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Cover Krokodilwächter

Krokodilwächter

Ein Kopenhagen-Thriller

von Katrine Engberg; Übersetzt von: Ulrich Sonnenberg

Erschienen 2018 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
512 Seiten
ISBN 978-3-257-60863-2

Kurztext / Annotation

Gerade erst war Julie nach Kopenhagen gezogen, um Literatur zu studieren. Warum musste sie so jung sterben? Erstochen und von Schnitten gezeichnet? Es ist ein schockierender Fall, in dem Jeppe Kørner und Anette Werner ermitteln. Als bei Julies Vermieterin ein Manuskript auftaucht, in dem ein ähnlicher Mord geschildert wird, glauben die beiden, der Aufklärung nahe zu sein. Aber der Täter spielt weiter.

Katrine Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, arbeitet für Fernsehen und Theater und ist als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannt. Mit Krokodilwächter Blutmond

Textauszug

{19} 2

J eppe Kørner blickte auf den zarten Henkel, der zwischen seinen Fingerspitzen verschwand. Esther de Laurenti hatte einen Bademantel angezogen und frischen Kaffee gekocht, er saß wieder auf dem Stuhl und wartete darauf, dass sie in der Lage war, seine Fragen zu beantworten. Das Wohnzimmer war unaufgeräumt, Jeppe fühlte sich unwohl in diesem femininen Chaos. Vom Fußboden bis zur Decke zogen sich Regale voller Bücher über die Wände. Verblichene Lederrücken, Taschenbücher und bunte Koch- und Gartenbücher. Kleine Holzfiguren und verstaubter Nippes aus der ganzen Welt füllten jeden freien Platz auf den Regalbrettern, auf jeder waagerechten Fläche lagen Stapel von dichtbeschriebenem Papier mit roten Strichen und Anmerkungen.

Jeppe sah aus dem Fenster: Auf der Straße hatte sich das erste Kamerateam vor der ockerfarbenen Fassade aufgebaut. Den Polizeifunk konnte die Presse nicht mehr abhören, stattdessen achtete sie auf anhaltende Polizeisirenen und behielt die aktuellen Mitteilungen in den sozialen Medien im Auge. Es dauerte nie sehr lange, bis jemand ein Polizeiaufgebot meldete, spätestens ein paar Minuten nach den Einsatzfahrzeugen tauchten die ersten Journalisten auf. Die Kameras schwenkten bereits zwischen den Gesichtern {20} der Reporter und dem Gewimmel der Kriminaltechniker in ihren weißen Overalls hin und her.

"Das Haus gehört mir, die erste und die zweite Etage sind vermietet, seit ich vor zwanzig Jahren geschieden wurde. Der Laden im Erdgeschoss wechselt alle paar Jahre - zurzeit ist dort eine Kaffeebar. Ein paar junge Burschen betreiben sie ..."

Esther de Laurenti sprach unaufgeregt und ruhig, ihr flackernder Blick verriet jedoch ihren Schockzustand. Jeppe hatte Rückenschmerzen und stemmte die Füße gegen den Fußboden, damit der Druck nachließ und er sich darauf konzentrieren konnte zuzuhören.

"Caroline wohnt seit anderthalb Jahren im ersten Stock. Ich kenne ihre Eltern aus früheren Zeiten an der Universität, bevor sie nach Jütland zogen. Wir waren gemeinsam in einem Kunstverein. Erst hat ihr Freund bei ihr gewohnt, aber irgendwann letzten Winter ist er ausgezogen. Stattdessen zog im Frühjahr Julie ein."

Esther de Laurentis deutliche Diktion wirkte wie die einer Schauspielerin und stand in seltsamem Kontrast zu den Flüchen, die sie zwischen ihren wohlformulierten Sätzen ausstieß.

"Die beiden sind alte Freundinnen, sie kennen sich seit der Schule. Nette Mädchen, die ich gern im Haus habe", fuhr sie fort und konzentrierte ihren Blick auf eine Vase der Königlichen Porzellanmanufaktur. "Wer von den beiden ist es? Hat man sie ermordet?"

"Die Identifikation ist noch nicht abgeschlossen." Jeppe versuchte, sie zu beruhigen. "Ich verstehe gut, dass es schwer ist, aber es ist auch noch zu früh, um etwas über die Todesursache zu sagen."

{21} Es wurde still in dem stickigen Wohnzimmer. Esther de Laurentis helle Haut war ungeschminkt, die zahlreichen feinen Runzeln am Hals und rund um die Augen verstärkten den etwas vernachlässigten Eindruck. Anette hatte sich im Flur in die Hocke gesetzt und kraulte das helle Bauchfell eines der Möpse. Der Hund grunzte zufrieden.

"Ist in der letzten Zeit irgendetwas Ungewöhnliches im Haus vorgefallen? Was auch immer. Neue Leute, die die jungen Frauen in ihrer Wohnung besucht haben, Ärger auf der Straße, Streitereien?", erkundigte sich Jeppe.

"Dass ich diesen Satz mal in Wirklichkeit höre!" Esther de Laurenti starrte noch immer auf die Vase. "Das klingt alles nach einem schlechten Film."

Der Mops hatte genug von Anettes Streicheleinheiten und trippelte zu seinem Artgenossen, der im Hundekorb lag.

"Wir sitzen uns ja nicht gegenseitig auf der Pelle", erklärte Esther schließlich. "Julie und Caroline sind junge Frauen, die beschäftigt sind, die Freunde haben, was weiß ich. Aus ihrer Wohnung kommt häufig laute Musik und nachts

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