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Cover Istanbul Tango

Istanbul Tango

Ein Fall für Kati Hirschel

von Esmahan Aykol; Übersetzt von: Antje Bauer

Erschienen 2016 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
384 Seiten
ISBN 978-3-257-60722-2

Kurztext / Annotation

Sie tanzt Tango, wohnt in einer schicken Wohnung mitten in Istanbul, die Liebhaber kommen und gehen - doch seit kurzem schwebt die Modejournalistin Nil in Lebensgefahr. Um ihr zu helfen, setzt die Buchhändlerin Kati Hirschel ihre Krimi-Kenntnisse ein und beginnt zu recherchieren.

Esmahan Aykol, geboren 1970 in Edirne in der Türkei, arbeitete während des Jurastudiums als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Darauf folgte ein Intermezzo als Barkeeperin. Heute konzentriert sie sich aufs Schreiben. Esmahan Aykol, Schöpferin der sympathischen Kati-Hirschel-Romane, lebt in Berlin und Istanbul.

Textauszug

{5} 1

D iese Hektik! Er lehnte sich mit dem Oberkörper weit aus dem Fenster und brüllte hinunter: "Wir sind gleich da!", dann wandte er sich mir zu: "Los, mach schnell, das Taxi wartet!"

Ich schwieg. Was soll man da schon sagen? Seit fünf Minuten stand ich ausgehfertig an der Tür, im Trenchcoat, die Handtasche am Arm, und sah ihm zu, wie er durch die Wohnung rannte.

Jetzt hatte er den petrolfarbenen Pulli aus seinem Zimmer geholt und schwenkte ihn wie eine Fahne. "Der bringt mir Glück, das hast du selbst gesagt."

"Fofo!!" Das genügte. Der Ton und mein Gesichtsausdruck sagten mehr als tausend Worte.

"In Ordnung! Ist ja gut! Reg dich nicht auf!" Er klopf te nochmals seine Hosentaschen ab, um sicherzugehen, dass er auch nichts vergessen hatte, rief: "Der Schlüssel steckt, oder?", und hastete die Treppe hinunter. Ich schloss ergeben die Tür ab und folgte ihm.

Als ich unten ankam, hatte Fofo sich bereits auf dem Vordersitz niedergelassen. So af fektiert, wie er den Sicherheitsgurt anlegte, musste der Fahrer wohl attraktiv sein, jedenfalls in Fofos Augen. Was Männer angeht, haben wir nicht eben denselben Geschmack.

{6} "Wohin?"

Da Fofo mit dem Fahrer ins Gespräch kommen wollte, antwortete er sofort: "Nach Firuzaga."

Im Rückspiegel sah ich, wie der Fahrer das Gesicht verzog. Verständlich. Zu Fuß hätten wir höchstens zwanzig Minuten gebraucht. Für so eine kurze Strecke lohnte es sich für einen Taxifahrer nicht, den Platz in der Warteschlange am Taxistand aufzugeben. Und dann hatte er noch minutenlang auf uns gewartet.

"Ich gebe Ihnen ein Trinkgeld", versprach ich sofort, um keine Missstimmung aufkommen zu lassen. Seit einiger Zeit versuche ich, mich nicht über alles aufzuregen und vor allem keinen Streit mit Taxifahrern anzufangen. Gelassenheit gehört zu den Vorzügen des reiferen Alters.

Fofo steckte den Kopf zwischen die beiden Sitze und flüsterte: "Was sie wohl sagen wird?" Mit "sie" meinte er die Hellseherin, zu der wir gerade fuhren. Mir war es völlig egal, was sie weissagen würde, aber ich wollte meinen armen, liebeskranken Fofo nicht anblaffen.

"Warten wir's ab", sagte ich deshalb nur ausweichend.

Wie einige von Ihnen wissen, ist Fofo einer meiner engsten Freunde. Und nicht nur das: Wir wohnen und arbeiten auch zusammen. Oder, genauer: Er wohnt und arbeitet bei mir. In einer der angesagtesten Straßen des Galata-Viertels betreibe ich einen Krimibuchladen. Nicht nur die Istanbuler Leser kennen mein Geschäft, sondern auch viele Touristen, die die schönste Stadt der Welt besuchen.

Und - in aller Bescheidenheit - die große Wohnung, {7} in der wir wohnen, mit den hohen Decken und dem Blick auf die Blaue Moschee und das Topkapi - die gehört ebenfalls mir. Heute könnte ich mir so was nicht mehr leisten - unser Viertel ist mittlerweile schick geworden. Letztes Jahr habe ich meine Schulden abbezahlt, insofern bin ich jetzt entspannt. Den Laden habe ich seither ein bisschen vernachlässigt, aber so langsam spüre ich, wie die Kräf te wiederkommen. Das ist auch gut so, denn ich möchte meinen Laden vergrößern und das Angebot erweitern. Hof fentlich klappt's.

Nach einer langen Phase der Unentschlossenheit habe ich mir kürzlich auch eine neue Frisur zugelegt. Jetzt bin ich blond und trage die Haare kurz. Wenn Sie mich allerdings fragen, ob das was gebracht hat - bislang nicht. Ich habe immer noch keinen Liebhaber, gebe aber die Hoffnung noch nicht auf. Unter den fast drei Milliarden Männern weltweit wird wohl einer für mich dabei sein.

Wir hatten bereits das Italienische Krankenhaus passiert, da trat der Taxifahrer plötzlich auf die Bremse. Ich wurde kräf tig nach vorne und dann nach hinten geschleudert. Der hatte seinen Führerschein wohl im Kramladen gekauft!

"Auf dem Firuzaga-Platz gibt es Bauarbeiten, der ist ges

Beschreibung für Leser

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Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Esmahan Aykol, geb. 1970 in Edirne/Türkei, während des Jurastudiums tätig als Journalistin für verschiedene türkische Zeitungen und Radiosender. Roman-Veröffentlichungen. Die Autorin lebt in Berlin und Istanbul.

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