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Cover Die Süßholzraspler

Die Süßholzraspler

von Margaret Millar; Übersetzt von: Susanne Feigl; Georg Kahn-Ackermann

Erschienen 2016 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
288 Seiten
ISBN 978-3-257-60742-0

Kurztext / Annotation

Ein Mann bricht am Wochenende zu einer Sauftour mit ein paar Freunden auf, kommt aber nie an. Nebenbei stellt sich heraus, daß er seinen besten Freund mit dessen Frau betrogen hat. Was ist mit ihm? Ist er verunglückt, hat er Selbstmord begangen oder wurde er ermordet?

Margaret Millar, geboren 1915 in Kitchener, Ontario, studierte klassische Philologie, Archäologie und Psychologie, brachte es als Pianistin zum Konzertdiplom, arbeitete in Hollywood und erhielt so die gediegene Ausbildung zum Verfassen von Psycho-Thrillern. Seit 1938 war sie mit Kenneth Millar, besser bekannt als Ross Macdonald, verheiratet. Die First Lady of Crime, gekrönt mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis und gefeiert als witzigste Analytikerin des American Way of Life and Death, starb 1994 in Santa Barbara.

Textauszug

{15} Zweites Kapitel

W enn Galloway seine Freunde in ihrer Gesamtheit erwähnte, bezeichnete er sie immer als 'die Burschen'. Zwei der 'Burschen', Bill Winslow und Joe Hepburn, fuhren zusammen von Toronto hinauf und kamen gegen zehn Uhr bei der Hütte an, die ein paar Kilometer hinter Wiarton an der Georgian Bay lag. Ein dritter, Ralph Turee, traf ein paar Minuten später ein.

Sie wurden vom Hausmeister eingelassen, und jeder widmete sich sofort einer bestimmten Aufgabe. Turee trug das Gepäck nach oben, Hepburn entzündete ein Feuer in dem riesigen Kamin, Winslow öffnete gewaltsam das Schloß des Barschränkchens, und alle begannen sich, wie Esther vorausgesagt hatte, zu betrinken.

Es waren Galloways spezielle Freunde, ungefähr in seinem Alter und mit der gemeinsamen Absicht, es sich so gut wie möglich gehen zu lassen, wenn sie sich dem Druck der Geschäfte und der Familie entzogen hatten: Bill Winslow, Geschäftsführer in den Mühlenwerken seines Vaters, Joe Hepburn, Leiter einer Plastikspielzeug-Fabrik, und Ralph Turee, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Toronto. Von Turee abgesehen, waren sie Männer von durchschnittlicher Intelligenz und überdurchschnittlichem Einkommen. Turee ließ sie das nie vergessen. Chronisch in finanziellen Schwierigkeiten, machte er sich über ihr Geld lustig und lieh es von ihnen; selbst von überlegener Bildung, lachte er über ihre Unwissenheit und benutzte sie zu seinem eigenen Vorteil. Aber im großen und ganzen harmonierte die Gruppe, besonders, wenn sich die kleinen Differenzen in Alkohol aufgelöst hatten.

Turee war der erste, dem auffiel, daß die Zeit vergangen {16} war, ohne daß Harry Bream und Galloway aufgetaucht waren. "Seltsam, daß Galloway noch nicht da ist. Er ist doch sonst so betont pünktlich."

"Ich hasse Pünktlichkeit", erklärte Winslow. "Sie ist das Idol beschränkter Gemüter. Habe ich nicht recht, Freunde?"

Hepburn sagte, die Keuschheit sei das Idol beschränkter Gemüter, aber Turee korrigierte - wie gewöhnlich - beide und meinte, daß dies die Beharrlichkeit sei, aber schließlich kamen sie wieder auf Galloway zu sprechen.

"Galloway hat mich gestern abend angerufen", sagte Turee, "und mir mitgeteilt, daß er Harry in Weston abholen und gegen neun Uhr dreißig hier sein werde."

"Da haben wir's ja", sagte Winslow.

"Was haben wir?"

"Den Grund. Harry. Harry kommt immer und überall zu spät."

Dies war eine ebenso logische wie annehmbare Theorie, und sie tranken alle auf das Wohl von Harry, als dieser unbeabsichtigt den ganzen Spaß verdarb, indem er um elf Uhr dreißig hereinkam. Er trug einen Regenmantel und eine Jagdmütze und hielt sein Angelgerät in der Hand.

"Tut mir leid, daß ich so spät komme", sagte er munter. "Hinter Owen Sound war irgendwas mit der Benzinpumpe nicht in Ordnung."

Sie starrten ihn alle auf eine eigentümlich unzufriedene Art an. Dies fiel selbst Harry, der nicht besonders feinfühlend war, auf.

"Was ist los mit euch, Freunde? Habe ich euch etwa gestört?"

"Wo ist Galloway?" fragte Turee.

"Ich dachte, der wäre hier."

"Wolltet ihr nicht zusammen kommen?"

{17} "Ursprünglich ja, aber ich wurde dringend in ein Krankenhaus drunten in Mimico gerufen und hinterließ bei Thelma die Nachricht, daß Galloway ohne mich fahren sollte. Ich weiß, daß er es haßt, zu spät zu kommen. Ihr glaubt doch nicht, daß Thelma übergeschnappt ist?"

Die anderen waren sich darüber einig, daß Thelma von Geburt an übergeschnappt war, aber niemand wollte Harry verletzen. Harry betete seine Frau an. Ihre kleinen Überspanntheiten waren eine Quelle der Faszination für ihn, und er pflegte seine Freunde mit eingehenden Berichten über ihre Ansichten und Erfahrungen zu unterhalten.

Harry, einziger Sprößling seiner Eltern, hatte erst geheiratet, als diese tot waren. Danach hatte er aber keine

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Margaret Millar - Kanadierin aus deutsch-englischer Einwandererfamilie - studierte klassische Philologie, Archäologie und Psychologie, brachte es als Pianistin zum Konzertdiplom, arbeitete in Hollywood und erhielt so die gediegene Ausbildung zum Verfassen von Psycho-Thrillern. Ausgezeichnet mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis und gefeiert als witzigste Analytikerin des American Way of Life and Death.

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