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Cover Alles, was heilig ist

Alles, was heilig ist

Ein Fall für Kenzie & Gennaro

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Peter Torberg

Erschienen 2019 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
432 Seiten
ISBN 978-3-257-60950-9

Kurztext / Annotation

Die Detektei Kenzie & Gennaro ist geschlossen, zu tief sitzen bei ihnen die entsetzlichen Ereignisse ihres letzten Falls. Doch der schwerreiche Magnat Trevor Stone weiß sich zu helfen. Er entführt das Duo, um sie von der Dringlichkeit seines Anliegens zu überzeugen: Seine Tochter Desiree zu finden, die nach dem Tod ihrer Mutter in die Fänge einer korrupten Sekte geraten ist. Die Zeit ist knapp, denn auch Stone hat nicht mehr lange zu leben.

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, schrieb für The Wire Boardwalk Empire Mystic River Shutter Island

Textauszug

{9} TEIL EINS Trauer & Trost

{11} 1

E in guter Rat: Falls Sie in meiner Nachbarschaft jemanden beschatten wollen, tragen Sie kein Rosa.

Am ersten Tag, als Angie und ich den kleinen rundlichen Kerl entdeckten, trug er ein rosafarbenes Hemd zu einem grauen Anzug und einem schwarzen Mantel. Der Zweireiher wirkte italienisch und war um mehrere hundert Dollar zu gut für meine Gegend. Der Mantel war Kaschmir. Gut möglich, dass die Leute hier sich Kaschmir leisten könnten, aber normalerweise geben sie derart viel Geld für Isolierband aus, damit die Auspuffrohre an ihren 82 er Chevys nicht abfallen, da bleibt ihnen nicht mehr allzu viel übrig, mal abgesehen von dem jährlichen Abstecher in die Karibik.

Am zweiten Tag ersetzte der kleine rundliche Kerl das rosafarbene durch ein dezenteres weißes Hemd; Kaschmirmantel und italienischen Anzug hatte er abgelegt, aber da er einen Hut trug, war er immer noch so auffällig wie Michael Jackson in einem Kindergarten. Niemand in meiner Gegend - oder irgendwo sonst in Bostons Innenstadt - trägt auf dem Kopf etwas anderes als ein Baseballcap oder ab und an mal eine Schiebermütze aus Tweed. Doch unser Freund, wir nannten ihn das Stehaufmännchen, trug einen Bowler.

Er sah gut aus, dieser Bowler, verstehen Sie mich nicht falsch, aber es war ein Bowler.

{12} "Vielleicht ist er nicht von hier", sagte Angie.

Ich schaute zum Fenster des Avenue Coffee Shop hinaus. Der Kopf des Stehaufmännchens ruckte, dann beugte er sich vor und spielte mit seinen Schnürsenkeln herum.

"Nicht von hier", sagte ich. "Und von wo genau? Frankreich?"

Angie sah mich stirnrunzelnd an und strich sich Frischkäse auf einen Bagel, der so voller Zwiebeln war, dass mir die Augen schon vom Hinschauen tränten. "Nein, du dumme Nuss. Aus der Zukunft. Hast du denn noch nie die alte Folge von Raumschiff Enterprise gesehen, in der Kirk und Spock in den Dreißigern auf der Erde landen und sich hoffnungslos danebenbenehmen?"

"Ich hasse Raumschiff Enterprise. "

"Aber du bist mit dem Konzept der Serie vertraut."

Ich nickte und musste gähnen. Das Stehaufmännchen begutachtete einen Telefonmast, als hätte er noch nie einen gesehen. Vielleicht hatte Angie recht.

"Wie kann man Raumschiff Enterprise nicht mögen?", fragte Angie.

"Ganz einfach. Ich schau es mir an, es nervt mich, ich schalte wieder aus."

"Auch nicht Enterprise: Die Nächste Generation ?"

"Was ist das denn?", fragte ich.

"Ich wette, als du geboren wurdest", sagte Angie, "da hat dein Vater dich genommen, deiner Mutter hingehalten und gesagt: 'Schau, Schätzchen, du hast gerade einen ganz bezaubernden, mürrischen alten Mann zur Welt gebracht.'"

"Was willst du mir damit sagen?", fragte ich.

{13} Am dritten Tag beschlossen wir, uns einen kleinen Spaß zu erlauben. Als wir morgens mein Haus verließen, ging Angie nach Norden und ich nach Süden.

Das Stehaufmännchen folgte Angie.

Lurch, der Butler aus der Addams Family, folgte mir.

Ich hatte Lurch zuvor noch nicht bemerkt, und vielleicht hätte ich das auch nie. Aber inzwischen war ich auf der Hut.

Bevor wir das Haus verließen, hatte ich meine Sonnenbrille aufgesetzt, die ich sonst zum Fahrradfahren benutze. An der linken Seite des Brillengestells war ein kleiner Rückspiegel zum Ausklappen befestigt. Nicht ganz so cool wie das Zeug, das Bond immer von Q bekam, aber immerhin. Und außerdem musste ich dafür nicht mit Ms. Moneypenny flirten.

Ein drittes Auge im Hinterkopf, und ich wette, ich war der erste Junge im Viertel, der so etwas hatte.

Ich entdeckte Lurch, als ich ganz plötzlich im Eingang zu Patty's Pantry stehenblieb, um mir meinen Morgenkaffee zu hole

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