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Cover Dunkelheit, nimm meine Hand

Dunkelheit, nimm meine Hand

Ein Fall für Kenzie & Gennaro

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Peter Torberg

Erschienen 2017 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
512 Seiten
ISBN 978-3-257-60792-5

Kurztext / Annotation

Die renommierte Bostoner Psychologin Diandra Warren lebt in Angst. Man hat gedroht, ihrem Sohn etwas anzutun. Die Drohung trägt die Handschrift der Mafia - nur hat die mit der Sache nachweislich nichts zu tun. Als Kenzie & Gennaro zu ermitteln beginnen, überschlagen sich die Ereignisse; ein Mord nach dem anderen geschieht. Alle Spuren führen zu einem Serienkiller, der seit Jahren im Gefängnis sitzt - und tief in Patrick Kenzies eigene Vergangenheit.

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, arbeitete als therapeutischer Berater für geistig behinderte und sexuell missbrauchte Kinder, als Kellner, Limousinenchauffeur, Parkplatzwächter, in Buchläden und als Erntehelfer, bevor er Creative Writing an der Florida International University studierte. Seine erfolgreich verfilmten Bücher Mystic River Shutter Island In der Nacht

Textauszug

{14} 1

A ngie und ich waren in unserem Büro im Glockenturm und versuchten, die Klimaanlage zu reparieren, als Eric Gault anrief.

Normalerweise ist eine kaputte Klimaanlage Mitte Oktober in New England kein Problem. Eine kaputte Heizung eher. Aber das hier sollte kein normaler Herbst werden. Um zwei Uhr nachmittags lagen die Temperaturen bei 24 Grad, und die Fenster strahlten noch immer den schwülen, durchglühten Geruch von Sommer ab.

"Vielleicht sollten wir einen Handwerker rufen", meinte Angie.

Ich schlug mit der flachen Hand auf die im Fenster installierte Anlage und schaltete sie wieder ein. Nichts.

"Der Keilriemen, wette ich", sagte ich.

"Das sagst du auch, wenn der Wagen liegenbleibt."

"Hm." Ich starrte die Klimaanlage etwa zwanzig Sekunden lang böse an, doch davon ließ sie sich nicht beeindrucken.

"Beschimpf sie", meinte Angie. "Vielleicht hilft's."

Ich starrte sie statt der Klimaanlage an, bekam aber auch nicht mehr Resonanz. Vielleicht sollte ich mal an meinem bösen Blick arbeiten.

Das Telefon klingelte, und ich hob ab; vielleicht hatte der {15} Anrufer ja Ahnung von Klimaanlagen, aber es war nur Eric Gault.

Eric unterrichtete Kriminologie an der Bryce University. Wir lernten uns kennen, als er noch an der University of Massachusetts war und ich ein paar seiner Kurse belegte.

"Kennst du dich mit Klimaanlagen aus?"

"Hast du es damit versucht, sie an und aus und wieder anzuschalten?", entgegnete er.

"Ja."

"Und es ist nichts passiert?"

"Nein."

"Hau ein paarmal drauf."

"Hab ich."

"Dann ruf den Reparaturdienst an."

"Du bist mir eine große Hilfe."

"Ist dein Büro immer noch in dem Glockenturm, Patrick?"

"Ja. Warum?"

"Na ja, ich habe vielleicht eine Klientin für dich."

"Und?"

"Wär doch schön, wenn sie dich anheuert."

"Gut. Bring sie vorbei."

"In den Glockenturm?"

"Na klar."

"Wie gesagt, wär doch schön, wenn sie dich anheuert."

Ich sah mich in dem winzigen Büro um. "Das ist mies, Eric."

"Kannst du am Lewis Wharf vorbeikommen, sagen wir, um neun Uhr?"

"Schätze schon. Wie heißt denn deine Freundin?"

{16} "Diandra Warren."

"Und worum geht's?"

"Es wäre mir lieber, wenn sie dir das persönlich sagt."

"Okay."

"Wir sehen uns morgen."

"Bis dann."

Ich wollte schon auf legen.

"Patrick?"

"Ja?"

"Hast du eine kleine Schwester namens Moira?"

"Nein. Ich habe eine ältere Schwester namens Erin."

"Ach."

"Wieso?"

"Ach, nichts. Wir reden morgen weiter."

"Bis dann."

Ich legte auf, sah die Klimaanlage an, dann Angie, dann wieder die Klimaanlage und rief schließlich den Reparaturdienst.

Diandra Warren wohnte in einem Lof t im fünf ten Stock des Lewis Wharf. Sie hatte eine Panoramaaussicht auf den Hafen, riesige Erkerfenster, die die Ostseite des Lof t in sanftes Morgenlicht badeten, und sie wirkte wie die Art von Frau, der es in ihrem ganzen Leben an nichts gefehlt hat.

Pfirsichfarbenes Haar lag in einem eleganten Schwung über ihrer Stirn und lief an den Seiten in einen Pagenschnitt aus. Dunkle Seidenbluse und hellblaue Jeans sahen aus wie nie getragen, und die Knochen in ihrem Gesicht lagen wie gemeißelt unter einer makellosen goldfarbenen Haut, die mich an Wasser in einem Kelch erinnerte.

{17} Sie öffnete die Tür und sagte: "Mr. Kenzie, Ms. Gennaro", in einem sanften, selbstbewussten Flüstern, ganz in dem Wissen, ein Zuhörer würde sich notfalls vorbeugen, um sie zu verstehen. "Bitte kommen Sie herein."

Das Lof t war mit großer Sorgfalt eingerichtet. Couch und Sessel im Wohnbereich waren in einem Cremeton gepolstert, der ebenso gut zu dem hellen skandinavischen Holz

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