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Cover Verfall und Untergang

Verfall und Untergang

von Evelyn Waugh; Übersetzt von: Andrea Ott

Erschienen 2014 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
304 Seiten
ISBN 978-3-257-60421-4

Kurztext / Annotation

Die Geschichte des Studenten Paul Pennyfeather, der einmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Er fliegt völlig unverschuldet von der Uni, versucht sein Glück als Lehrer in einem dubiosen Internat, verliebt sich in die umwerfend charmante Mutter eines seiner Schüler - und wird in die Machenschaften der besseren Gesellschaft verwickelt. Evelyn Waughs Debüt ist eine rasante Satire auf den Bildungsroman und die englische High Society.

Evelyn Waugh, geboren 1903 in Hampstead, war Maler, Lehrer, Reporter und Kunsttischler, bis er in der Schriftstellerei sein Metier fand und zu einem der wichtigsten englischen Autoren des 20. Jahrhunderts wurde. Im Krieg diente Waugh als Offizier. Waugh, der seit seiner Studienzeit eine Neigung zu dandyhafter Extravaganz pflegte, liebte es, das Publikum durch kontroverse Äußerungen zu provozieren. Er starb 1966 in Taunton, Somerset.

Textauszug

[13] Präludium

Alma Mater

Mr. Sniggs, der Prodekan, und Mr. Postlethwaite, der Schatzmeister, saßen allein in Mr. Sniggs' Zimmer, das auf den Gartenhof des Scone College ging. Aus der Wohnung von Sir Alastair Digby-Vaine-Trumpington, zwei Aufgänge weiter, drang wildes Grölen und das Geräusch von splitterndem Glas. Von den Vorstehern des Scone College waren an diesem Abend nur sie beide im Haus, denn heute fand das jährliche Dinner des Bollinger Club statt. Alle anderen waren über Boar's Hill und den Norden von Oxford verstreut, auf fröhlichen, streitlustigen Partys, in Kollegiumsräumen anderer Colleges oder auf Sitzungen akademischer Gesellschaften, denn das alljährliche Bollinger-Dinner ist für die Autoritätspersonen eine schwierige Zeit.

Die Bezeichnung "alljährlich" ist ungenau, denn oft muss das Clubleben nach einer solchen Zusammenkunft für Jahre ausgesetzt werden. Der Bollinger ist ein traditionsreicher Club, er zählt regierende Könige zu seinen ehemaligen Mitgliedern. Beim letzten Dinner vor drei Jahren wurde ein Fuchs, den man in einem Käfig mitgebracht hatte, mit Champagnerflaschen gesteinigt. Das war vielleicht ein Abend gewesen! Das heutige Treffen war das erste seither, und zu diesem Anlass hatten sich Ehemalige aus ganz Europa eingefunden. In den letzten zwei Tagen waren sie nach Oxford [14] geströmt: epileptische Hoheiten aus den Villen ihres Exils, ungehobelte Adlige von ihren zerfallenden Landsitzen, aalglatte junge Männer mit zweifelhaften Neigungen aus Botschaften und Konsulaten, des Lesens und Schreibens kaum mächtige Gutsherren aus feuchten Granitgemäuern in den schottischen Highlands und ehrgeizige junge Anwälte und Kandidaten der Konservativen, die sich von der Londoner Saison und den plumpen Avancen der Debütantinnen losgerissen hatten; alles, was Rang und Namen hatte, war zum großen Fest gekommen.

"Die Bußgelder!", sagte Mr. Sniggs und rieb mit seiner Pfeife sanft an seiner Nase. "Allmächtiger! Was das für Bußgelder gibt nach diesem Abend!"

In den Kellern des Professorenkollegiums lagert ein ganz besonderer Portwein, der nur heraufgeholt wird, wenn die College-Bußgelder die Summe von fünfzig Pfund überschreiten.

"Diesmal reicht es mindestens für eine Woche", sagte Mr. Postlethwaite, "eine Woche Founder's Port!"

Mittlerweile drangen aus Sir Alastairs Wohnung noch schrillere Töne. Jeder, der sie einmal gehört hat, zuckt schon bei der Erinnerung daran zusammen; es ist das Gebell des englischen Landadels auf der Jagd nach Splittern und Scherben. Bald würden sie alle auf den Hof hinaustorkeln, grölend und hochrot in ihren flaschengrünen Frackjacken, denn jetzt fing der Spaß erst richtig an.

"Meinen Sie nicht, es wäre klüger, das Licht auszumachen?", fragte Mr. Sniggs.

Im Dunkeln schlichen die beiden Professoren zum Fenster. Der Hof unten war ein Kaleidoskop aus kaum erkennbaren Gesichtern.

[15] "Es müssen mindestens fünfzig sein", sagte Mr. Postlethwaite. "Wenn sie nur alle zum College gehören würden! Fünfzig zu jeweils zehn Pfund. Allmächtiger!"

"Es wird noch mehr, wenn sie die Kapelle stürmen", sagte Mr. Sniggs. "Ach, lieber Gott, mach, dass sie die Kapelle stürmen! Das erinnert mich an den kommunistischen Aufstand in Budapest, als ich im Schuldenausschuss war."

"Ich weiß", sagte Mr. Postlethwaite. Mr. Sniggs' Erinnerungen an Ungarn waren im Scone College bestens bekannt.

"Welche Studenten wohl dieses Semester besonders unbeliebt sind? Deren Zimmer werden ja immer überfallen. Ich hoffe, sie waren klug genug, heute Abend auszugehen."

"Partridge gehört sicher dazu; er besitzt ein Gemälde von Matisse oder so jemandem."

"Ich habe

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