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Cover Scharade

Scharade

von Felix Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2017 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
336 Seiten
ISBN 978-3-257-60810-6

Kurztext / Annotation

language="ger">Eigentlich sollte Jeff Hinkley, Ermittler bei der Rennsportbehörde, nur einem verdächtigen Trainer auf den Zahn fühlen, dessen Pferde bei Routinekontrollen positiv auf illegale Substanzen getestet worden waren. Und so erwartet Hinkley auf dem Cheltenham Racing Festival höchstens Pferde in Hochform und menschliche Niedertracht, nicht jedoch, Zeuge eines grausamen Mordes zu werden. Schnell wird klar, dass der Täter vor nichts zurückschreckt, um den Rennsport in die Knie zu zwingen.

Felix Francis, geboren 1953 als jüngerer Sohn des verstorbenen Bestsellerautors und Ex-Jockeys Dick Francis. Er firmierte bei vier Büchern als Co-Autor seines Vaters und leistete die Recherchearbeit für viele weitere. Bevor er eigene Thriller in der Tradition seines Vaters zu schreiben begann, arbeitete er als Physiklehrer. Felix Francis lebt in England.

Textauszug

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" I ch habe das Testergebnis, und es ist schlecht."

Die Worte gingen mir nicht aus dem Kopf.

Ich saß im Schatten eines Rennprogrammhäuschens am Nordeingang der Rennbahn von Cheltenham und musterte die Gesichter der Leute, die durch die Drehkreuze hereinströmten.

Rund fünfzig Personen hatten Rennbahnverbot in Großbritannien, und nach ihnen hielt ich Ausschau, aber meine Gedanken kehrten immer wieder zu dem morgendlichen Anruf meiner Schwester zurück.

"Ich habe das Testergebnis, und es ist schlecht."

"Inwiefern?", fragte ich bang.

"Ich habe Krebs", sagte sie leise.

Das hatte ich befürchtet, aber trotz allem gehofft, mich zu irren.

Ich wartete schweigend. Sie würde weiterreden, wenn ihr danach war.

"Es kommt ziemlich dick." Sie seufzte vernehmlich durch die Leitung. "Nächsten Montag OP , danach Chemotherapie."

"Was für eine OP ?"

"Die Gallenblase wird entfernt. Da sitzt der Krebs."

"Kannst du ohne leben?"

{8} Sie lachte. "Ohne die Gallenblase oder ohne den Krebs?"

"Beides."

"Ich hoffe es." Das Lachen verschwand aus ihrer Stimme. "Die Zeit wird's weisen. Im Moment sieht's nicht so rosig aus. Ich habe vielleicht nur noch ein paar Monate."

O Gott, dachte ich. Was tut man in so einer Situation? Macht man normal weiter, oder packt man die Zeit, die einem bleibt, so voll wie möglich? Im Endeffekt rissen wahrscheinlich die Behandlung und die Krankheit alles andere an sich. Wahrhaftig keine rosigen Aussichten.

Ich merkte, dass ich den Menschenstrom unbeachtet an mir hatte vorbeiziehen lassen.

Konzentrier dich, ermahnte ich mich und musterte wieder die Gesichter.

Es war Champion Hurdle Day, der erste Tag des jährlichen Cheltenham Steeplechasing Festivals, und trotz des ungastlichen Wetters wurden auf der Rennbahn hier in Gloucestershire mehr als fünfzigtausend Besucher erwartet. Alle hatten einen Schirm oder etwas wie ein Cape dabei - so konnten sich die wenigen Unerwünschten wunderbar in dem Gedränge verstecken.

Ich kannte alle mit Rennbahnverbot Belegten vom Sehen, aber mir ging es besonders um eine bestimmte Person, die unserem Nachrichtendienst zufolge heute in Cheltenham auf tauchen könnte.

Ein dicker Mann kam zu dem Häuschen, um ein Rennprogramm zu kaufen, und kramte in seinen Taschen nach Kleingeld. Ich setzte mich anders, weil er mir die Aussicht versperrte, und schaute nun über den Kopf des direkt vor mir sitzenden Verkäufers hinweg.

{9} Für mich, Jef f Hinkley, war das Alltag. Ich arbeitete als verdeckter Ermittler für die Britische Rennsportbehörde BHA . So verbrachte ich viel Zeit damit, mehr oder weniger versteckt Gesichter zu mustern auf der Suche nach denen, die auf der Rennbahn nichts verloren hatten. Denn auch wenn ihnen der Zutritt zur Rennbahn verboten war, rein wollten sie immer.

Gallenblasenkrebs.

Wie kam meine große Schwester Faye an Gallenblasenkrebs?

Faye war zweiundvierzig, zwölf Jahre älter als ich, und hatte nach dem Tod unserer Mutter, als ich acht war, deren Rolle in meinem Leben übernommen.

Ich fragte mich, ob Krebs erblich war.

Unsere Mutter war daran gestorben, aber ich wusste nicht genau, wo der Krebs bei ihr gesessen hatte. Darüber wurde weder vor ihrem Tod noch nachher gesprochen.

Ich entdeckte ein Gesicht in der Menge.

Nick Ledder, ein Exjockey, landesweit drei Jahre Rennbahnverbot wegen des Versuchs, einen anderen Jockey zu bestechen, damit er verlor. Ich sah zu, wie er seine Eintrittskarte einscannen ließ und mit hochgeschlagenem Mantelkragen und in die Stirn gezogener Schiebermütze im eisigen Wind durchs Drehkreuz eilte. An den Augen erkannte ich ihn. Es sind immer die Augen.

Aber sein Gesicht war nicht das eigentlich Gesuchte.

Nick Ledder war ein beschränkter

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