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Cover Die Bagage

Die Bagage

Roman

Erschienen 2020 bei Hanser
Sprache: Deutsch
160 Seiten; 205 mm x 133 mm
ISBN 978-3-446-26562-2

Besprechung

"Wie Monika Helfer hier in gut arrangierten Episoden mit Vor- und Rückblenden vom Verhängnis einer Außenseiterin erzählt, ist meisterhaft." Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.20

"Wunderbar verdichtet und enorm präzise in der Beobachtung erzählt Helfer von Unordnung und frühem Leid in prekären Familienverhältnissen." Denis Scheck, Tagesspiegel, 26.04.20

"Das ganze, biografisch inspirierte Familiendrama erzählt von den größten Gefühlen, die wir haben: Liebe, Wut, Neid und Trauer." Meike Schnitzler, Brigitte, 6/2020

"Eine berührend archaische Dorfgeschichte aus dem Bregenzerwald. In Österreich und Süddeutschland liebt jeder dieses Buch. Sprachlich herausragend." Marc Reichwein, Die Welt, 07.03.20

"Ein intensiver Roman ... dicht und sprachmächtig." Sabine Scholl, Der Standard, 08.03.20

"Es ist erstaunlich, welch einen Kosmos an komplexen Figuren Helfer auf diesen gerade einmal 160 Seiten aufzuspannen gelingt. Mit nur wenigen scharf gezeichneten Strichen tritt uns diese ganze Bagage mit einem bleibenden Eindruck entgegen." Tom Wohlfarth, Die Tageszeitung, 02.03.20

"Monika Helfer hat mit 'Die Bagage' ein beeindruckendes, klug komponiertes Herkunftsbuch geschrieben." Michael Opitz, Deutschlandfunk Kulutr, 28.02.20

"Ein Buch, das durch seine Kargheit und seine Schlichtheit besticht... Ein sehr tolles Buch!" Katja Gasser, ORF 2, 12.02.20

"Ein fein konstruiertes, unprätentiös erzähltes Buch, das die 'Leute' der Erzählerin als eigenständige Charaktere auftreten lässt und sie nicht zu blossen Staffage eines Allerweltsdofres macht. ... Ein un- und aussergewöhnlicher Roman." Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung, 12.02.20

"Helfers 'Bagage' beschreibt auf eindrückliche Weise, changierend zwischen fiktiven und autobiografischen Ebenen, wie jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat und es unweigerlich den Nachkommen aufbürdet und sofort." Ulrich Rüdenauer, Süddeutsche Zeitung, 10.02.20

"Die Erzählerin ist nicht auftrumpfend. Sie reflektiert und misstraut der eigenen Perspektive. Möchte nicht um jeden Preis eine Ordnung in die Erinnerung bringen. Weiß aber, dass vergangene Drama sehr anschaulich und dramaturgisch geschickt zu schildern. Ihre literarische Kunst besteht dabei auch und vor allem in der sprachlichen Einfühlung, sodass die Figuren, die das Leben der Autorin geprägt haben, eine allgemeingültige Relevanz erhalten." Carsten Otte, SWR lesenswert, 09.02.20

"Ein kleines Buch, doch man liest lange darin, denn jeder Satz klingt nach in verschwommener, unbeschreiblicher Schönheit." Alexander Solloch, NDR Kultur, 04.02.20

"Ein literarisches Werk von großer Qualität, das die unterschiedlichen Zeitebenen elegant wechselt und in Beziehung zueinander setzt." Christoph Schröder, Tagesspiegel, 02.02.20

"Ein schmaler Roman, der vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht - einer der schönsten des Frühjahrs: In 'Die Bagage' erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer Familie, scheinbar einfach, aber voller Hintersinn." Franziska Wolffheim, Spiegel Online, 31.01.20

"Familienromane gibt es viele, dieser aber ist etwas ganz Besonderes - meine persönliche Entdeckung in diesem Frühjahr... Ein Buch, das bleibt!" Denis Scheck, ARD druckfrisch, 26.01.20

"Es geht um das Gepäck, das wir alle haben, nämlich die Familien und die Familienbeziehungen, die wir mit uns herumschleppen und das ist eben schön österreichisch 'die Bagage'... Ein Buch, das einem Staunen lernt für die Wunder der Welt." Denis Scheck, WDR2 Lesen, 26.01.20

