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Cover Liebe wird überschätzt

Liebe wird überschätzt

(und andere menschliche Geschichten). Erzählungen

von Valeria Parrella; Übersetzt von: Annette Kopetzki

Erschienen 2017 bei Hanser
Sprache: Deutsch
144 Seiten; 210 mm x 141 mm
ISBN 978-3-446-25650-7

Besprechung

"Parrellas Geschichten sind kernig, haben aber auch einen Mut zum Drama, vor dem viele Erzähler zurückschrecken. Ihre Stilsicherheit hilft ihr dabei. Manche Konstellation wird sich im Gedächtnis verhaken, wie Dinge, die einem erzählt werden oder die man in der Zeitung liest." Christine Schneider, Frankfurter Rundschau, 15.12.17

"Parrella versteht sich auf das Genre der Kurzgeschichte, arbeitet mit einem Wechsel aus Beschreibungen, knappen Dialogen und inneren Monologen, kann Spannung schüren und Pointen setzen. Etliche der Erzählungen sind originiell und entwickeln eine eigene Schärfe." Maike Albath, Deutschlandfunk Kultur, 03.11.17

"In ihren mit leichter Hand geschriebenen Erzählungen lotet Valeria Parrella die Abgründe eines Lebens aus, in dem die Liebe - und das, was die Menschen dafür halten - naturgemäß eine Hauptrolle spielt." Martin Krumbholz, WDR5, 09.11.17

"Valeria Parrella interessiert sich vor allem für die Dynamik, die unausgesprochene Konflikte entwickeln können. Sie variiert die Perspektive, schlüpft in verschiedene Erzählerrollen und probiert den abgeklärten Tonfall einer Lehrerin in den Wechseljahren ebenso aus, wie die ruppig-zärtliche Sprechweise eines Liverpooler Seemanns in Rente." Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 10.10.17

"Menschen an einem zentralen Wendepunkt ihres Lebens. Das ist der Kern guter Erzählungen. Die italienische Schriftstellerin Valeria Parrella schreibt solche Geschichten." Frank Statzner, hr Info, 14.09.17

"Valeria Parrellas Geschichten berühren mich existentiell. Das putzt die Seele durch. ... Kein Kitsch. Hier wird Liebe brutal ehrlich seziert. ... Grossartige Sprache. Präzise, leicht, vital, witzig. ... Die Short Stories lesen sich wie komponierte Romane. Haben alles drin. Starke Charaktere, kluge Pointen." Annette König, SRF1, 18.09.17

"Diese 'Liebesgeschichten' sind tief bewegende Lebensgeschichten: Präzise und in glasklarer Sprache erzählt Parrella über die kleinen Wunder im Alltag ... Ihre Figuren sind unprätentiös, manchmal sehr witzig, oft klug, immer authentisch. Und deshalb zutiefst menschlich." Die Presse, 17.09.17

"Die neapolitanische Autorin erzählt realistische Geschichten, entwirft vor allem interessante Frauenfiguren, die nicht mehr jung, aber sehnsüchtig und sinnlich sind." Manuela Reichart, Kulturradio rbb, 27.07.17

Kurztext / Annotation

Über Menschen, die sich finden und verlieren. Valeria Parrellas Liebesgeschichten gehören zum Besten der italienischen Literatur der letzten Jahre.

Langtext

Weil es zu wenig Liebe gibt, wird sie überbewertet, stellt ein junges Mädchen fest, deren Eltern sich ein Leben lang harmonisch betrügen. Erst als die Nachricht des Todes von Mutters Liebhaber eintrifft, bricht die Lebenslüge zusammen. In einer anderen Geschichte gibt eine Klosterschwester ihre Liebe zu Jesus auf, um die Mutter eines verlassenen Kindes zu werden. Valeria Parrella, "Italiens neues Erzähltalent" (Süddeutsche Zeitung), schreibt unsentimentale Liebesgeschichten, die überraschen. Mit großer Vitalität und schneidendem Witz erzählt sie von falscher Liebe und echtem Begehren, aber auch von mystischer Sehnsucht und alltäglicher Nächstenliebe.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Parrella, Valeria
Valeria Parrella, 1974 in Torre del Greco geboren, ist promovierte Sprachwissenschaftlerin und Dolmetscherin für Gebärdensprache und arbeitete als Buchhändlerin und Schauspielerin. Ihre erste Kurzgeschichtensammlung Die Signora, die ich werden wollte (2003) wurde mit dem Premio Campiello für das beste Debüt ausgezeichnet. Valeria Parrella lebt in Neapel. Bei Hanser erschien ihr Erzählungsband Liebe wird überschätzt (2017).

