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Cover Doping

Doping

von Dick Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2014 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
352 Seiten
ISBN 978-3-257-60618-8

Kurztext / Annotation

Daniel Roke, australischer Pferdezüchter und Besitzer einer Pferdefarm, bekommt eines Tages ganz unerwartet Besuch von einem Engländer, der sich als Earl October vorstellt. Sehr schnell stellt sich heraus, daß der englische Graf ein besonderes Anliegen hat: Ihn beschäftigt ein mysteriöser Doping-Skandal in England, und er sucht einen erfahrenen Fachmann zur Aufklärung des Falls. Roke sagt zu. Als Stallbursche verkleidet, wird er bei den verdächtigen Trainern im Gestüt arbeiten. Aber der Job ist gefährlich, der Vorgänger Rokes hat auf rätselhafte Weise sein Leben verloren.

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[5] 1

Der Earl of October schneite in einem hellblauen Holden, der schon bessere Tage gesehen hatte, aber nicht gleich nach Gefahr und Tod roch, in mein Leben.

Ich sah ihn in die Einfahrt einbiegen, als ich über die kleine Koppel aufs Haus zuging, und beobachtete mißmutig, wie er sich auf unserem Privatweg näherte. Ein Vertreter, dachte ich; wir brauchen nichts. Sanft kam das blaue Fahrzeug zwischen mir und der Haustür zum Stehen.

Der Mann, der ihm entstieg, sah aus wie Mitte Vierzig, war mittelgroß und kräftig gebaut, hatte einen großen, gutgeformten Kopf und glattgebürstetes braunes Haar. Er trug graue Hosen, ein dünnes Wollhemd mit dunkler, dezenter Krawatte und hielt die unvermeidliche Aktentasche im Arm. Ich seufzte und stieg unter dem Koppelzaun durch, um ihn wegzuschicken.

"Wo finde ich Mr. Daniel Roke?" fragte er. Ein Englisch, aus dem selbst mein ungeübtes Ohr die teure britische Public School heraushören konnte; und nach der zurückhaltenden Autorität, die er ausstrahlte, zu urteilen, vielleicht doch kein Vertreter. Ich sah mir den Mann genauer an und kam davon ab, ihm zu sagen, ich sei nicht zu Hause. Trotz des alten Autos konnte es ein Kunde sein.

[6] "Ich bin Daniel Roke", sagte ich ohne sonderliche Begeisterung.

Ein schnelles, überraschtes Blinzeln.

"Oh", sagte er ausdruckslos.

Diese Reaktion war ich gewohnt. Ich entsprach nicht der gängigen Vorstellung von dem Besitzer eines erfolgreichen Gestüts. Schon weil ich zu jung aussah, auch wenn ich mich nicht so fühlte; und meine Schwester Belinda fand, die wenigsten Geschäftsleute hätten soviel von einem italienischen Bauernburschen an sich. Nettes Mädchen, meine Schwester. Es war einfach so, daß ich schwarze Haare und braune Augen hatte und schnell braun wurde bei meinem dunklen Teint. An dem Tag hatte ich noch dazu meine ältesten, abgewetztesten Jeans an, ungeputzte Stiefeletten und sonst nichts.

Ich hatte einer Stute, die jedesmal unter Schwierigkeiten abfohlte, Geburtshilfe geleistet; da waren Schlips und Kragen fehl am Platz. Das Ergebnis meiner - und der Stute - Bemühungen war ein schmächtiges Stutfohlen mit einem Stelzfuß vorn links, wenn nicht auch noch vorn rechts, der operiert werden mußte und mich mehr Geld kosten konnte, als das Fohlen einbringen würde.

Mein Besucher schaute auf die sauberen, weiß abgezäunten Koppeln, auf den L-förmigen Stallhof und auf die mit Zedernschindeln gedeckten Abfohlboxen drüben, wo das arme Neugeborene im Stroh lag. Alles sah solide und gepflegt aus, denn ich steckte viel Arbeit hinein, um meine Pferde zu guten Preisen verkaufen zu können.

Der Blick des Besuchers wanderte zu der großen, blaugrünen Lagune links von uns, an deren fernem Ufer die [7] schneebedeckten Berge in steinerner Schönheit steil aufragten. Weiße Wolken hingen wie Federbüsche über den Gipfeln. Für ihn, der das zum ersten Mal sah, ein tolles, großartiges Panorama. Für mich Mauern.

"Wunderschön", meinte er beifällig. Dann wandte er sich energisch zu mir, sagte aber ein wenig zögernd: "Ich, ehm... hörte in Perlooma, daß Sie einen, ehm... englischen Stallmann haben, der gern, ehm... nach Hause möchte..." Er brach ab und setzte neu an. "Das kommt jetzt vielleicht überraschend, aber wenn er mir geeignet scheint, wäre ich unter Umständen bereit, seine Überfahrt zu bezahlen und ihm drüben eine Stellung zu verschaffen..." Er schwieg wieder.

Pferdepfleger, dachte ich, konnten in England schwerlich so knapp sein, daß man sie in Australien beschaffen mußte.

"Wollen Sie nicht ins Haus kommen?" fragte ich. "Und mir das erklären?"

Ich führte ihn ins Wohnzimmer und hörte seinen erstaunten Ausruf, als er hinter mir eintrat. Alle unsere Besucher waren von dem Raum beeindruckt. Ein großes Fenster auf der gegenüberliegenden Seite rahmte den prächt

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