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Cover Heartland

Heartland

von Joey Goebel; Übersetzt von: Hans M. Herzog

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
720 Seiten
ISBN 978-3-257-60372-9

Kurztext / Annotation

John Mapother, Sohn der mächtigsten Familie im Provinznest Bashford, will nach diversen privaten Fehltritten in den amerikanischen Kongress. Er hat nur keine Ahnung von der Welt seiner Wähler. Die aber hat sein jüngerer Bruder Blue Gene, das schwarze Schaf der Familie, der auch weiß, dass die einfachen Leute gar nicht so einfach sind, angefangen bei der rebellischen Punkrockerin, in die er sich verliebt. Ein großer amerikanischer Familienroman, hochintelligent, voller Melancholie - und überraschend aktuell.

Joey Goebel ist 1980 in Henderson, Kentucky, geboren, wo er auch heute lebt und Schreiben lehrt. Seine früheren Romane Vincent Freaks Heartland Ich gegen Osborne

Textauszug

[15] 1

Auf dem Parkplatz des Flohmarkts stand zwischen all den Pick-ups, Thunderbirds, Camaros und El Caminos ein nagelneuer Lexus LS . Eine elegante Dame, die wie Danielle Steele, die Autorin von Liebesromanen, aussah, entstieg dem grauen Geländewagen, schloss die Tür und drückte auf eine Taste, worauf das Auto brav piepste. Sie sah sich um und vergewisserte sich, dass niemand sie überfallen wollte, schließlich war der Story Boulevard, wo zahlreiche Drogendealer und Prostituierte ihren Geschäften nachgingen, nur einen Steinwurf entfernt.

Ihre hohen Absätze klapperten zielstrebig auf das Gebäude zu. Als sie näher kam, roch sie in der schwülen Juniluft den Duft von Gegrilltem, den sie köstlich fand, bis sie sah, wer sich über den Grill beugte und das Fleisch mit einer Gabel wendete.

Es war ein untersetztes, androgynes Wesen mit dem Tattoo eines Zwergspitzes auf einem schlabberigen Arm, der zum Rhythmus eines Songs wackelte, in dem es immer wieder hieß, jemand wolle es irgendwem "besorgen". Während die gutgekleidete Dame durch ihre Cartier-Sonnenbrille hindurch das verschwitzte Gesicht und die unanständig knappen, in die Pofalte hochgerutschten Shorts des korpulenten Kochs betrachtete, stellte sie sich vor, der Grillmief sei dessen [16] natürlicher Körpergeruch. Einen Sekundenbruchteil lang kam es ihr so vor, als würde Satans grellrotes Gesicht sie über den Grill hinweg angrinsen.

Elizabeth - so hieß die 61-jährige Frau - schritt durch die Automatiktür und musterte den riesigen Raum der Länge nach, seine fünfzehn Reihen mit Verkaufsständen, jeder ein langer, rechteckiger Tisch, bedeckt mit, wie es aussah, Müll. Einige Stände waren aufwendig gestaltet, beispielsweise mit hohen Trennwänden voller T -Shirts, die mit Sprüchen wie WANTED: REDNECKS MIT BECK'S UND PICK-UP-TRUCKS bedruckt waren. Andere Stände hatten nur Tische, an denen Flohmarktverkäufer versuchten, Konföderiertenfahnen, Camel-Zigaretten-Produkte und Sport-Fanartikel an den Mann zu bringen.

In der Hoffnung, eine Art Infostand zu finden, sah Elizabeth sich um. Dabei entdeckte sie eine verstörend große Menge Flip-Flops, jeder einzelne grellbunt und mit Rüschen und Tüll besetzt. Auf einem Pappschild stand: PHANTASIE-FLIP-FLOPS - AB 8 $. Verblüfft bemerkte sie, dass ein kleiner Junge das feminine Schuhwerk anprobierte.

Lange Reihen Leuchtstoffröhren erhellten die gesamte Szenerie. Die Wände waren in einem faden Beigeton gehalten, stark beschmutzt und schmucklos. Von der hohen Decke hingen Ketten, an manchen waren Schilder befestigt, die meisten baumelten einfach nur herab. Der gewaltige Raum war zwar kalt und nichtssagend, kam ihr aber irgendwie bekannt vor.

Nach einem weiteren prüfenden Blick in den Raum fand sich Elizabeth damit ab, das Gebäude zu Fuß abklappern zu müssen. Sie hielt sich ganz rechts, ging vorbei an einem [17] Mann mit schadhaften Zähnen, der alle Frauen schamlos von Kopf bis Fuß musterte und ihnen seine Erdnüsse anbot, vorbei an einem Nigerianer, der Holzarbeiten verkaufte und gerade zu jemandem "Ich gebe Ihnen mal meine Karte" sagte. Sie war peinlich darauf bedacht, vollkommen desinteressiert zu wirken, aus Sorge, von den Verkäufern an ihre Stände gelockt zu werden. Den Blick hielt sie auf den schmutzigen, ehemals weißen Fußboden mit seinen quadratischen Fliesen gesenkt, und wenn sie doch einmal aufblickte, sah sie schlaffe Orangenhaut und Pferdeschwanzfrisuren mit zur Seite gekämmten Fransen.

Bald war sie mittendrin im Flohmarktland, hatte Körperkontakt mit gemischtrassigen Paaren und vierzigjährigen Großmüttern, mit langhaarigen Männern und Leuten, auf deren T -Shirts und Basecaps die Namen von College-Sportteams standen - obwohl Elizabeth sehr wohl wusste, dass die wenigsten von ihnen jemals studiert hatten. Außerdem sah sie einige überdrehte Mexi

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Joey Goebel, geb. 1980 in Henderson, Kentucky, schrieb mit fünf Jahren seine erste Story, erträumte sich jedoch bald ein Leben als Punkrocker. Als Leadsänger mit seiner Band 'The Mullets' tourte er dann tatsächlich fünf Jahre lang durch den Mittleren Westen bis nach Los Angeles. Joey Goebel hat einen B.A. in Anglistik vom Brescia College in Owensboro, Kentucky.

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