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Cover Zurück nach Fascaray

Zurück nach Fascaray

von Annalena McAfee; Übersetzt von: Christiane Bergfeld

Erschienen 2018 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
960 Seiten
ISBN 978-3-257-60869-4

Kurztext / Annotation

Nach einer schmerzhaften Trennung zieht Mhairi McPhail mit ihrer Tochter von New York nach Fascaray. Auf der abgelegenen schottischen Insel, von der ihre Familie stammt, erwartet sie ein neues Leben - und ein Forschungsauftrag über den exzentrischen Grigor McWatt, der zu einer Art Nationaldichter geworden ist. Eine Identitäts- und Spurensuche vor grandioser Landschaft, in der Mhairi über McWatt - und sich selbst - Überraschendes erfährt.

Annalena McAfee wurde in London als Tochter einer Schottin und eines irischen Vaters aus Glasgow geboren. Sie war Kunst- und Literaturredakteurin bei der Financial Times Guardian Saturday Review Zurück nach Fascaray Zeilenkrieg

Textauszug

{15} Der Anblick der Insel von Osten ist im Wesentlichen unverändert geblieben, seit die Wikinger im achten Jahrhundert die Clinch Straits in ihren Langschiffen überquerten, wobei sie Vergewaltigung und Plünderung im Schilde führten.

Der Besucher von heute reist mit der Fähre an und hat vielleicht eine kleine Wanderung im Sinn, ein paar Sehenswürdigkeiten oder einen Garnelenteller zu Live-Musik im Pub. Von fern sieht er dieselbe weite grüne Platte, mittig überragt von einem kegelförmigen Gipfel, der auch Sigtrygg Barelegs und seine Krieger grüßte, als sie übers Meer eilten, um die Insel und ihre Bewohner zu verwüsten.

Die niedrigen weißgetünchten Häuser des heutigen Fascaray gab es im Jahr 795 natürlich noch nicht, als die einheimischen Pikten, die in ihrer Sommersiedlung am Westufer von Lusnaharra hockten, von Wächtern auf dem Beinn Mammor alarmiert wurden, ein geschwungener Bug durchmesse zielstrebig die Wellen gen Finnverinnity Bay. Gleichzeitig sputeten sich oben in der Priorei auf dem Gezeiteneiland Calasay Mönche in Sandalen, Kelch, Hostienteller und Reliquienschrein vor dem Ansturm der Heiden zu verbergen.

Einen Großteil des Geländes dürf ten Kiefernwälder {16} bedeckt haben, gleich "majestätischen grünen Gewitterwolken, Kumulonimben, durchbohrt von himmelwärts gerichteten Speeren", wie McWatt sie später beschreiben sollte. Der örtliche Bedarf an Brennmaterial war gering, und der Kahlschlag der heimischen Wälder durch die Holzindustrie lag noch über tausend Jahre in der Zukunft, wie auch die dunklen Regimenter von Sitka-Fichten, die im zwanzigsten Jahrhundert über Fascarays Berge in Marsch gesetzt wurden von modernen Plünderern - englischen Steuerberatern, die Schlupf löcher für ihre Mandanten ausnutzten.

Doch diese Veränderungen mitsamt den einstöckigen Katen oder crof ts und den Ställen, den Reihen von Fischerhütten, dem Großen Haus, der kirk (Kirche), der Pfarrei, dem rudimentären howf f (Gasthof), der Erneuerung von Finnverinnitys Schiffsanleger und dem schmalen Granitbau des Temperance Hotel, im zwanzigsten Jahrhundert dann zusätzlich Krämerladen und Postamt, Grundschule, Andenkenladen, Teestube und Museum sowie die architektonischen Extravaganzen des Balnasaig Centre im Nordosten, haben Fascaray nicht mehr geformt und geprägt als die Sprühnebel, die auf seine sturmgepeitschten Ufer geblasen wurden.

Die Insel, Teil des Fascaredes-Archipels, ist Überbleibsel eines erloschenen Vulkanrings des Neoproterozoikums, der aus einem vierzig Meter starken Plateau auf dem Meeresgrund zum achthundertvierundsiebzig Meter hohen Gipfel des Beinn Mammor emporragt und Granit, Gneis, Pyrit und Gabbro, ein magmatisches Moine-Gestein, einfasst - "eine Granitballade" laut McWatt; sie ist seit mehr als achttausend Jahren bewohnt.

{17} Fascarays vielfältige geologische Merkmale, seine Lochs und Berge, Hochland und Tief land, Torfmoor und Wälder, seine Strände mit blondem Machair-Gras und elfenbeinfarbenem Sand, verstreuten Muscheln und Findlingen, seine steilen Klippen und tiefen Höhlen, alles auf das Terrain eines Inselchens gepfercht, das man an einem einzigen Sommertag zu Fuß umrunden kann, haben Fascaray in jüngerer Zeit den Spitznamen "Miniatur-Schottland" eingetragen.

Fascarays Schauplätze aus der Vorzeit - der Ring von Drumnish, ein gezackter Steinkreis westlich von Balnasaig; die Trümmer des Forts Wallburg Mammor; Killiebraes Broch, der die nördliche Seepassage zu den Doonmara-Klippen bewacht; die Kökkenmöddinger aus der mittleren Steinzeit, die auf 6700 Jahre v. Chr. zurückgehen, gefunden in den Höhlen von Slochd und Clochd; die Ruinen des jungsteinzeitlichen Dorfs über Lusnaharra, freigelegt nach einem Sturm im Jahr 1902 ; die Ruinen des Klosters St Maolrubha auf Calasay; die Grabkammer von Heuchaw Cairn und die dachlosen, geräumten clachan,/e

Beschreibung für Leser

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