Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
Cover Endlich mein

Endlich mein

Commissario Brunettis vierundzwanzigster Fall

von Donna Leon; Übersetzt von: Werner Schmitz

Erschienen 2015 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
320 Seiten
ISBN 978-3-257-60695-9

Kurztext / Annotation

Flavia Petrelli ist zurück in Venedig! In der Titelrolle von Tosca Brunetti

Textauszug

[13] 2

Hinter dem Vorhang war Schluss mit der Schauspielerei. Flavia entfernte sich grußlos von den drei Männern und eilte zu ihrer Garderobe. Der Tenor sah ihr nach und machte ein Gesicht wie Cavaradossi, als der an ihre "dolci baci, o languide carezze" dachte, auf die verzichten zu müssen schlimmer wäre als der Tod. Scarpia zückte sein telefonino und teilte seiner Frau mit, er sei in zwanzig Minuten im Restaurant. Der Dirigent, den an Flavia nur interessierte, dass sie seinen tempi folgte und ordentlich sang, nickte den Kollegen stumm zu und machte sich auf den Weg zu seiner Garderobe.

Auf dem Korridor blieb Flavia mit dem Absatz im Saum ihres tiefroten Gewandes hängen, geriet ins Stolpern und stürzte nur deswegen nicht, weil sie sich gerade noch an einer Kostümassistentin festhalten konnte. Die junge Frau erwies sich als überraschend kräftig und geistesgegenwärtig: Sie umschlang die Sängerin mit beiden Armen und fing so ihr Gewicht und die Wucht auf, ohne dass sie beide zu Boden gingen.

Sowie Flavia wieder sicher stand, löste sie sich aus der Umarmung der Jüngeren und fragte: "Sie haben sich doch nichts getan?"

"Nichts passiert, Signora", sagte die Assistentin und rieb sich die Schulter.

Flavia legte ihr eine Hand auf den Unterarm. "Danke, das war Rettung in höchster Not."

[14] "Ich habe gar nicht nachgedacht, ich habe einfach zugepackt. Ein Sturz reicht für heute, finden Sie nicht?"

Flavia nickte, bedankte sich noch einmal und ging weiter zu ihrer Garderobe. Sie wollte schon die Tür öffnen, doch da erfasste sie ein Zittern, das sie innehalten ließ, von dem knapp verhinderten Sturz, aber auch all dem Adrenalin, mit dem eine Aufführung ihren Körper überflutete. Benommen stützte sie sich mit einer Hand am Türpfosten ab und schloss sekundenlang die Augen. Erst als am Ende des Korridors Stimmen ertönten, riss sie sich zusammen, öffnete die Tür und ging hinein.

Rosen hier, Rosen da, Rosen, Rosen überall. Es verschlug ihr den Atem, der ganze Raum war vollgestellt mit Vasen, deren jede Dutzende von Rosen enthielt. Sie schloss die Tür hinter sich. Regungslos musterte sie das gelbe Blütenmeer, und ihr Unbehagen wuchs noch, als sie bemerkte, dass es sich bei den Vasen nicht um die üblichen billigen Dinger handelte, wie sie die meisten Theater für alle Fälle in Reserve haben: angeschlagen oder mit Farbe beschmiert, und deshalb aus der Requisite aussortiert.

"Oddio" , flüsterte sie und wich durch die Tür zurück, die sich soeben für die Garderobiere geöffnet hatte. Die dunkelhaarige Frau war alt genug, dass sie die Mutter der Kostümassistentin hätte sein können, die Flavia eben vor dem Sturz bewahrt hatte. Wie nach jeder Vorstellung wollte sie Flavias Kostüm und Perücke abholen und in den Fundus zurückbringen.

Flavia trat zur Seite und fragte mit einer Handbewegung, die das Zimmer umfasste: "Marina, haben Sie gesehen, wer diese Blumen gebracht hat?"

[15] "O, che belle" , rief Marina. "Was die gekostet haben müssen! Das sind ja Hunderte!" Und dann fielen auch ihr die Vasen auf. "Wo kommen die denn her?", fragte sie.

"Gehören die nicht dem Theater?"

Marina schüttelte den Kopf. "Nein. So etwas haben wir nicht. Die hier sind echt." Als Flavia verwirrt dreinsah, zeigte Marina auf eine große Vase, auf der sich weiße und durchsichtige Streifen abwechselten. "Aus Glas, meine ich. Die ist von Venini", erklärte sie. "Lucio hat dort gearbeitet, daher weiß ich das."

Flavia, die sich nur wundern konnte, wie das Gespräch sich entwickelte, wandte der Frau den Rücken zu und bat: "Können Sie mir den Reißverschluss öffnen?"

Sie hob die Arme, und Marina half ihr aus Schuhen und Kostüm. In ihrem Morgenmantel setzte Flavia sich vor den Spiegel und begann sich abzuschminken. Marin

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Drucken

Kundenbewertungen

10,99 €
(inkl. MwSt.)
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!