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Cover Geschichte der griechischen Philosophie

Geschichte der griechischen Philosophie

von Luciano De Crescenzo; Übersetzt von Linde Birk

Erschienen 2016 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
560 Seiten
ISBN 978-3-257-60801-4

Kurztext / Annotation

Luciano De Crescenzo erzählt mit mediterraner Fabulierlust von den griechischen Philosophen und schmuggelt unter so bekannte Namen wie Sokrates, Platon und Epikur auch die seiner Nachbarn und Bekannten aus Neapel. So fügt sich das Heute mit dem Damals zusammen, der moderne Alltag mit der antiken Schule des Denkens.

Luciano De Crescenzo wurde 1928 in Neapel geboren. Eigentlich wollte er Philosophie studieren, doch sein Vater wünschte einen Ingenieur als Sohn. Als solcher machte der 1928 Geborene bei IBM eine Bilderbuchkarriere, stieg vom einfachen Vertreter in seiner Heimatstadt Neapel bis zum Marketingdirektor in Rom auf. Doch dann gab er den Beruf auf und wurde Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Talkmaster. Luciano De Crescenzo lebt heute in Neapel und Rom.

Textauszug

{9} Vorwort

Lieber Salvatore, 1

Du bist ein Philosoph und weißt es nicht; Du bist ein Philosoph, weil Du die Probleme des Lebens auf ganz persönliche Art angehst. So kam ich auf die Idee, dass Dich eine Beschäftigung mit der griechischen Philosophie besonders interessieren müsste. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Versuch, Leben und Denken der ersten Philosophen in möglichst leicht verständlicher Form darzustellen, Dir zu widmen.

Warum die Griechen? Da muss ich Dir als Erstes einmal sagen, lieber Salvatore, dass Du gar kein Italiener bist, sondern ein Grieche. Ja, mein Lieber, Grieche, fast möchte ich sogar noch hinzufügen: Athener! Setzt man nämlich Grichenland mit einer bestimmten Lebensart gleich, so ist es ein riesiges Mittelmeerland, das aus Sonne und Geselligkeit gemacht ist und sich auf der italienischen Halbinsel etwa bis an die Ufer des Volturno erstreckt (vgl. Abb. 1 ). Außerhalb dieser geographischen Grenze, an der sich auch die Lebensform verändert, leben die Römer, Etrusker, Mitteleuropäer, alles Leute, die ganz anders sind als wir und mit denen man oft nur schwer auskommen kann. Willst Du etwas besser verstehen, wodurch wir uns eigentlich von den andern {10} unterscheiden, möchte ich Dir vorschlagen, einmal über ein Verb nachzudenken, das es in der griechischen Sprache gibt, für das sich aber in keiner anderen Sprache eine Entsprechung findet und das daher wirklich unübersetzbar ist, wenn man es nicht mit ganzen Sätzen umschreiben will. Dieses Verb heißt agorazein.

Agorazein bedeutet: 'auf den Markt gehen und hören, was es Neues gibt' - also reden, kaufen, verkaufen und seine Freunde treffen; es bedeutet aber auch, ohne genaue Vorstellungen aus dem Haus zu gehen, sich in der Sonne herumzutreiben, bis es Zeit ist zum Mittagessen, oder so lange zu trödeln, bis man Teil eines menschlichen Magmas aus Gesten, Blicken und Geräuschen geworden ist. Agorazonta , das Partizip dieses Verbs, bezeichnet die Fortbewegungsart dessen, der sich dem agorazein hingibt. Er schlendert, die Hände auf dem Rücken, ziellos dahin, wobei er fast nie eine gerade Strecke verfolgt. Ein Fremder, der aus geschäftlichen Gründen oder als Tourist in eine griechische Stadt kommt, egal ob Korinth oder Pozzuoli, kann diese Menschenmenge nur staunend betrachten, die da auf den Straßen hin- und hergeht, alle paar Schritte stehen bleibt, laut redet und redet, weitergeht und wieder stehen bleibt. Vielleicht glaubt er dann, an einem besonderen Festtag hierhergeraten zu sein, dabei hat er nur eine gewöhnliche Szene des agorazein miterlebt. Nun, dieser Gewohnheit des Umherwandelns in südlichen Gefilden verdankt die griechische Philosophie sehr viel.

"Mein lieber Phaidros ", sagt Sokrates , "wohin des Wegs und woher?"

{11} "Von Lysias , dem Sohn des Kephalos , lieber Sokrates! Und ich mache mich auf zu einem Spaziergang außerhalb der Mauer; denn ich habe geraume Zeit dort verweilt - vom frühen Morgen an saß ich da. Ich folge dem Rat deines und meines Freundes Akumenos, wenn ich meine Spaziergänge an die frische Luft verlege; denn sie seien weniger ermüdend, sagt er, als in den Hallen der Gymnasien."

So nämlich beginnt einer der schönsten Dialoge Platons : der Phaidros. Tatsache ist, dass diese Athener nichts Produktives machten: Sie gingen spazieren, schwatzten über Gott und die Welt, aber dass sie einmal einen Finger gerührt und etwas Praktisches zum Verkaufen oder Gebrauchen hergestellt hätten, keine Rede davon! Aber vergessen wir nicht, dass Athen damals 20 000 Bürger hatte, auf die die stolze Zahl von 200 000 Individuen zweiter Klasse, nämlich Sklaven und Metöken

Beschreibung für Leser

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