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Cover Nachtblüten

Nachtblüten

Guarnaccias zwölfter Fall

von Magdalen Nabb; Übersetzt von: Christa E. Seibicke

Erschienen 2014 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
336 Seiten
ISBN 978-3-257-60594-5

Kurztext / Annotation

Eine ermordete alte Dame, der Duft des Nachtgartens einer Villa in Florenz und ein englischer Kunstsammler ziehen Maresciallo Guarnaccia in ein Milieu, dem er sich zunächst nicht gewachsen glaubt. Doch nicht nur Sir Christopher hat vollstes Vertrauen in Guarnaccias Fähigkeiten.

Magdalen Nabb, geboren 1947 in Church, einem Dorf in Lancashire, England, gestorben 2007 in Florenz. Sie studierte an der Kunsthochschule in Manchester und begann dort zu schreiben. Seit 1975 lebte und arbeitete sie als Journalistin und Schriftstellerin in Florenz.

Textauszug

[17] 2

I ch weiß, es ist gleich eins, aber Sie sagten doch, wenn jemand unbedingt ..."

"Wer ist es denn?"

"Eine Signora ... Hirsch."

"Nein, nein! Schicken Sie mir keine Ausländer rein, wenn Lorenzini nicht greifbar ist."

Lorenzini sprach ein paar Brocken Englisch und konnte den Touristen, wenn anders keine Verständigung möglich war, immerhin den Weg zum Präsidium in der Via Borgognissanti auch auf Französisch und Deutsch erklären. Folglich galt er als das Sprachtalent der Wache.

"Lorenzini ist noch da, und die Signora ist Italienerin. Jedenfalls hat sie einen italienischen Paß."

"Also gut. Schicken Sie sie rein."

Manche Leute sprudelten los und überfielen ihn mit ihren Klagen, kaum, daß sie zur Tür hereinkamen, andere wußten nicht, wo beginnen. Der Maresciallo sah zu, wie diese Frau diskret die Blicke schweifen ließ, während sie Platz nahm, ihr Leinenkleid glattstrich und versuchte, ihre Gedanken in eine verständliche Form zu bringen. Der Anblick der Armeekalender hinter seinem Kopf, der vom Photokopierer und Aktenschrank würden sie dabei nicht eben beflügeln, dachte er. Schlohweiß hob sich ihr Haar [18] gegen den oliv schimmernden Teint ab, ihre Augen waren fast so schwarz wie ihr elegantes Kleid. Guarnaccias Blick fiel auf die goldene Halskette, die leicht verschmutzten Brillanten in ihrem Ring. Einen Trauring trug sie nicht. Die armen Leute hier im Viertel San Frediano waren redselig. Die nannten das Kind beim Namen. Sie hatten keinen Rückhalt außer der eigenen Familie, und sie kamen zu ihm, um ihr Herz auszuschütten und an seine Hilfsbereitschaft zu appellieren. Damen mit alten Brillanten hatten in der Regel einflußreiche Freunde, die ihnen weiterhalfen, und wenn sie trotzdem zu ihm kamen, dann erwarteten sie durchgreifende Maßnahmen, wollten aber so wenig wie möglich von sich preisgeben. Er starrte die Signora mit seinen großen, leicht vorstehenden Augen an. Sekundenlang hielt sie seinem Blick stand, dann glitten ihre Augen zur Seite und in die Höhe. Die Spitzen der lackierten Fingernägel tasteten nach der Halskette. Er wartete. Sie entschloß sich, ihn doch nicht zu belügen, und schaute ihn wieder an, als sie sagte: "Ich bin zu Ihnen gekommen, weil ich mich fürchte."

"Soso. Und wovor fürchten Sie sich, Signora?"

Doch ihr Blick huschte schon wieder unstet aufwärts und zur Seite. "Ich weiß nicht. Ich ... jemand war während meiner Abwesenheit in meiner Wohnung. Natürlich habe ich keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte."

"Ist etwas gestohlen worden?" Er langte nach einen Bogen linierten Papiers mit geprägtem Briefkopf, um Ihre Aussage aufzunehmen.

"Nein! Nein, es ist nichts gestohlen worden, und ich möchte nicht ... Müssen Sie das protokollieren?"

[19] "Keineswegs, Signora, wenn Sie es nicht wollen."

Er legte das Blatt zurück.

"Nein, lieber nicht. Ich dachte, wenn ich Ihnen davon erzähle, also ganz vertraulich, dann könnten Sie mir vielleicht einen Rat geben. Meine Nachbarin, eine junge Frau, deren Mann Architekt ist - sie haben ein kleines Mädchen, das mir nachmittags hin und wieder Gesellschaft leistet, wenn beide Eltern arbeiten - aber das tut natürlich nichts zur Sache. Ich möchte Ihnen nur erklären, warum ich hergekommen bin, obwohl mir nichts ..."

"Sie sind mir keine Erklärung schuldig, Signora."

"Mag sein, aber ich möchte nicht, daß Sie denken, ich würde bloß Ihre Zeit vergeuden und sei nur zum Reden gekommen, wo ich doch keinen Diebstahl zu melden habe."

"Dafür bin ich da."

"Sie sind sehr freundlich, aber da fällt mir ein ... unlängst wurde mir die Handtasche gestohlen - Sie kennen das ja, ein junger Bursche auf einem Motorroller. Es heißt, eine Frau, die unverletzt davonkommt, solle dankbar sein, daß es ihr nicht so ergeht wie den vielen, die ihre Tasche festzuhalten versuchen und von dem flüchtenden Täter über die Fahrba

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Magdalen Nabb never returned from holidays in Florence in 1975. She liked it there, and that was why she stayed. She worked as a teacher and potter. In Manchester she had studied at the college of art and then started to write. She began with a play that was performed in London, as well as eight children's books, some of which were filmed. Then, in 1981, she wrote her first detective novel, Death of an Englishman (German translation: Tod eines Engländers), which earned a "Bravissimo!" from no less than Georges Simenon. Now that her detective novels are also being published in Italy she can only hope that nobody is murdered in Florence when she has important things to do - nowadays journalists flock to her after every murder to find out the solution to the crime.

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