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Cover Heimliche Herrscher

Heimliche Herrscher

Ein Fall für Sebastian Fink

Erschienen 2017 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
352 Seiten
ISBN 978-3-257-60724-6

Kurztext / Annotation

Sebastian Fink träumt von Ferien in Italien mit seiner neuen Freundin Marissa. Doch eine Mordserie durchkreuzt ihre Urlaubspläne. Die Opfer hatten nichts gemeinsam - außer ihrem Engagement in der Flüchtlingsdebatte. Kommissar Fink verfolgt die Spur, bis er an einen Ort des Grauens gelangt, über den niemand spricht, obwohl ihn jeder kennt.

Friedrich Dönhoff, geboren 1967 in Hamburg, ist in Kenia aufgewachsen. Er studierte Geschichte und Politik, verfasste Biographien und schrieb u.a. den Bestseller Die Welt ist so, wie man sie sieht - Erinnerungen an Marion Dönhoff

Textauszug

3

D er Schiffbeker Weg durchzog den Stadtteil Billstedt, der zu den sozialen Brennpunkten Hamburgs gehörte: Von seinen siebzigtausend Einwohnern waren zehn Prozent arbeitslos, dreiundzwanzig Prozent Ausländer und zweiundzwanzig Prozent Hartz- IV -Empfänger. Damit lag Billstedt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt.

An der Ecke stand das Hochhaus - sechzehn Stockwerke, kleine Fenster, kleine Balkons. Auf dem von Blumenrabatten eingefassten Gehweg parkten zwei Polizeiautos und ein Krankenwagen. Auf der Straße hielt ein Leichenwagen, wendete und setzte rückwärts über den abgetretenen Rasen zum Eingang.

Sebastian folgte dem Plattenweg zum Haus. Jugendliche in Bomberjacken, Rentner und Hausfrauen mit Einkaufstüten drängelten sich, rauchten, glotzten und hielten Handykameras in die Höhe.

"Bitte machen Sie Platz", bat ein uniformierter Polizist. "Gehen Sie nach Hause."

Die Leute traten stumm zur Seite und bildeten eine Gasse für Sebastian. Neben dem Eingang, einem gläsernen Kasten, der wahrscheinlich nachträglich an das Hochhaus gebaut worden war, stand das Motorrad von seinem Kollegen und Freund Jens.

Im Treppenhaus roch es schon ein wenig nach Verwesung. Warum, dachte Sebastian wieder, verabschiedete sich eigentlich die Seele auf so hässliche Weise?

Im zweiten Stock stand die Wohnungstür offen. Ein kaputter Teller und marmorierte Kuchenbrocken lagen auf dem Boden. Scheinwerfer verbreiteten ein gleißendes Licht. Die Kollegen von der Spurensicherung in ihren weißen Ganzkörperanzügen waren schon bei der Arbeit. Der leblose Körper lag in der Diele auf dem Rücken.

Sebastian zog sich die hellblauen Tüten über seine Schuhe, die ein Kollege ihm reichte. Es herrschte eine spezielle, fast feierliche Stimmung. Das empfand Sebastian oft, wenn er an einen Tatort kam, wo die Leiche noch lag.

"Darf ich vorstellen: Dirk Packer." Jens machte einen großen Schritt über die Leiche hinweg.

Das war typisch Jens, er verhielt sich natürlich alles andere als feierlich, dachte Sebastian, als er näher an den Toten herantrat. Der Mann trug eine hellgraue Jogginghose und ein sauberes weißes T-Shirt mit einem riesigen dunklen Fleck auf der Brust. Arme und Beine waren gespreizt.

"Volltreffer", sagte Jens. "Ist wahrscheinlich direkt hier an der Tür erschossen worden und einfach zu Boden gefallen."

Der Gerichtsmediziner nickte Sebastian zur Begrüßung zu. "Zwei Tage liegt er schon hier. Genaue Uhrzeit kann ich aber noch nicht sagen."

"Wer hat ihn gefunden?", fragte Sebastian.

"Seine Exfrau", antwortete Jens. "Monika Packer. Sie hat einen Schlüssel und wird gerade unten vom Notarzt versorgt."

"War die Tür verschlossen?"

"Daran kann sie sich nicht mehr erinnern. Sie steht unter Schock. Kein Wunder, bei dem Anblick."

Sebastian ging in die Hocke und betrachtete den Toten. Die Gesichtszüge waren verzerrt, als hätte der Mann, kurz bevor die Schüsse fielen, noch eine Grimasse gezogen. Der Mund stand offen, die Zähne waren nahezu perfekt, die aufgedunsene Haut im Gesicht war fleckig, ebenso die Haut an den Händen. Die Augen waren aufgerissen. Sie guckten starr ins Nichts, als wäre dort irgendetwas Hypnotisierendes.

"Welche Infos gibt es schon?", fragte Sebastian.

Kollege Niemann schaute auf seinen Notizblock. "Vierundvierzig Jahre alt, KFZ -Mechaniker, zuletzt arbeitssuchend. Keine Familie."

Hinter dem Kollegen hing ein Foto an der Wand. Sebastian musste genauer hinsehen, um zu erkennen, was es zeigte. Auf den ersten Blick war es ein großes grünes Insekt, auf den zweiten Blick war es Dirk Packer mit grün angemaltem Gesicht und verkleidet mit einem grünen Ganzkörperanzug, wahrscheinlich zu Karneval.

"Dirk Packer als Grashüpfer?" Jens trat näher an das Foto heran.

Sebastian betrachtete die Abbildung, den knallgrünen Anzug, die falschen dünnen Arme, die r

Beschreibung für Leser

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Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Friedrich Dönhoff, geb. 1967 in Hamburg, ist in Kenia aufgewachsen. Nach seinem Studium der Geschichte und Politik und der Ausbildung zum Drehbuchautor hat er sich als Verfasser von Biographien einen Namen gemacht. Friedrich Dönhoff lebt in Hamburg.

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