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Cover Reiner Wein

Reiner Wein

Der sechste Fall für Bruno, Chef de police

von Martin Walker; Übersetzt von: Michael Windgassen

Erschienen 2014 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
416 Seiten
ISBN 978-3-257-60420-7

Kurztext / Annotation

Der 6. Band von Martin Walkers erfolgreicher Krimireihe - auf Deutsch über 1 Mio. verkaufte Exemplare. Bruno, Chef de police The Guardian Bruno

Textauszug

[24] 2

Seufzend machte sich Bruno auf den Weg. Es war in diesem Monat bereits der dritte Einbruch in eines der entlegenen Ferienhäuser, die Ausländern gehörten und nur im Sommer bewohnt waren. In den ersten beiden Fällen hatte es eine holländische und eine englische Familie getroffen, die zu Anfang der Osterferien angereist waren und zu ihrem Schreck hatten feststellen müssen, dass ihre Häuser offenbar von Profis geplündert worden waren. Die Einbrecher hatten alle wertvolleren Einrichtungsgegenstände mitgehen lassen: Teppiche, Gemälde, Silberbesteck und antikes Mobiliar. Fernsehgeräte und Stereoanlagen hingegen, sonst die erste Wahl gewöhnlicher Diebe, waren nicht angerührt worden. Folglich hatten weder Fingerabdrücke noch andere übliche Einbruchsspuren sichergestellt werden können. Auf den ersten Blick war von einem Einbruch überhaupt nichts zu sehen gewesen. Beide Häuser hatten zwar eine Alarmsicherung, doch die war nur per Telefon mit einem zentralen Wach- und Schließdienst verbunden, weil die Häuser so abgelegen waren, dass ein akustisches Warnsignal nichts genützt hätte. Die Telefonleitungen aber waren gekappt worden.

Als Bruno den Tatort erreichte, hatten Gendarmen das Haus bereits flüchtig durchsucht. Sie zuckten nur mit den [25] Achseln und überließen es ihm, einen Bericht für die Versicherung aufzusetzen. Obwohl er sich an ihrer Gleichgültigkeit ein wenig störte, hatte Bruno durchaus Verständnis für sie. Einbrüche dieser Art konnten fast nie aufgeklärt werden, weshalb die Gendarmerie es vorzog abzuwarten, bis das Diebesgut zufällig bei einem der hiesigen Hehler wieder auftauchte, dem man dann ein mildes Urteil zusicherte, wenn er gegen die Einbrecher aussagte. So bestand immerhin die Chance, auf einen Schlag Dutzende, vielleicht sogar Hunderte von Einbrüchen aufzuklären und in den jährlichen Berichten eine Erfolgsstatistik vorzulegen, die Paris erfreute und womöglich mit Bonuszahlungen und Beförderungen belohnen würde. Diese Vorgehensweise bedeutete jedoch auch, dass die Geschädigten für gewöhnlich nur einen Bruchteil der gestohlenen Ware zurückbekamen. Bruno hatte deshalb den Versicherungsmaklern vor Ort vorgeschlagen, darauf hinzuwirken, dass ihre Kunden Fotos von den wertvolleren Einrichtungsgegenständen machten. Damit wäre es leichter, sie wieder aufzuspüren. Aber sein Vorschlag war bisher nur selten beherzigt worden.

Bruno kannte das Haus, eine gentilhommière - so der von Immobilienmaklern verwendete Name für einen Landsitz, der kleiner war als ein Herrenhaus, aber größer als ein gewöhnliches Gehöft. Die gentilhommière stammte aus dem 18. Jahrhundert und hatte ein prunkvolles Portal mit einem von Säulen gestützten Portikus, links und rechts davon Verandatüren und im Stockwerk darüber fünf Mansardenfenster. Vor der Fassade reihten sich steinerne Blumenurnen, die aber zu dieser Jahreszeit noch unbegrünt waren. Den Dachsims schmückten Ananasfrüchte aus Stein - wie bei [26] allen Häusern, die Carlos, einer der besten hiesigen Architekten, gebaut hatte. Das Haus war makellos instand gesetzt, das Dach mit alten Ziegeln neu gedeckt und der nachträglich aufgetragene Putz von den Wänden abgeschlagen worden, um die honigfarbenen Mauersteine darunter wieder zur Geltung zu bringen. Die Zufahrt war von Obstbäumen gesäumt, der Gemüsegarten von einer Hecke aus Rosensträuchern umgeben. Hinter dem Haus, so erinnerte sich Bruno, gab es einen Swimmingpool und eine weitläufige, mit Feldsteinen belegte Terrasse, die einen grandiosen Ausblick auf die Felsriffe über dem Tal der Vézère bot.

Bruno war zweimal zu einer Gartenparty und einmal zu einem dîner eingeladen gewesen. Er hatte Jack Crimson, den britischen Eigentümer, auf dem Tennisplatz kennengelernt, wo der Staatssekretär im Ruhestand manchmal gemächliche gemischte Doppel spielte. Crimson nahm auch an den wichtigsten Turn

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