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Cover Weihnachtslied

Weihnachtslied

Eine Gespenstergeschichte

von Charles Dickens; Übersetzt von: Melanie Walz; Illustriert von: Tatjana Hauptmann

Erschienen 2013 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
192 Seiten
ISBN 978-3-257-60393-4

Kurztext / Annotation

Gehört zu jedem Weihnachtsfest: die weltberühmte, bei Groß und Klein beliebte Geschichte von der wundersamen Wandlung des Geizhalses Ebenezer Scrooge. Der Klassiker in neuer Übersetzung von Melanie Walz.

Charles Dickens wurde 1812 in Landport geboren. Er arbeitete für mehrere Zeitungen, in denen er ab 1833 auch Skizzen veröffentlichte. Diese brachten ihm den Auftrag für seinen ersten Fortsetzungs roman (Die Pickwickier Oliver Twist David Copperfield

Textauszug

[46] ZWEITE STROPHE

Der erste der drei Geister

Als Scrooge erwachte, war es so dunkel, dass er beim Blick aus dem Bett das durchsichtige Fenster kaum von den undurchsichtigen Wänden seines Zimmers unterscheiden konnte. Er bemühte sich, die Dunkelheit mit seinen Luchsaugen zu durchdringen, als die Glocken einer benachbarten Kirche die vierte Viertelstunde schlugen. Nun wartete er auf den Schlag der Stunde.

Zu seinem großen Erstaunen schlug die schwere Glocke sechsmal, siebenmal, achtmal und so immer weiter bis zu zwölfmal, bevor sie innehielt. Zwölf Uhr! Es war nach zwei Uhr gewesen, als er zu Bett gegangen war. Die Glocke schlug die falsche Stunde. Ein Eiszapfen war offenbar in das Uhrwerk geraten. Zwölf Uhr!

Er berührte die Feder seiner Repetieruhr, um die über alle Maßen absurde Kirchturmuhr eines Besseren zu belehren. Der schnelle kleine Puls seiner Taschenuhr schlug zwölf Uhr und hielt inne.

"Es kann doch nicht sein", sagte Scrooge, "dass ich einen ganzen Tag und bis tief in die nächste Nacht [47] hinein geschlafen habe. Es kann doch nicht sein, dass der Sonne etwas zugestoßen ist und dass es zwölf Uhr mittags ist!"

Bei diesem erschreckenden Gedanken kroch er aus dem Bett und tastete sich zum Fenster. Er musste die Eisblumen mit dem Ärmel seines Schlafrocks wegreiben, um etwas zu sehen, und was er sah, war nicht viel. Zu erkennen war lediglich, dass es noch immer sehr neblig und ausnehmend kalt war und dass keine Geräusche von Leuten zu vernehmen waren, die hin und her liefen und Lärm machten, wie es unzweifelhaft der Fall gewesen wäre, wenn die Nacht den helllichten Tag verdrängt und von der Welt Besitz ergriffen hätte. Das war eine gewaltige Erleichterung, denn ein Wechsel, "zahlbar drei Tage nach Einreichen in erster Ausfertigung an Mr. Ebenezer Scrooge oder dessen Order" und so weiter, wäre so wertlos geworden wie ein lumpiges Wertpapier der Vereinigten Staaten, wenn es keine Tage mehr gegeben hätte, die man zählen konnte.

Scrooge ging wieder ins Bett und dachte und dachte und dachte darüber nach und nach und nach und konnte sich partout keinen Reim darauf machen. Je länger er nachdachte, desto ratloser wurde er; und je mehr er sich bemühte, nicht nachzudenken, desto mehr dachte er nach. Marleys Geist machte [48] ihm ausnehmendes Kopfzerbrechen. Jedes Mal, wenn er nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gelangte, es sei alles ein Traum gewesen, sprang sein Geist zurück wie eine starke Feder in ihre Ausgangsposition und präsentierte ihm abermals die nämliche Frage, die erwogen sein wollte: "War es ein Traum oder nicht?"

In diesem Zustand lag Scrooge, bis die Glocken drei weitere Viertelstunden geschlagen hatten und ihm unversehens einfiel, dass der Geist ihm einen Besuch für ein Uhr angekündigt hatte. Er beschloss, wach zu bleiben, bis die Stunde schlug; und in Anbetracht dessen, dass er im Augenblick genauso wenig einschlafen wie in den Himmel kommen würde, war das vielleicht die klügste Entscheidung, die er treffen konnte.

Die Viertelstunde zog sich so lange hin, dass er öfter als einmal überzeugt war, er sei weggedämmert, ohne es zu merken, und habe die Glocke nicht gehört.

"Ding, dong!"

"Viertel nach", sagte Scrooge, der mitzählte.

"Ding, dong!"

"Halb!", sagte Scrooge.

"Ding, dong!"

"Viertel vor", sagte Scrooge.

"Ding, dong!"

[49] "Die ganze Stunde", sagte Scrooge triumphierend, "und weiter nichts!"

Das sagte er, bevor die Glocke die Stunde schlug, was sie nun mit einem tiefen, dumpfen, hohltönenden, melancholischen Schlag tat - EINS. Im selben Augenblick blitzte Licht im Zimmer auf, und Scrooges Bettvorhänge wurden geöffnet.

Seine Bettvorhänge wurden, das kann ich versichern, von einer Hand geöffnet. Nicht der Vorhang zu seinen Füßen und nicht der

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Tatjana Hauptmann, geboren 1950 in Wiesbaden, Besuch der Werkkunstschule Offenbach, nach dreijähriger Grafiklehre an der Werkkunstschule Wiesbaden 1970 zum ZDF, wo sie unter anderem Mainzelmännchen zeichnete. Ab 1977 Veröffentlichungen.

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