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Cover Ein letzter Drink

Ein letzter Drink

Ein Fall für Kenzie und Gennaro

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Steffen Jacobs

Erschienen 2016 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
416 Seiten
ISBN 978-3-257-60726-0

Kurztext / Annotation

Senator Brian Paulson will die Bandenkriminalität in Boston stoppen. Als seine Putzfrau Jenna ein Foto von ihm und einem Gangsterboss entwendet, geraten die Dinge außer Kontrolle. Das Detektivduo Kenzie und Gennaro soll ermitteln und befindet sich plötzlich im Straßenkrieg. Das großartige, rauhe Debüt von Bestsellerautor Dennis Lehane in neuer Übersetzung.

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, schrieb für The Wire Boardwalk Empire Mystic River Shutter Island

Textauszug

{11} 1

A us der Bar des Ritz-Carlton blickt man auf den Public Garden, und man muss Krawatte tragen. Ich hatte den Park schon oft gesehen und dabei nie Krawatte getragen, ohne dass mir etwas gefehlt hätte, aber vielleicht wissen die Leute im Ritz etwas, das ich nicht weiß.

Eigentlich trage ich am liebsten Jeans und T-Shirt, aber ich war beruflich hier, also richtete ich mich nach meinen Auftraggebern. Außerdem war ich mit dem Wäschewaschen im Rückstand, und meine Jeans wären vermutlich von selbst in die U-Bahn gelaufen, bevor ich sie hätte anziehen können. Ich wählte einen dunkelblauen Zweireiher von Armani aus meinem Kleiderschrank - einer von mehreren, die ich von einem zahlungsunfähigen Klienten bekommen hatte -, suchte ein Paar Schuhe, eine Krawatte und ein Hemd aus, und ehe ich auch nur " GQ " sagen konnte, sah ich ganz manierlich aus.

Als ich die Arlington Street überquerte, musterte ich mich in der getönten Scheibe der Hotelbar. Ich ging federnden Schrittes, meine Augen funkelten, und meine Frisur saß perfekt. Die Welt war in Ordnung.

Ein junger Portier öffnete mir die schwere Messingtür. Seine Wangen waren so glatt, als ob er die Pubertät einfach übersprungen hätte. Er sagte: "Willkommen im Ritz-Carlton, {12} Sir", und es war ihm ernst damit: Seine Stimme bebte vor Stolz, dass ich mich für sein putziges kleines Hotel entschieden hatte. Er streckte geziert den Arm aus, um mir für den Fall, dass ich nicht schon selbst darauf gekommen wäre, den Weg zu weisen. Ehe ich ihm danken konnte, hatte sich die Tür hinter mir geschlossen, und er winkte bereits für eine andere glückliche Seele das beste Taxi der Welt herbei.

Meine Schuhe knallten militärisch auf dem Marmorboden, und die scharfen Bügelfalten meiner Hose spiegelten sich in den Messingaschenbechern. Im Foyer des Ritz erwartet man jeden Moment, George Reeves als Clark Kent zu sehen, oder vielleicht Bogey und Raymond Massey, die rauchend zusammenstehen. Es ist eines jener Hotels, die in ihrer behäbigen Opulenz unverwüstlich sind. Auf dem Boden liegen tiefe, üppige Orientteppiche, der Empfangstresen besteht aus schimmerndem Eichenholz. Die Lobby ist eine geschäftige Zwischenstation für Parteigrößen, die ihre Zukunft in Diplomatenkoffern aus weichem Leder mit sich herumtragen, Herzoginnen aus uralten Adelsgeschlechtern, die in ihren Pelzmänteln ungeduldig auf ihre tägliche Maniküre warten, und Heerscharen von Dienern in dunkelblauen Uniformen, die schwere Gepäckwagen vorbeirollen - lautlos bis auf das sanfte Rauschen der Räder auf den dicken Teppichen. Was immer draußen vor sich gehen mag - in diesem Foyer kann man herumstehen, sich die Leute anschauen und sich ohne weiteres vorstellen, dass London immer noch von deutschen Bombern angegriffen wird.

Ich wich dem Pagen vor der Bar aus und öffnete die Tür selbst. Falls ihn das amüsierte, ließ er es sich nicht anmerken. Falls er am Leben war, ließ er sich auch das nicht anmerken. {13} Als sich die schwere Tür lautlos hinter mir schloss, stand ich auf einem weiteren Plüschteppich und sah meine Auftraggeber an einem der hinteren Tische mit Blick auf den Public Garden: drei Männer mit genügend politischem Einfluss, dass uns ihre Reden noch bis ins nächste Jahrhundert begleiten würden.

Der Jüngste, Jim Vurnan, stand auf und lächelte sein Jack-Kennedy-Lächeln, als er mich sah. Jim ist Abgeordneter in meinem Wahlkreis, und lächeln gehört zu seinem Job. Er streckte die Hand aus und überquerte den Teppich mit drei großen Schritten. Ich ergriff seine Hand und schüttelte sie. "Hallo, Jim."

"Patrick", sagte er, als ob er den ganzen Tag auf meine Rückkehr aus einem Kriegsgefangenenlager gewartet hätte. "Patrick", wiederholte er, "wie schön, dass du es einrichten konntest." Er legte kurz die Hand auf meine Schulter und musterte mich so eindringlich, als ob wir uns seit Ewigkeit

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