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Cover Der Drahtzieher

Der Drahtzieher

Detektivstories um Lew Archer

von Ross Macdonald; Übersetzt von: Hubert Deymann

Erschienen 2016 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
144 Seiten
ISBN 978-3-257-60780-2

Kurztext / Annotation

Eine sonderbare Frau bittet Privatdetektiv Lew Archer überstürzt um Hilfe. Der Detektiv soll einen Gerichtsprozeß mitverfogen, in dem Glenway Cave Mord an seiner Ehefrau vorgeworfen wird. Vieles bleibt undurchsichtig: Warum rückt der Angeklagte Cave nicht mit seinem Alibi heraus? Warum möchte die mysteriöse Frau nicht als Zeugin auftreten? Drei spannende Krimis um den berühmten Privatdetektiv Lew Archer.

Ross Macdonald (1915 - 1983) zählt zu den besten amerikanischen Kriminalautoren des 20. Jahrhunderts. Er wird in Großbritannien und Amerika und nun auch bei uns wiederentdeckt. Seine Kriminalromane gelten als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft. Ross Macdonald war Präsident der Mystery Writers of America. 1964 gewann er den Silver Gold Dagger Award

Textauszug

{7} Vorwort
Der Schriftsteller als Detektiv-Held

Ein Filmproduzent, der letztes Jahr mit der Idee spielte, eine TV -Serie mit meinem Privatdetektiv Lew Archer in der Hauptrolle zu drehen, fragte mich beim Lunch, ob Archer aus irgendeiner lebenden Person hervorgegangen sei. "Ja", antwortete ich, "aus mir." Er schenkte mir einen jener halb bedauernden Hollywood-Blicke. Ich versuchte zu erklären, daß Archer sozusagen aus meinem Innersten entsprungen sei, während ich einige mir bekannte, ausgezeichnete Detektive bei der Arbeit beobachtet hätte. Ich wäre, genau genommen, nicht Archer, aber Archer wäre ich.

Von da an ging es mit unserer Unterhaltung bergab, als hätte ich ein ehrenrühriges Eingeständnis gemacht. Aber ich glaube, die meisten Verfasser von Detektivgeschichten würden dieselbe Antwort gegeben haben. Eine enge väterliche oder brüderliche Beziehung zwischen dem Schreibenden und seinem Detektiv ist eine hervorstechende Eigenart dieser Form. Im Laufe seiner bisherigen Geschichte, von Poe bis Chandler und über diesen hinaus, hat der Detektiv als Held seinen Schöpfer repräsentiert und dessen Wertmaßstäbe in die Gesellschaft getragen.

Poe, der Erfinder der modernen Detektivgeschichte, und sein Detektiv Dupin sind gute Beispiele dafür. Poes hervorragender, aber von Schuldkomplexen gequälter Geist befand sich in schmerzlichem Konflikt mit den Realitäten im Amerika der Vorbürgerkriegszeit. Dupin ist ein deklassierter Aristokrat, wozu Poe alle seine Helden neigen läßt, ein offensichtliches Gegenstück zu dem Künstler-Intellektuellen, der seinen Platz in der Gesellschaft und seine sichere Stellung in der Tradition verloren hat. Dupin hat kein {8} Gesellschaftsleben, sondern nur einen Freund. Er unterscheidet sich von anderen Menschen durch seinen überlegenen Verstand.

In seiner Erschaffung Dupins fand Poe gewiß einen Ausgleich für sein Versagen, das zu werden, wozu seine außergewöhnlichen Geisteskräfte ihn geschaffen zu haben schienen. Er hatte von einer intellektuellen Hierarchie mit ihm selbst an der Spitze geträumt, die das kulturelle Leben der Nation leitete. Wie Dupin einen skrupellosen Politiker in Der entwendete Brief hinters Licht führt, seine 'Lösung' eines wirklichen New Yorker Falles in Das Geheimnis der Marie Rogêt , sein wiederholtes Übertrumpfen der Karten des Polizeipräfekten, das alles sind Poes Ersatzdemonstrationen der Überlegenheit über eine mittelmäßige, gleichgültige Gesellschaft und ihre Beamten.

Natürlich gaben Poes Detektivgeschichten dem Schreiber - und geben dem Leser - etwas Tieferes als eine so oberflächliche Befriedigung. Er verfaßte sie als ein Mittel, Schuldgefühl und Grauen zu verbannen oder im Zaum zu halten. Der verstorbene William Carlos Williams setzte in einem tiefgründigen Essay Poes Gefühl von Schuld und Grauen jener schrecklichen Bewußtheit eines überempfindsamen Menschen gleich, der nackt und zitternd auf einem neuen Kontinent steht. Dieses Schuldbewußtsein wurde von Poes angstvoller Einsicht in das Unbewußte verdoppelt. Es mußte mit irgendeiner vernünftigen Methode in Grenzen gehalten werden, und die Detektivgeschichte, die auf rationaler Schlußfolgerung aufbauende Geschichte, bot eine solche Methode.

Die Erzählung von den blutigen Morden in der Rue Morgue, Poes erste Detektivgeschichte ( 1841 ), ist eine wahre Hymne auf den analytischen Verstand, mit der Poe beabsichtigte, wie er später schrieb, "einige sehr bemerkenswerte geistige Charakterzüge meines Freundes, des Chevalier Auguste C. Dupin, herauszustellen". Dupin verkörpert deutlich die Vernunft, Poes Hauptstütze gegen die den Geist {9} bedrängenden Schreckgespenster. Diese letzteren werden von dem mörderischen Affen dargestellt: "Zähnefletschend und mit funkelnden Augen stürzte er sich auf das junge Mädchen, grub seine furchtbaren Krallen in ihren Hals und drückte z

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Ross Macdonald, geboren 1915 in Los Gatos, Kalifornien, zählt zu den besten amerikanischen Kriminalautoren des 20. Jahrhunderts. Er wird in Großbritannien und Amerika und nun auch bei uns wiederentdeckt. Dabei verdankt er seine Karriere eher einem Zufall: Seine Frau Margaret war Schriftstellerin - und verdiente mit Schreiben bald mehr als er mit seiner Dozentur. So wurde aus dem Dozenten Kenneth Millar in Michigan der Schriftsteller Ross Macdonald in Kalifornien. Seine Bücher sind Bestseller und wurden erfolgreich verfilmt, so zum Beispiel 'Unter Wasser stirbt man nicht' (1975) mit Paul Newman und Joanne Woodward. Seine Kriminalromane gelten als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft. Ross Macdonald starb 1983 in Santa Barbara.

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