goldene Hand

Hunkelers siebter Fall

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
240 Seiten
ISBN 978-3-257-60296-8

Kurztext / Annotation

Peter Hunkeler liegt im Außenbecken des Solebads in Rheinfelden und kuriert sein Rückenleiden, als die Leiche eines Kunsthändlers aus Basel vorübertreibt. Der Kommissär beginnt zu ermitteln und taucht ein in die Welt des illegalen Kunsthandels, in der Erfolg und Verbrechen kein Widerspruch sind. Die Spur führt ihn schließlich zur sagenumwobenen goldenen Hand Hunkeler

Textauszug

[5] Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, ehemaliger Familienvater, jetzt geschieden, lag im Solebad des Hotels Marina in Rheinfelden/Schweiz und hatte eine Depression. Er lag im Außenbecken an der Massagedüse vier, die ihm warmes Salzwasser gegen die Lendenwirbel spritzte, heraufgepumpt aus tausend Metern Tiefe, wo früher der Meeresboden gelegen hatte.

Hunkeler versuchte, ans Meer zu denken. An sich brechende Wogen, an ihr Ausrollen auf Kies oder Sand, an den Geruch von Tang. Es gelang ihm nicht, es roch nicht nach Meer hier, sondern nach Solebad.

Rechts von ihm, und das ärgerte ihn besonders, suhlten sich zwei alte Frauen, direkt vor Düse fünf. Schon gut zehn Minuten lagen sie dort, ohne Anstalten zu treffen, sich weiter zu Düse sechs bewegen zu wollen, wie man eigentlich hätte erwarten dürfen. Niemand hatte das Recht, eine Düse für längere Zeit zu blockieren. Es gab noch andere Kunden hier, die es vielleicht gerade auf diese Düse fünf abgesehen hatten. Aber darum scherten sich die beiden nicht. Die eine trug eine Badekappe mit roten Blumen, die andere eine mit blauen Schuppen. Lächerlich war das. Und natürlich redeten sie einen Dialekt aus dem Badischen. Hotzenwald vielleicht oder Dinkelberg, dachte Hunkeler mit verstecktem Ingrimm. Die schauten genau so aus, als wären sie von den einsamen Höhen jenseits des Rheins extra heruntergekommen, um Düse fünf zu blockieren. Als ob es drüben keine Heilquellen gegeben hätte.

[6] Draußen in der Mitte des Bassins crawlte ein junger Mann, von links nach rechts, dann wieder von rechts nach links. Er hatte ein beachtliches Tempo drauf, das musste man anerkennen. Am linken Oberschenkel trug er ein Tauchermesser. Auf seinen Oberarmen waren Tätowierungen zu sehen, irgendetwas Vogelartiges. Gut, der musste sich austoben. Aber musste das unbedingt hier sein, in diesem Reservat für ältere Menschen, die der Ruhe bedurften?

Hunkeler beschloss zu handeln. Er stellte die Fußsohlen hinten gegen die Bassinwand, holte Luft und stieß sich ab. Tauchend gedachte er, die beiden Hotzenwälderinnen zu umschwimmen. Da fuhr ihm der Schmerz in den Rücken, wie immer genau über den Lendenwirbeln. Fast hätte er geschrien, aber das ging nicht gut unter Wasser. Er tauchte auf und atmete durch.

"Geht's Ihnen nicht gut?", fragte die mit den roten Blumen auf dem Kopf. "Können wir helfen?"

"Danke Madame", sagte Hunkeler hart und knapp, "es geht immer noch."

Langsam ruderte er sich Richtung Düse sechs, steif wie ein Brett, sorgsam darauf achtend, dass er den Rücken nicht bewegte. Nur keine Schwäche zeigen, vor den beiden alten Frauen schon gar nicht. Er erreichte Düse sechs, hielt sich an der Querstange fest und versuchte, ruhig zu atmen.

Es war der 13. August, ein für die Jahreszeit kühler Montagmorgen, kurz nach neun. Das warme Wasser des Solebads dampfte. Nebel trieb vorbei, ein Vorbote des nahen [7] Herbstes. Ein verregneter Sommer war es gewesen. Erst ein brütend heißer Juni, dass man es in Basel kaum mehr aushielt. Dann Kälte und Regen. Eines Morgens auf dem Vita Parcours, als er sich an einer Reckstange hatte hochziehen wollen, der plötzliche Schmerz. Seither war er krankgeschrieben, abkommandiert zur Kur auf Kosten der Krankenkasse, bis auf weiteres. Was das hieß, war Hunkeler sofort klar gewesen. Man wollte ihn abschieben, direkt in die Rente.

Er gehörte also zum alten Eisen. Zu den alten Knackern, die sich in der Umkleidekabine kaum mehr selber umziehen konnten. Zu den unförmigen Leibern, die ängstlich zur Dusche tappten. Zu den Hinkebeinen, die es nur noch mit Mühe ins Schwimmbecken schafften. Und seine Gespielinnen würden fortan alte Hotzenwälderinnen mit Blumen und Schuppen auf dem Kopf sein.

Zum Glück hatte er Hedwig, dachte er. Aber hatte er sie tatsächlich? Sie war nicht an seiner Seite, sie war zur Kur in der Schönheitsfarm Helena in T

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