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Cover Dodgers

Dodgers

von Bill Beverly; Übersetzt von: Hans M. Herzog

Erschienen 2018 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
400 Seiten
ISBN 978-3-257-60906-6

Kurztext / Annotation

Nichts ist für die Figuren dieses Romans erstaunlicher als der Umstand, noch am Leben zu sein. Dodgers On the Lam: Narratives of Flight in J. Edgar Hoover's America

Textauszug

{9} I The Boxes

{11} 1

D ie Jungs kannten nur The Boxes; für sie gab es nichts anderes.

Auf der Straße rollte zwischen den intakten Fahrzeugen und den Wracks ein Auto durch, kroch über Papier und Glasscherben.

Die Jungs standen Wache. Sie beobachteten, wie das Morgenlicht in die schmalen Zwischenräume zwischen den schwarzen Häusern sickerte, die dicht an dicht standen, wie eine Reihe lockerer Zähne. Sie waren die halbe Nacht da gewesen: Laut Fin ließ man einen Jungen nicht die ganze Nacht Wache schieben. Die halbe war okay. Sie mitten in der Nacht auszuwechseln, hielt sie auf Zack, sagte Fin. Es hielt sie wach. Es machte sie zu Männern.

Die Haustür ging auf, und zwei User stolperten heraus, geschockt von der Sonne, die sie beäugten wie eine alte Bekannte, hallo, länger nicht gesehen. Manche Männer verließen das Haus so, denen ging's besser, nachdem sie drin gewesen waren. Andere waren gut drauf, wenn sie reingingen, konnten sich aber kaum auf den Beinen halten, wenn sie rauskamen. Die beiden User beachteten die wachestehenden Jungs nicht. Sie nahmen die fünf Stufen zum Gehsteig hinunter und stützten sich dabei am Steinmäuerchen ab. Unten {12} klatschte ein Mann den anderen laut ab, auf die Handfläche, ganz old school.

Wieder ging die Tür auf. Kopf wie ein Totenschädel, dreckiges Grinsen, stechender Blick, Haare aus der Stirn gestrichen. Sidney. Er und Johnny regelten den Betrieb und hielten den Laden am Laufen, ließen im Halbstundentakt junge Laufburschen den Stoff holen und das Geld wegbringen. Sidney sah nach rechts und links und witterte wie eine Ratte, schob dann etwas auf die Treppe. Dosen mit Cola und Energydrinks, gekühlt, in einem Karton. Einer der Jungs kam und reichte den Karton herum; jeder nahm sich eine oder zwei Dosen. Sie rissen die Laschen auf, standen im Schatten und tranken.

Der Morgen war noch kühl und ein wenig klamm. Das Licht kroch immer weiter zwischen die Häuser, tauchte die Straße in Rosa. Schritte näherten sich von rechts, ein Angestellter auf dem Weg zur Arbeit, Sakko und gelber Schlips, goldene Ohrstecker. Die Jungs musterten ihn von oben; er sah nicht hoch. Diese Männer, die schwarzen Männer, die Schlipse mit Krawattennadeln trugen, die zwar Gehälter bezogen, aber es irgendwie nie aus The Boxes hinausgeschafft hatten: Mit denen redete man nicht. Die ließ man nicht ins Haus. Denn wenn man sie reinließ und sie aus irgendeinem Grund nicht wieder rausfanden, dann wurden sie garantiert vermisst, und jemand kam sie suchen. Also ließ man sie am besten gar nicht erst rein. Auch das hatte Fin ihnen beigebracht.

Fernseher gingen an, und am Himmel funkelten Flugzeuge wie Klingen. Irgendwo hinter ihnen zischte ein {13} Rasensprenger - Fisch, Fisch, Fisch -, nicht laut, aber unüberhörbar. Um sieben kamen mehrere User gleichzeitig und gegen acht noch einer, ein Bild des Jammers; er wirkte bedrückt wie jemand, der sich seinen ganzen Wochenvorrat in einer einzigen Nacht reingezogen hatte. Um zehn gingen die Jungs, die nachts um zwei gekommen waren. Ein Junge, East, der draußen das Sagen hatte, verteilte etwas Geld an die, die weggingen. Es war Montag, Zahltag vor dem Haus.

Die neuen Jungs um zehn waren Dap, Antonio, Marsonius oder Sony und Needle. Needle übernahm den nördlichen Bereich und behielt die Straße im Auge, Dap kümmerte sich um den Süden. Antonio und Sony blieben beim Haus mit East, dessen Zwölfstundenschicht am Mittag endete. Antonio und Sony waren tagsüber gut zu gebrauchen. Nachts brauchte man Jungs, die wussten, wie man leise war und wach blieb. Die Tagesjungs mussten nur leise aussehen.

East wirkte ruhig und war es auch. Er sah nicht taff aus. Er blieb unauf fällig, war schweigsam, der Dünnste von allen. Er machte nicht viel her. Doch er hielt die

Beschreibung für Leser

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