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Cover Englischer Harem

Englischer Harem

von Anthony McCarten; Übersetzt von: Manfred Allié; Gabriele Kempf-Allié

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
592 Seiten
ISBN 978-3-257-60325-5

Kurztext / Annotation

language="ger">Eine junge Frau zu ihren Eltern, untere Mittelschicht im Londoner Vorort: "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich heirate, die schlechte: Er ist Perser. Und übrigens: Er hat bereits zwei Frauen." So beginnt ein provozierender Roman über Heimat, Kochen und die Faszination des Fremden ... und eine Liebesgeschichte wie keine andere - für diese Zeit.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit Ladies Night The Theory of Everything Darkest Hour

Textauszug

language="ger">[27] Fleisch

Auf die eine oder andere Weise war Fleisch von jeher der bestimmende Faktor im Leben von Saaman Sahar gewesen, dem Besitzer des Persischen Gartens.

Saaman, der redselige Sohn eines gewissen Mostafa Sahar, eines bekannten Schlachters in Teheran, war im Schatten des Hackbeils aufgewachsen. Das dumpfe Geräusch, wenn der Stahl auf den massigen hölzernen Hackklotz traf, war seine früheste und stärkste Erinnerung. In den späten fünfziger Jahren war der Junge auf dem sengend heißen Markt des Meidan-e-tareh-bar seinem Vater nicht von der Seite gewichen.

Da er als Kind immer klein war - selbst jetzt als Erwachsener brachte er es nur auf eins fünfundsechzig -, hatte er von dem eigentlichen Schlachten nie viel sehen können, doch das erbarmungslose Geräusch des Hackbeils hinterließ tiefe Spuren in seiner Seele und besiegelte sein Schicksal.

Um die Mitte der siebziger Jahre - sein Vater hatte es zu Wohlstand gebracht, besaß eine ganze Kette von Läden, und der Marktstand existierte nur noch in nostalgischer Erinnerung - wurde Saaman wie viele seiner Generation unter beträchtlichen Unkosten auf eine westliche Universität geschickt, um sich die heiligen Lehrsätze der [28] Keynesianischen Ökonomie anzueignen. Alle gingen davon aus, dass er nach dem Examen in die Heimat zurückkehren würde, um dort in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, den Familienbetrieb weiter auszubauen und zu modernisieren und so als Speerspitze des Fortschritts Zugang zur gesellschaftlichen Elite des modernen Teheran zu finden.

Aber in England geschahen zwei Dinge.

Als Erstes entwickelte er eine Vorliebe für alles Englische. Geistig erfrischt von der kühlen Luft in Oxford, fand er dieses Land den besten Ort für seine Tatkraft und sein Kapital. England, die Heimat aller höflichen Umgangsformen, der Inbegriff des gesunden Menschenverstands, die fortschrittlichste und charismatischste Kultur, die der Westen vorzuweisen hatte.

Mit der unbeirrbaren Zielstrebigkeit der Jugend ließ er sein ästhetisches Empfinden vom Anblick eines Sonnenuntergangs über den sanften Hügeln der Cotswolds prägen, der Duft des englischen Waldes nach einem Regenschauer setzte die Maßstäbe für seinen Geruchssinn, und ein warmes englisches Bier nach einem langen Spaziergang war für ihn der Gipfel des Wohlgeschmacks. Er idealisierte England über alle Maßen. Mit dem sentimentalen Blick eines John Constable machte er es zur Heimat seiner Seele.

Als er seiner Mutter dieses Märchenland schilderte, schrieb sie zurück: "Wenn du so denkst, kannst du gleich ganz dableiben."

Dabei war sie stolz auf ihren Sohn, prahlte bei jeder Gelegenheit damit, dass die Sahars es sich jetzt leisten konnten, ihren Ältesten an der "bedeutendsten Universität der Welt" studieren zu lassen; ja sie glaubte selbst an die [29] kulturelle Überlegenheit des Westens, aber sie wollte doch nicht ihren Sohn an ein degeneriertes, sittenloses Leben verlieren. Der Westen hatte keinen Sinn für die Seele. In diesen Dingen konnte man nichts von ihm lernen. Was sie verehrte, fürchtete sie zugleich. Mochte ihr Sohn England ruhig vergöttern, aber bald würde er wieder zu Hause sein, und das ohne Bedauern.

Der zweite Vorfall, der sein Leben erschütterte, ereignete sich nach einer Kricketpartie am Christ Church College in Oxford.

Als er nach einem trägen Eintagesmatch, bei dem er und seine Kommilitonen ein gepflegtes Unentschieden erreicht hatten, an seinem Earl-Grey-Tee nippte, geschah das Unvorstellbare.

An dem fraglichen Nachmittag - die Anzeigetafel zeigte fünfundzwanzig Runs hinter dem Namen SAHAR S. - entschied das Los, dass er für alle das Mittagessen spendieren sollte: Fleischpastete. Woher hätte er wissen sollen, was ihm bevorstand, als er hungrig die Füllung aus Rindfleisch und Nieren hinunterschlang, die in der Teighülle vor sich hinmoderte? Und wie hät

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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