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Cover Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Roman

von Jose E. Agualusa; Übersetzt von: Michael Kegler

Erschienen 2017 bei Beck
Sprache: Deutsch
197 Seiten; 209 mm x 138 mm
ISBN 978-3-406-71340-8

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung
Unser Himmel ist euer Boden
Wiegenlied für einen kleinen Tod
Glücklose Soldaten
Die Substanz der Angst
Nach dem Ende
Die Mulemba von Ché Guevara
Das zweite Leben des Jeremias Carrasco
27. Mai
Über die Abschürfungen der Vernunft
Die widerspenstige Antenne
Tage verrinnen wie Flüssigkeit
Haiku
Die subtile Architektur des Zufälligen
Die Blindheit (und die Augen des Herzens)
Einer, der Verschwinden sammelt
Der Brief
Fantasmas Tod
Von Gott und anderen kleinen Abschweifungen
Exorzismus
Wie Ludo Luanda rettete
Erscheinungen und ein fast tödlicher Sturz
Mutiati Blues
Ein Verschwinden (fast sogar noch eines) wird aufgeklärt, oder wie sich, frei nach Marx, alles Bestehende in Luft auflöst
Die Toten Sabalus
Daniel Benchimol untersucht das Verschwinden von Ludo
Mutiati Blues (2)
Das seltsame Ende des Kubango-Flusses
Wie Nasser Evangelista beim Gefängnisausbruch des Kleinen Soba behilflich war
Luandas Geheimnisse
Montes Tod
Die Begegnung
Eine Taube namens Amor
Das Geständnis des Jeremias Carrasco
Der Unfall
Letzte Worte
In den Träumen fängt alles an

Besprechung

"Ein unglaublich gutes Buch."
Helmut Zechner von der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt

"Ein Roman wie ein Film."
Manfred Loimeier, Neues Deutschland, 25. November 2017

"Dank seiner schwerelosen, auf Aussparungen gründenden Prosa gelingt es Agualusa auch, Angola auf die literarische Landkarte zu heben."
Patrick Straumann, Neue Zürcher Zeitung, 25. November 2017

"Ein versierter, stellenweise brillanter, oft lakonischer Erzähler."
Andreas Eckert, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06. September 2017

"Verhandelt äußerst humor- und liebevoll [Angolas] intime und kollektive Tragödien."
Elise Graton, taz, 02. September 2017
"Ein Meisterwerk."
Antje Liebsch, Brigitte, September 2017 "Ein Kammerspiel mit überwätigender Panoramaaussicht (...) ein Lektüreereignis."
Katrin Hillgruber, Tagesspiegel, 6. August 2017
"Melancholische Chronik eines Landes, konzentriert erzählt, genussvoll zu lesen und hervorragend ins Deutsche übersetzt."
Holger Ehling, Buchkultur, August/September 2017

Langtext

Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern


José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für seinen Roman "Ein Stein unter Wasser" (1999) erhielt er den Grande Prémio de Literatura da RTP. Auf Deutsch erschienen die Romane "Die Frauen meines Vaters", "Barroco Tropical" und "Das Lachen des Geckos", für den er 2007 den britischen Independent Foreign Fiction Prize erhielt. "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016. Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien.

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Kundenbewertungen

Frauenschicksal während der Revolution in Angola 09. Februar 2018
von PFIFF
Ludovica, allein geblieben in Angola in Luanda, Schwester von Odete, die Orlando geheiratet hat, mauert sich in ihrer Wohnung ein, um sich von der Außenwelt abzuschirmen. Sie hat Angst, weiß nicht, was mit ihrer Schwester und ihrem Schwager geschehen ist. Beide hatten sich liebevoll um Ludo gekümmert, wollten aber fort, zwar mit Ludo, aber etwas Unvorhergesehenes dürfte passiert sein. Ludo kommt ganz gut zurecht. Sie züchtet Hühner auf ihrer Dachterrasse, auf der sie einen Einbrecher begraben hat. Sie zieht Gemüse und ernährt sich von Tauben. Sie schreibt mit Kohle eine Art Tagebuch an die Wände. Nach 30 Jahren gelangt ein Junge über ein Baugerüst von außen in die Wohnung und freundet sich mit Ludo an. Das Haus soll renoviert werden. Langsam kommt die ganze Geschichte um Ludos Schicksal ans Tageslicht, die Gründe ihrer Menschenscheuheit, die Ursache des Verschwindens ihrer Schwester und ein Geheimnis wird gelüftet, das Ludos Leben zum Positiven wendet. Entzückend und einfühlsam geschrieben mit Eindrücken aus der Zeit der angolanischen Revolution.
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