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Cover Shutter Island

Shutter Island

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Steffen Jacobs

Erschienen 2015 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
432 Seiten
ISBN 978-3-257-60705-5

Kurztext / Annotation

Die US-Marshals Daniels und Aule sollen im Fall einer Kindsmörderin ermitteln, die von der Gefängnisinsel Shutter Island geflohen ist. Als sie dort ankommen, erhalten sie verschlüsselte Botschaften, die sie immer tiefer in den düsteren Bau und die Machenschaften der Ärzte führen. Nichts ist so, wie es scheint. Dennis Lehanes raffiniert komponiertes Meisterwerk um Wahn und Angst in neuer Übersetzung.

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, schrieb für The Wire Boardwalk Empire Mystic River Shutter Island

Textauszug

[15] 1

Der Vater von Teddy Daniels war Fischer gewesen. Im Jahr '31, Teddy war damals elf Jahre alt, hatte er mit seinem Boot Schiffbruch erlitten. Für den Rest seines Lebens heuerte er auf anderen Booten an, wenn es dort Arbeit gab, und wenn nicht, entlud er an den Docks Frachtgut. Er legte lange Strecken zu Fuß zurück und um zehn Uhr vormittags saß er dann zu Hause in einem Sessel und starrte seine Hände an. Manchmal wurden seine Augen groß und dunkel, und er redete leise mit sich selbst.

Als Teddy ein kleiner Junge gewesen war, hatte er ihn zu den Inseln mitgenommen. Teddy war noch zu jung, um auf einem Boot von großem Nutzen zu sein - er konnte gerade mal Seile entwirren und Haken losbinden. Ein paar Mal schnitt er sich, und seine Hände waren blutverschmiert.

Sie fuhren in der Dunkelheit hinaus, und als die Sonne aufging, war sie wie kaltes Elfenbein, das sich aus dem Horizont schob, und die Inseln tauchten aus dem schwindenden Nebel auf, zusammengedrängt, als ob man sie bei etwas ertappt hätte.

Teddy sah kleine, pastellfarbene Hütten am Strand einer Insel, ein zerfallenes Anwesen aus Kalkstein auf einer anderen. Sein Vater zeigte ihm das Gefängnis auf Deer Island und die imposante Festung auf Georges Island. Auf [16] Thompson Island waren die Bäume voller Vögel, und ihr Gekreisch klang wie ein Hagelschauer auf Glas.

Hinter ihnen allen lag die Insel namens Shutter wie etwas, das von einer spanischen Galeone heruntergeworfen worden war. Damals, im Frühjahr '28, war die Insel lange Zeit sich selbst überlassen gewesen. Sie war völlig überwuchert, und die Festung, die sich auf ihrem höchsten Punkt erhob, verschwand fast unter Schlingpflanzen und Moos.

"Warum heißt sie Shutter?", fragte Teddy.

Seine Vater zuckte die Schultern. "Du mit deinen Fragen. Immer stellst du Fragen."

"Ja, aber warum?"

"Manche Orte bekommen einfach einen Namen, und der wird dann von allen benutzt. Wahrscheinlich haben Piraten die Insel so genannt."

"Piraten?" Das gefiel Teddy. Er konnte sie vor sich sehen - große Männer mit Augenklappen, hohen Stiefeln und schimmernden Schwertern.

Sein Vater sagte: "Hier hatten sie ihre Verstecke." Sein Arm beschrieb einen weiten Bogen. "Auf diesen Inseln. Hier haben sie sich selbst versteckt. Und ihr Gold."

Teddy stellte sich Kisten vor, die von Goldmünzen überquollen.

Später musste er sich mehrmals heftig übergeben. In weitem Schwall spritzte das Erbrochene über die Bootswand ins Meer.

Sein Vater war überrascht, denn sie waren bereits stundenlang unterwegs gewesen und der Ozean glitzerte flach und still in der Sonne. Er sagte: "Ist schon in Ordnung. Ist ja dein erstes Mal. Deswegen musst du dich nicht schämen."

[17] Teddy nickte und wischte sich mit einem Lappen, den sein Vater ihm gegeben hatte, den Mund ab.

Sein Vater sagte: "Manchmal gibt es Bewegungen, die fühlst du erst, wenn sie in dir hochkriechen."

Noch ein Nicken, denn Teddy brachte es nicht über sich, seinem Vater zu sagen, dass es keine Bewegung gewesen war, die ihm den Magen umgedreht hatte.

Es lag an all dem Wasser. Es erstreckte sich so weit um sie herum, als ob sonst nichts von der Welt geblieben wäre. Teddy hatte das Gefühl, dass es sogar den Himmel schlucken könnte. Bis zu diesem Augenblick hatte er nicht geahnt, dass sie so allein waren.

Er sah zu seinem Vater hoch, mit tränenden roten Augen, und sein Vater sagte: "Das wird wieder", und Teddy versuchte zu lächeln.

Im Sommer '38 fuhr sein Vater auf einem Bostoner Walfänger aus und kehrte nie wieder zurück. Im nächsten Frühjahr wurden Teile des Schiffes am Nantasket Beach von Hull angespült, der Stadt, in der Teddy aufwuchs. Ein Stück vom Kiel, eine Kochplatte, in deren Unterteil der Name des Kapitäns graviert war, Dosen mit Tomaten- und Kartoffel

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