Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
Cover Hand aufs Herz

Hand aufs Herz

von Anthony McCarten; Übersetzt von: Manfred Allié

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
336 Seiten
ISBN 978-3-257-60379-8

Kurztext / Annotation

Brauchen Sie ein neues Auto? Oder vielleicht gar ein neues Leben? Hier ist Ihre Chance: ein Ausdauerwettbewerb, bei dem ein glänzendes neues Auto zu gewinnen ist. Doch für zwei der vierzig Wettbewerbsteilnehmer in Anthony McCartens Roman geht es nicht ums Gewinnen, sondern ums nackte Überleben. Was anfängt wie ein Kampf jeder gegen jeden, wird zu der Geschichte eines ungewöhnlichen Miteinanders.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit Ladies Night The Theory of Everything Darkest Hour

Textauszug

[7] Die Kandidaten

Am Morgen vor dem Wettbewerb sah Tom Shrift von seinem Fenster im ersten Stock aus zu, wie sein Nachbar seinen kleinen Rasen mähte. Hin und her zog er seine Bahnen, bis er sechs exakt parallele Streifen hatte, hellgrün, dunkelgrün, hellgrün, dunkelgrün; und ebenso wechselten in Toms Bauch die Gefühle - Neid, Wut, Neid, Wut.

Und schritten sie in alter Zeit

Auf Englands grünen Hügeln...

Wo waren Toms grüne Hügel? Wo konnten seine Füße frei dahinschreiten? Er lebte praktisch eingesperrt in dieser Wohnung im ersten Stock, auch das winzigste Stück Raum im Freien blieb ihm versagt (er hatte einen kleinen Balkon anbauen wollen, wie der, auf dem Julia ihrem Romeo lauscht, doch der Nachbar hatte erfolgreich beim Bauamt protestiert). Wehmütig betrachtete Tom diesen Rasen, der nicht seiner war, dann öffnete er einen kleinen Spaltbreit sein Fenster, und der Duft von frisch gemähtem Gras wehte herein.

Tom spürte diesen Mangel sehr. Es fehlte einfach etwas. Der eine mäht sein Gras, der andere sieht sehnsüchtig zu - wobei die Sehnsucht sehr viel leidenschaftlicher ausfällt als die stillvergnügte Freude am Besitz. Es wurmt einen, wenn [8] man etwas nicht hat, gerade wenn man jemand ist, dem dieses Etwas zusteht - jawohl, zusteht.

Tom wandte sich ab. Drei Uhren mahnten ihn, dass er sich beeilen musste, dass er jetzt schon spät dran war.

Er durfte sich von dem Kleinkrieg, der zwischen ihm und seinem Nachbarn tobte, heute nicht aufhalten lassen. Er hatte ein Vorstellungsgespräch in der Stadt. Eilig, aber sorgfältig zog er sich an. Er wählte eine auffällige Seidenkrawatte zum weißen Hemd. Er war ein Mann, der in den Kampf zog, und das schlug sich in seinem Fahrstil nieder; er fuhr mit genau jenem Grad von Aggressivität, den man brauchte, um im mörderischen Londoner Verkehr durchzukommen.

Eilig parkte er den Wagen. Fand das Hochhaus, das er suchte, und fuhr hinauf, hinauf, hinauf in einem gläsernen Aufzug, der außen an dem Gebäude entlangglitt. Gleich darauf saß er, prefekt gestylt, vor einem Angestellten der Personalabteilung einer großen Firma - Toms Todfeind, eine Art ferngesteuertes Hindernis zwischen ihm und dem Leben, das er verdiente.

Eine Transkription des Vorstellungsgespräches sähe so aus:

ANGESTELLTER DER PERSONALABTEILUNG : Sie waren bisher hauptsächlich selbständig tätig.

TOM: Mhm.

ANGESTELLTER: Das ist Ihnen lieber so? Gut. Wieso sind Sie dann hier?

TOM: Eine Pechsträhne.

ANGESTELLTER: Sie haben... Geburtstagskarten verkauft, sehe ich hier... Das ist ja süß.

TOM: Ich war Eigentümer und Geschäftsführer einer äußerst erfolgreichen Glückwunschkartenfirma mit [9] Geschäftsbeziehungen in vier Ländern. Unsere Spezialität waren hochwertige Reproduktionen von Kunstwerken. Dazu muss man eine Menge über Kunst wissen, und das tue ich.

ANGESTELLTER: Die Firma ist eingegangen?

TOM: Ich habe viel Geld in Lizenzen der Eremitage von Sankt Petersburg investiert. Man hat mich reingelegt.

ANGESTELLTER: Andere Gründe für den Bankrott? Persönliches Verschulden Ihrerseits?

TOM: Man hat mich belogen. Mir etwas vorgemacht.

ANGESTELLTER: Und sonst wäre die Firma noch im Geschäft? Gut. Okay.

TOM: Hören Sie, was soll das. Ich habe eine Menge Geld verloren. Vielleicht war ich...

ANGESTELLTER: Sie...?

TOM: Vielleicht war ich ein bisschen zu ehrgeizig. Das ist alles.

ANGESTELLTER: Sie wollen die Welt im Sturm erobern.

TOM: Ich will, dass die Welt weiß, dass ich gelebt habe, ja.

ANGESTELLTER: Ist das ein Zitat?

TOM: Sc

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Drucken

Kundenbewertungen

9,99 €
(inkl. MwSt.)
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!
Maximaler Downloadzeitraum: 24 Monate