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Cover Erinnerungen aus der Sackgasse

Erinnerungen aus der Sackgasse

Fünf Erzählungen

von Banana Yoshimoto; Übersetzt von: Annelie Ortmanns

Erschienen 2018 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
288 Seiten
ISBN 978-3-257-60882-3

Kurztext / Annotation

Glücklich oder unglücklich verliebt, Schicksalsschläge, Lebenskrisen, die Suche nach dem eigenen Weg, Menschen, die auf Abwege geraten sind: Es gibt keine Garantie im Leben, dass man von schlimmen Erfahrungen verschont bleibt. Das beschreiben diese fünf intensiven Erzählungen, die gleichzeitig von schwebender Leichtigkeit sind und am Ende immer harmonisch aufgelöst werden, denn sie zeigen: Gerade in der tiefsten Sackgasse lässt sich das Glück erfahren.

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch Kitchen red banana flower

Textauszug

{9} Das Geisterhaus

" J a, wenn das so ist - ich habe schon die ganze Zeit Lust auf Nabe, 1 aber alleine macht das keinen Spaß. Wollen wir nicht bei mir zu Hause Nabe machen, Setchan?"

Ich hatte zuvor bloß gesagt: "Ich möchte mich dafür bedanken, dass du mir bei der Arbeit so oft zur Seite gesprungen bist, deshalb würde ich dich gerne zum Essen einladen."

Und das war dann Iwakuras 2 Antwort gewesen.

Ich war mir nicht sicher, wie ich eine solche Einladung in die Wohnung eines allein lebenden jungen Mannes verstehen sollte.

Aber da es sich um Iwakura handelte, war es wohl {10} genau so gemeint, wie er es gesagt hatte, außerdem lag seine Wohnung offenbar ganz in der Nähe.

Jedenfalls schien er keine Hintergedanken zu haben, seine Miene war offen - und mein Herz machte auch nicht den kleinsten Hüpfer.

Wie der bewölkte Himmel mitten im Winter strahlte er so ein merkwürdiges Zwischending zwischen Helligkeit und Dunkelheit aus, und das hielt mich irgendwie davon ab, mich in ihn zu verlieben. Denn die unbändige Energie, einfach drauf losrennen zu wollen, die Hochstimmung - alles, was für eine junge Liebe unerlässlich ist, schien mit ihm unvorstellbar.

"Gut, wann sollen wir? Bei dir Nabe machen, meine ich?", sagte ich und machte sachlich einen Tag aus.

Das war auf der Bank unter dem großen Keyaki-Baum, dem einzigen auf dem Campus der Uni, die wir beide besuchten.

Ich hatte kaum Freundinnen, und die wenigen Freundinnen, die ich hatte, waren ganz mit ihren Jobs beschäftigt und kamen selten zum Unterricht. Das war der Normalzustand an so einer Idioten-Uni 3 wie der unseren. Da wir beide also meistens {11} alleine dort herumliefen, hatten wir uns mit der Zeit ganz automatisch angefreundet.

Ich hatte ihn bei einem Aushilfsjob in einem Pub in der Nachbarschaft kennengelernt, wo ich für kurze Zeit meine Freundin vertreten hatte. Er jobbte dort als Barkeeper.

Wenn wir uns danach an der Uni über den Weg liefen, haben wir regelmäßig zusammen zu Mittag gegessen oder uns ein bisschen unterhalten.

Er war der einzige Sohn der Familie einer in unserer Stadt ziemlich berühmten Biskuitrollenbäckerei, und es gab Gerüchte, dass er, weil er das Geschäft nicht übernehmen wollte, jeden Yen sparte, und tatsächlich schien er so ein Leben zu führen. Er befand sich in einer Art Sackgasse: Wenn er nicht während der Studienzeit sparte und seinen eigenen Weg fand, war ein Leben als Biskuitrollenbäcker vorprogrammiert, ob er wollte oder nicht. Sein Leben als Jobber verriet die typische Not eines Menschen, dessen Weg vorgezeichnet ist.

"Was hast du nur gegen Biskuitrollen, was Besseres kann dir doch kaum passieren!", sagte ich, die eine Schwäche für Biskuitrollen hatte.

"Im Grunde hab ich ja auch nichts dagegen, nur meine Mutter ist so perfekt, weißt du, ein wahres Prachtstück: immer gutgelaunt, sympathisch, {12} fleißig", entgegnete Iwakura. Tatsächlich war das angenehme Wesen, die Tüchtigkeit und patente Cleverness seiner Mutter stadtbekannt. Man hörte auch häufig, dass ihre einnehmende Art, mit den Kunden umzugehen, bei so manchem den Ausschlag gab, dort zu kaufen.

"Ich glaube, ich ... ich bin wirklich ein ausgesprochen gutmütiger Mensch."

"Das weiß ich doch." Seine Sanftmut und Wohlerzogenheit waren mir schon auf unseren gelegentlichen Spaziergängen aufgefallen. Zum Beispiel, wenn wir durch den Park gingen, der Wind durch die Bäume strich und die schaukelnden Blätter die Sonnenstrahlen tanzen ließen: Dann blinzelte er, und auf seinem Gesicht machte sich ein "Ach, wie herrlich!" breit. Fiel ein Kind hin, huschte ein Bedauern über sein Gesicht, und dann, sobald es von Vater oder Mutter auf den Arm genommen wurde, ein Ausdruck von Erleichterung. Di

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