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Cover Das sowjetische Jahrhundert

Das sowjetische Jahrhundert

Archäologie einer untergegangenen Welt. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch / Essayistik 2018

Erschienen 2018 bei Beck
Sprache: Deutsch
912 Seiten; mit 86 Abbildungen; 245 mm x 169 mm
ISBN 978-3-406-71511-2

Besprechung

"Schlögel findet überall Einzigartiges, das vom Paradigmatischen erzählt. Schlögels Museum macht Spaß und liefert unzählige überraschende Einsichten."
Tania Martini, Die Tageszeitung, 17. März 2018

"Eines jener wunderbaren Bücher, in die man lesend hineinplumpst und hofft, es möge nicht enden."
Barbara Kerneck, Die Tageszeitung, 27. Februar 2018

"Bild für Bild und Relikt für Relikt rekonstruiert der Autor diese Welt, die nach 1989 unterging und heute kaum noch zu fassen ist. Er beschreibt die Enge des Alltags für den 'homo sovieticus' und die Weite der Ambitionen einer zunächst revolutionären, dann totalitären, schließlich nur noch siechen Weltmacht. Und die bittere Kluft zwischen beidem."
Christian Ruf, Dresdner Neuste Nachrichten, 5. März 2018

"Mein Buch des Jahres!"
André Fischer, Nürnberger Zeitung, 29. Dezmber 2017

"Eine Lektüre (...), in der die Zeit im besten Sinne aufgehoben ist."
Elke Schmitter, SPIEGEL Online, 14. Dezember 2017

"Ein grandioses Buch."
Jörg Später, Badische Zeitung, 15. November 2017

"Er erspürt, ertastet Dimensionen, die andere Historiker gar nicht wahrnehmen: Alltagskultur, das gemeine Leben."
Richard Herzinger und Andrea Seibel, WELT am Sonntag, 5. November 2017

"Eine spannend geschriebene archäologische Enzyklopädie."
Kerstin Holm, FAZ, 27. Oktober 2017

"Großartiges Porträt einer untergegangenen Wel."
Michael Thumann, Die ZEIT, 19. Oktober 2017

"Ein imaginäres Museum der Sowjet-Zivilisation."
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung Messebeilage, 10. Oktober 2017

"Ein Museumsführer durch sowjetische Lebenswelten jenseits der herkömmlichen historischen Quellen (...) Hier agiert jemand, der uns mit seinem Wissensschatz den Blick erweitert."
Jörg Himmelreich, Deutschlandfunk Kultur, 30. September 2017

Langtext

Der große Osteuropa-Historiker Karl Schlögel lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Wir wussten immer schon viel darüber, wie "das System" funktioniert, weit weniger über die Routinen des Lebens in außer gewöhnlichen Zeiten. Aber jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Duft, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. So entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne das wir "die Zeit danach", in der wir heute leben, nicht verstehen können.

Karl Schlögel ist dabei, wenn die Megabauten des Kommunismus eingeweiht und die Massengräber des Stalin'schen Terrors freigelegt werden. Er interessiert sich für Paraden der Macht ebenso sehr wie für die Rituale des Alltags, er erkundet die Weite des Eisenbahnlandes und die Enge der Gemeinschaftswohnung, in der Generationen von Sowjetmenschen ihr Leben zubrachten. Die Orte des Glücks und der kleinen Freiheit fehlen nicht: der Kulturpark, die Datscha, die Ferien an der Roten Riviera. In allem - ob im Mobiliar, im Duft des Parfums oder der Stimme des Radiosprechers - hat das "Zeitalter der Extreme" seine Spur hinterlassen.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Karl Schlögel lehrte Osteuropäische Geschichte, zuerst an der Universität Konstanz, seit 1995 an der Europäischen Universität Viadrina. Er ist Autor zahlreicher bedeutender Bücher zur sowjetischen und osteuropäischen Geschichte und darüber hinaus ein engagierter Publizist. 2016 erhielt er für sein Buch Terror und Traum. Moskau 1937 den Preis des Historischen Kollegs, der sich als deutscher Historikerpreis etabliert hat. Das sowjetische Jahrhundert schrieb er als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München.

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Kundenbewertungen

Ein großartiges Porträt einer untergegangenen Welt 10. Mai 2018
Historiker Karl Schlögel hat uns mit seinem 960 Seiten schweren Wälzer ein umfassendes Bild der Sowjetunion vorgestellt. Auch wenn wir den 100. Geburtstag dieses Staates (glücklicherweise) nicht feiern konnten, bleibt ein bisschen die Frage offen, ob die Entwicklung nach dem Zerfall der UdSSR, die bessere Variante ist oder nicht. Vor allem für wen besser? Die Staatsbürger oder die Welt? Doch das ist wohl ein anderes Thema. Anders als in ähnlichen Werken nimmt sich der Autor der Menschen an, die im sowjetischen System leben an. Es werden weniger die Machthaber, sondern die vielen kleinen Rädchen, die die Maschine Sowjetunion am Laufen hielten, beschrieben. So gibt es ein Kapitel, das sich der Sprache der Tätowierungen widmet. In einer Zeit, in der fast jeder irgendwo ein ?Peckerl? (wienerisch für Tatoo) hat, ohne sich der Bedeutung der Bildersprache zu bewusst zu sein, ein interessanter Teilaspekt. Auch auf die Gigantomanie mancher Staatschefs und dem damit verbundenen Personenkult wird eingegangen. Die Idee der sozialistischen Machthaber, einen neuen Menschen zu formen, ist eindrucksvoll dargestellt. Gut gefällt mir, dass das umfangreiche Buch in übersichtliche Themenblöcke und Kapitel gegliedert ist. Das 9 - seitige Inhaltsverzeichnis ermöglicht dem Leser den Einstieg genau dort wo es seinen Interessen am Nächsten kommt. Einzelne Texte sind in sich abgeschlossen. Dadurch kann der Leser das eine oder andere überspringen, ohne den roten Faden zu verlieren. Die knapp 90 Fotos liefern einen imposanten Eindruck der untergegangenen Alltags- und Konsumkultur in der ehemaligen Sowjetunion. Obwohl gewichtig, ist der Inhalt des Buches nicht erdrückend. Es schwingt eine Leichtigkeit beim Lesen mit, die schon ein wenig poetisch anmutet, die für mich aber kein Widerspruch zum Thema ist. Der Autor bindet eigene Erlebnisse und Beobachtungen geschickt in seine Texte ein, woraus sich ein interessantes Alleinstellungsmerkmal des Werkes ergibt. Fazit: Ein eindrucksvolles zeitgeschichtliches Dokument, für das der Autor zu Recht den Buchpreis 2018 der Leipziger Buchmesse erhalten hat.
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