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Cover Die zwei Päpste

Die zwei Päpste

Franziskus und Benedikt und die Entscheidung, die alles veränderte

von Anthony McCarten; Übersetzt von: Stefanie Schäfer

Erschienen 2019 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
400 Seiten
ISBN 978-3-257-60933-2

Kurztext / Annotation

Am 11. Februar 2013 macht Papst Benedikt XVI. eine sensationelle Ankündigung: Er tritt zurück. Sein Nachfolger wird der Armenprediger Jorge Bergoglio aus Argentinien. Heute wohnen sie im Vatikan fast Tür an Tür, diskutieren, unternehmen lange Spaziergänge: Benedikt XVI. und Franziskus, so ähnlich und doch so verschieden. Beide fühlten sich moralisch für ein Amt ungeeignet, das sie dennoch nicht ablehnen konnten; beide sind voller innerer Widersprüche. Und das zu einer Zeit, in der der Vatikan mit schockierenden Skandalen zu kämpfen hat.

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland, schrieb als 25-Jähriger mit Stephen Sinclair den Theaterhit Ladies Night The Theory of Everything Darkest Hour

Textauszug

1 Konklave

" L asst mich in das Haus des Vaters gehen."

Diese Worte wurden am 2 . April 2005 um 15 . 30 Uhr auf Polnisch geflüstert. Kaum mehr als sechs Stunden später wurde die katholische Kirche auf einen beispiellosen neuen Kurs gebracht.

Papst Johannes Paul II . war tot. Seit 1991 hatte der Vatikan seine Krankheit geheim gehalten und erst 2003 in einer Erklärung am Vorabend seines dreiundachtzigsten Geburtstags zugegeben, was längst offensichtlich geworden war. Das schleichende, schmerzhafte Siechtum des Papstes durch die Parkinson-Krankheit war für die 1 , 1 Milliarden Katholiken der Welt schon lange eine Qual.

Bereits seit dem 1 . Februar pulsierte Rom vor Spekulationen und Gerüchten, nachdem der Papst mit Kehlkopfentzündung und Atemnot, verursacht durch eine kürzlich aufgetretene Grippe 7 , eilig in seinen privaten Flügel der Gemelli-Klinik eingeliefert worden war. Die Presse versammelte sich ordnungsgemäß zur Totenwache.

In den folgenden zwei Monaten bewies Johannes Paul II . jedoch einmal mehr jene Widerstandskraft, die bereits die vielen Jahre der Krankheit geprägt hatte. Man darf nicht vergessen, dass dieser Papst während seiner sechsundzwanzigjährigen Amtszeit nicht nur einen, sondern zwei Mordversuche überlebt hatte; er hatte sich 1981 von vier Schussverletzungen und ein Jahr später von einem Bajonettangriff erholt. Nun zeigte er sich trotz wiederholter Einweisungen ins Krankenhaus und einer Tracheotomie weiterhin an den Fenstern und auf den Balkonen des Vatikans, um die Menschenmassen auf dem Petersplatz zu segnen - mit kaum vernehmbarer Stimme. Zum ersten Mal in seiner Amtszeit als Papst war er nicht bei der Palmsonntagsmesse anwesend, wurde aber am Ostersonntag, dem 27 . März, im Rollstuhl hinausgeschoben und versuchte, seine traditionelle Ansprache zu halten. Er wurde beschrieben als "[scheinbar] in großer Bedrängnis, den Mund öffnend und schließend, vor Frustration oder Schmerz grimassierend, wobei er mehrmals eine Hand oder beide Hände an den Kopf hob" 8 . Das war zu viel für die geschätzt achtzigtausend hingebungsvollen Katholiken, die von unten zusahen, und die Tränen flossen in Strömen. Dem Papst gelang ein kurzes Kreuzzeichen, bevor er hinter die Vorhänge seiner Wohnung zurückgerollt wurde.

In den folgenden sechs Tagen hielt der Vatikan die Welt regelmäßig über seinen sich verschlechternden Zustand auf dem Laufenden, und diejenigen, die auf eine vollständige Genesung gehofft hatten, begannen zu akzeptieren, dass das Eintreten seines Todes nur eine Frage der Zeit war. Am Morgen des 1 . April wurde in einer öffentlichen Erklärung verkündet, dass "der Gesundheitszustand des Heiligen Vaters sehr ernst" sei und er am Vorabend um 19 . 17 Uhr "die Krankensalbung" oder "Letzte Ölung" 9 erhalten habe. Johannes Pauls engster Vertrauter und Privatsekretär, Erzbischof Stanislaw Dziwisz, führte das uralte Ritual für Sterbende kurz vor ihrem "Aufbruch von dieser Welt" 10 durch. Ihnen wird die Beichte abgenommen, und ihre Sünden werden ihnen vergeben, dann wird die Stirn mit heiligem Öl benetzt und die Hände werden damit gesalbt wie sonst nur bei Priestern. Der Vatikan-Experte und Biograph von Papst Benedikt XVI ., John Allen jr., war Zeuge der Pressekonferenz und beschrieb, wie "... der aufschlussreichste Hinweis auf den wahren Ernst der Situation am Ende des Briefings kam, als [der Sprecher des Vatikans, Joaquin Navarro-Valls] mit den Tränen kämpfte, während er das Podium verließ, auf dem er mit den Reportern gesprochen hatte". 11

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