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Kundenbewertungen

sprachlich fein geschliffen 12. Juli 2017
Die Autorin hat schon ein paar Bücher, hat sich aber noch nicht auf dem deutschen Buchmarkt durchgesetzt. Es würde mich aber nicht wundern, wenn sie das mit diesem Erzählungsband schafft. Die kurze Prosa ist ihre Spezialität. Man merkt, dass die Autorin Sprachwissenschaftlerin ist. Es sind einige Kurzgeschichten erhalten, die auf den ersten Blick nicht voll erfassbar scheinen. Sentimentalität will die Autorin nicht zulassen. Diese Widerspenstigkeit ist nur eine scheinbare Schwäche. Mehrfach lesen ist zu empfehlen. Die erste Geschichte lässt nach gutem Beginn zum Ende hin ziemlich nach, da die Litanei der Tochter der Protagonisten auch den Leser wie eine kalte Dusche erwischt. Das ist aber sicher Absicht der Autorin und eine Methode, die sie noch wiederholen wird. Bei der zweiten Story ?Der Tag nach dem Fest? gefällt mir die strukturelle Komposition und die Erzählstimme, obzwar sie recht selbstreferenziell ist. Die dritte Geschichte handelt überaschenderweis in einem Kloster. Sie überzeugt durch die starke Hauptfigur und dem Storyverlauf. Für mich der Höhepunkt des Bandes, da sie detailreich, zum Teil auch drastisch erzählt wird und konsequent abschließt. Man spürt die Energie, die von Valeria Parrellas Prosa ausgeht. Das gilt auch für die nächste Geschichte Behave, die etwas von einer tragischen Familiengeschichte hat, dann aber durch die Sätze des Sohnes geerdet wird und so vor Rührseligkeit schützt. Es folgen noch ein paar Stories, meist kürzere. Nicht jede Geschichte reißt zu Begeisterungsstürmen hin, aber bei den meisten bleibt einiges hängen und man merkt, wie man auch später noch über die Inhalte nachdenkt.
Facetten der Liebe 09. Juli 2017
von cosmea
Die Italienerin Valeria Parrella war mir als preisgekrönte Autorin von Romanen und Erzählungen sowie einem Drehbuch bisher unbekannt. Umso mehr habe ich Gefallen an den acht Erzählungen in ?Liebe wird überschätzt? gefunden. Sie beschreibt unterschiedliche Ausprägungen von Liebe und ihre Begleiterscheinungen wie Untreue und Verlust. Am besten haben mir die Titelgeschichte und ?Die Ausgesetzten? gefallen. In ?Liebe wird überschätzt? zerstört die Todesnachricht vom Geliebten der Mutter die Lebenslüge und macht der Geheimniskrämerei und Heuchelei ein Ende. Die Tochter, die immer von dem Verhältnis der Mutter zu einem anderen Mann gewusst hat, rechnet mit den Eltern wegen ihrer Unaufrichtigkeit gnadenlos ab. In ?Die Ausgesetzten? verlässt eine Nonne das Kloster, um die Mutter eines verlassenen Säuglings zu werden, der im Kloster vor ihren Augen unter Mithilfe eines befreundeten Arztes zur Welt kommt. Genauso eindrucksvoll ist die grenzenlose Liebe von Eltern zu ihrem behinderten Sohn oder die einfühlsame Beschreibung der unvorstellbaren Dauer des Urteils ?lebenslänglich? für den Gefangenen. Mir haben diese Geschichten sehr gut gefallen und meine Überzeugung bestätigt, dass es ganz hervorragende Autoren in der italienischen Gegenwartsliteratur gibt. Den Namen Valeria Parrella muss man sich jedenfalls merken.
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