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Cover Versteck

Versteck

von Dick Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2015 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
288 Seiten
ISBN 978-3-257-60648-5

Kurztext / Annotation

Ist es nicht mysteriös, daß Favorit Energise immer dann verliert, wenn Besitzer Steven Scott besonders hoch gewettet hat? Zufall? Scott ist blind den Tips seines Trainers gefolgt, denn vom Rennsport versteht er wenig, seine eigenen Vierbeiner kann er kaum auseinanderhalten. Ein Vertrauen, das leicht mißbraucht werden kann ... Als schließlich ein Buchmacher nach dem anderen Bankrott macht, ist klar, daß Betrüger am Werk sind. Scott spielt nicht länger mit. Er beschließt, den Gaunern das Handwerk zu legen, und riskiert dabei Kopf und Kragen.

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[5] 1

Ich schaute meinen Freund an und sah einen Mann vor mir, der mich bestohlen hatte. Befremdend. Ein Schlag ins Gesicht.

Jody Leeds erwiderte meinen Blick halb lächelnd, noch immer ungläubig.

"Wie bitte?"

"Ich nehme meine Pferde weg", sagte ich.

"Aber... ich bin doch dein Trainer." Er hörte sich verblüfft an. Seine Stimme und sein Gesicht drückten aus, daß Besitzer sich niemals von ihrem Trainer trennten. Das gab es einfach nicht. Nur Barbaren und Exzentriker liefen mit ihren Pferden von einem Stall zum anderen, und als so jemand kannte er mich nicht.

Wir standen auf der Rennbahn Sandown Park vor der Waage im kalten Wind, während Leute mit Sätteln und Nummerndecken für das nächste Jagdrennen an uns vorbeihasteten. Jody zog die Schultern unter der Schafsfelljacke hoch und schüttelte sein bloßes Haupt. Der Wind wehte ihm Strähnen glatter brauner Haare vor die Augen, und gereizt strich er sie aus der Stirn.

"Bitte, Steven", sagte er. "Du machst Witze."

"Nein."

Jody war klein und untersetzt, ein hart arbeitender Mann [6] von achtundzwanzig, clever, kompetent und beliebt. Seit ich mir vor drei Jahren die ersten Rennpferde zugelegt hatte, war er mein ständiger Berater gewesen, und von Anfang an hatte er mich kaltlächelnd rund um die Uhr bestohlen.

"Du bist doch verrückt", sagte er. "Ich habe gerade ein Rennen für dich gewonnen."

Wir standen tatsächlich gerade auf dem Absattelplatz für die Sieger, dem Rasenstück, auf dem Energise, mein neuestes und herausragendstes Hürdenpferd, vorhin seinen strahlenden Jockey abgesetzt hatte, um dampfend, stampfend, selbstbewußt mit dem Kopf zu schlagen und den Applaus der Menge als ihm gebührenden Tribut entgegenzunehmen.

Es war kein wichtiges Rennen gewesen, aber er hatte es gewonnen wie ein Großer. Zu sehen, wie dieser dunkelbraune Blitz bergan dem Ziel entgegenflog, hatte mich mit seltener Bewunderung und Freude erfüllt... wenn nicht sogar mit Liebe. Energise war schön, mutig und platzte vor Siegeswillen, und eben weil er hier gesiegt - und so gesiegt - hatte, wollte ich meinen halbherzigen Entschluß, mich von Jody zu trennen, endlich in die Tat umsetzen.

Wahrscheinlich hätte ich Ort und Zeit dafür besser wählen sollen.

"Ich habe Energise bei der Auktion für dich ausgesucht", sagte er.

"Ich weiß."

"Und auch deine anderen Sieger."

"Ja."

"Und deinetwegen habe ich mir einen größeren Stall zugelegt."

[7] Ich nickte kurz.

"Du kannst mich doch jetzt nicht hängenlassen!"

Die Ungläubigkeit war in Ärger umgeschlagen. Seine klaren blauen Augen bekamen einen streitlustigen Ausdruck, und die Muskeln um seinen Mund strafften sich.

"Ich nehme die Pferde weg", wiederholte ich. "Und mit Energise fangen wir an. Du kannst ihn gleich hierlassen, wenn du fährst."

"Du bist ja verrückt."

"Nein."

"Wo kommt er denn hin?"

Darüber war ich mir selbst noch nicht im klaren. Ich sagte: "Das regle ich schon alles. Laß ihn einfach hier im Stall und fahr ohne ihn heim."

"Dazu hast du kein Recht!" Wilder Zorn blitzte aus seinen Augen. "Was bist du bloß für ein Scheißkerl!"

Und doch war das Recht auf meiner Seite, das wußte er so gut wie ich. War der Besitzer unzufrieden, konnte er jederzeit den Trainer wechseln; daß von dem Recht selten Gebrauch gemacht wurde, tat nichts zu Sache.

Jody war starr vor Wut. "Ich nehme das Pferd mit, und nichts wird mich davon abhalten."

Mit seinem Trotz bewirkte er erst recht, daß ich es ihm zeigen wollte. Entschieden schüttelte ich den Kopf. "Nein, Jody", sagte ich. "Das Pferd bleibt hier."

"Nur über meine Leiche."

Er zitterte vor Kampfeslust am ganzen Körper.

"Du hast nicht mehr die Vollmacht, in meinem Namen zu handeln", sagte ich, "und da

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