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Cover Seit du da bist

Seit du da bist

von Fabio Volo; Übersetzt von: Petra Kaiser

Erschienen 2017 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
320 Seiten
ISBN 978-3-257-60821-2

Kurztext / Annotation

Nicola zieht mit Sofia zusammen, frisch verliebt und überzeugt: Dieser Liebe kann die Routine des Alltags nichts anhaben. Die kleine Dachwohnung im Zentrum von Mailand ist perfekt für romantische Zweisamkeit. Doch bald schon ist Sofia schwanger, und sie sind auf einmal zu dritt. Schlaflose Nächte, Babygeschrei und Gezänk - wollte Nicola das wirklich? Und wo ist die Leidenschaft geblieben? Nicola sucht - und findet. Erst außer Haus, dann daheim.

Fabio Volo, geboren 1972 bei Brescia in der Lombardei, ist Autor mehrerer Bestseller, Schauspieler in Filmen z. B. von Alessandro D'Alatri und Cristina Comencini sowie in der Verfilmung seines eigenen Romans (Il giorno in più - Noch ein Tag und eine Nacht

Textauszug

{16} Zwei

A n einem Nachmittag fünf Jahre zuvor war ein furchtbares Desaster passiert.

Schon seit einer Ewigkeit wartete ich darauf, dass Mauro mir endlich ein paar alte Boxen vorbeibrachte, die er nicht mehr brauchte. Mauro ist mein bester Freund, zusammen mit Sergio. Die beiden wissen Dinge über mich, die sich Sof ia nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen kann.

Erst kürzlich hatte ich mir einen gebrauchten Plattenspieler mit Verstärker gekauft, was mir noch fehlte, waren die Boxen. Aber bei Mauro kam immer wieder etwas dazwischen, so dass ich schließlich beschloss, die Boxen selbst bei ihm abzuholen: "Heute Abend komme ich bei dir vorbei."

"Nein, heute kann ich nicht, hol sie morgen."

"Aber ich brauche sie unbedingt, heute kommt eine Frau zu mir, der will ich ein paar Platten vorspielen."

"Wer denn?"

{17} "Eine aus dem Fitnessstudio, die ist noch nicht ganz überzeugt, da brauche ich ein bisschen Hilfe."

"Was denn für eine Hilfe?"

"Coltrane, Chet Baker, Massive Attack. Ich habe da eine Platte von Sonny Rollins, die ist echt der Hammer!"

"Aber heute Abend geht es wirklich nicht. Ich bin mit Michela zum Sushi-Essen verabredet, gleich nach der Arbeit. Aber wenn es so dringend ist, wie wär's dann in einer Stunde? Du könntest mich im Büro abholen, wir fahren schnell bei mir vorbei, und danach setzt du mich wieder hier ab."

"Okay, super, um drei bin ich bei dir."

"Du bist eine echte Nervensäge."

"Ich weiß."

Um drei stand ich vor Mauros Büro, um zwanzig nach drei parkten wir vor seinem Haus.

Auf der Treppe redeten wir über die Frau, mit der ich mich abends treffen wollte.

Aus der Wohnung dröhnte laute Musik: "Michela hat bestimmt die Stereoanlage angelassen."

"Eine Lampe anlassen, das würde ich ja noch verstehen, aber die Stereoanlage ..."

Ich sah ihn erstaunt an.

"Michela ist eben schusselig, vielleicht hat sie gerade telefoniert. Weißt du, wie oft ich schon nach {18} Hause gekommen bin und der Schlüssel steckte von außen? Aber sich dann beschweren, wenn ich die Klobrille nicht runterklappe."

Drinnen ging ich direkt in die Abstellkammer, um die Boxen zu holen. Mauro zog derweil die Jacke aus, hängte sie an die Garderobe und ging ins Wohnzimmer, um die Musik auszumachen.

Als ich aus der Kammer trat, war in der Stille ein eigenartiges Stöhnen zu hören.

Ich blieb stehen, Mauro kam aus dem Wohnzimmer und sah mich fragend an.

Dann steuerte er auf das Schlafzimmer zu. Ich hoff te inständig, dass es nicht das war, wonach es sich anhörte.

Mit einer Box in der Hand lief ich hinter Mauro her. Das Stöhnen hatte aufgehört, Michela stieß einen Schrei aus.

Als ich die Tür erreichte, zog sie gerade ein Bettlaken über sich, als würde Mauro sie zum ersten Mal nackt sehen, neben ihr lag ein Mann, mehr oder weniger in unserem Alter.

Weil die Musik spielte und das Fenster auf war, hatten sie uns nicht kommen hören.

Mauros Reaktion hat mich ziemlich verblüff t. Man meint immer zu wissen, dass man selbst in so einer Situation den Mann verprügeln oder die Frau ohrfeigen oder alles kurz und klein schlagen {19} würde, aber wie man tatsächlich reagiert, weiß man erst, wenn man es selbst erlebt hat.

Nie werde ich sein Gesicht vergessen, jedes Mal wenn ich daran denke, bricht es mir fast das Herz, genau wie damals. Er sah Michela an und sagte nur ein einziges Wort: "Warum?" Dann flüsterte er mir zu: "Lass uns gehen."

Der arme Mauro, ausgerechnet er, der festen Beziehungen immer misstraut hatte und vor Michela ein eingefleischter Beziehungsmuffel war, war nun aufs Gemeinste hintergangen worden.

Wie vom Donner gerührt saßen wir mindestens eine halbe Stunde schweigend im Auto. Ich sagte kein Wort, wusste, dass Reden jetzt völlig sinnlos war, ich wollte n

Beschreibung für Leser

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Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Fabio Volo, geboren 1972 bei Brescia in der Lombardei, ist ein Multitalent. Und alles, was er macht, hat Erfolg. Er ist Autor mehrerer Bestseller, Schauspieler und er hat eigene Sendungen in Radio und Fernsehen. Fabio Volo lebt in Mailand, Rom, Paris und New York.

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