Langtext

"Von uns wird man noch lange reden." Monika Helfers neuer Roman "Die Bagage" - eine berührende Geschichte von Herkunft und Familie

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Helfer, Monika
Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht, darunter: Kleine Fürstin (1995), Wenn der Bräutigam kommt (1998), Bestien im Frühling (1999), Mein Mörder (1999), Bevor ich schlafen kann (2010), Oskar und Lilli (2011) und Die Bar im Freien (2012). Im Hanser Kinderbuch veröffentlichte sie gemeinsam mit Michael Köhlmeier Rosie und der Urgroßvater (2010). Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Robert-Musil-Stipendium, dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet. Mit dem Roman Schau mich an, wenn ich mit dir rede (2017) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschien von ihr bei Hanser Die Bagage (2020).

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Kundenbewertungen

Eine Geschichte aus der guten alten Zeit 17. April 2020
von Petris
Monika Helfer erzählt in ihrem Roman die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder. Ich bin immer sehr skeptisch bei autobiografischen Romanen, das geht öfter schief als dass es gelingt, zu groß ist die Nähe, zu schnell geht die erzählerische Distanz verloren, zu rasch wird es auch selbstverliebt oder selbstmitleidig. All dies ist Helfer nicht passiert, ihr ist aus dem Stoff ihrer Familiengeschichte ein wunderbarer Roman gelungen. Josef und Maria Moosbrugger leben am Rande eines Tales in der Nähe von Bregenz. Doch nicht nur räumlich wahren sie die Distanz, sie sind anders. Josef ist sehr reinlich, ordentlich gekleidet, verschwiegen, und er trinkt nicht, ernst ist er. Dass seine außergewöhnlich schöne Frau Maria ihn liebt, das kann keiner glauben, oder will er nicht, denn so bleibt ein Funke Hoffnung, dass sie ihn doch noch irgendwann für einen anderen verlässt. Es wird geredet über das Paar und die Familie, die in armen Verhältnissen lebt. Dann zieht der 1. Weltkrieg ins Land, Josef wird eingezogen, Maria ist schutzlos den Avancen des Bürgermeisters ausgeliefert. Und sie verliebt sich, in einen Deutschen. Josef hat Glück, er überlebt, darf dazwischen sogar zwei Mal auf Heimaturlaub, kurz nur, aber immerhin. Dass die in dieser Zeit geborene Tochter Grete, die Mutter der Autorin, sein Kind ist, glaubt er bis zu seinem Tod nicht. Die Menschen im Dorf auch nicht. Monika Helfer schreibt hier keinen Sozialroman, sie prangert die Missstände, den Neid und die Bosheit der Dörfler nicht an, sie erzählt einfach. Von den Eltern Moosbrugger und ihren Söhnen und Töchtern, die Meinung dazu, kann man sich als Leser*in selber bilden. Ihre Sprache ist schlicht, sehr direkt, gleichzeitig hochliterarisch, sehr schön zu lesen. Ohne sie direkt anzuführen kommen in Monika Helfers viele Themen zur Sprache, die Dynamik in einem Dorf, die Situation der Frauen am Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts, was ein Krieg mit einer Familie macht, die Frage, was Liebe ist und was Familie bedeutet. Eine Frage, die sich mir während der ganzen Lektüre gestellt hat, war: Was wäre mit diesen außergewöhnlichen, teils sehr begabten Menschen passiert, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt in einer liberaleren Gesellschaft mit Bildung gelebt hätten? Ein interessanter, spannend zu lesender Roman, der, obwohl er nicht direkt kritisiert, sehr wohl eine kritische Sichtweise auf ?die gute alte Zeit? darstellt. Mir hat er sehr gefallen!
Interessante Familiengeschichte 21. Februar 2020
von begine
Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer verarbeitet in dem Roman die eigen Vorfahren und prekäre Verhältnisse im Bauernhof in Vorarlberg, in denen sie lebten. Der Roman ?Die Bagage? spielt vor 100 Jahren. Die Großmutter Maria ist eine schöne Frau, die angefeindet wird. Dann wird es die Geschichte ihrer Mutter und Großmutter. Maria Moosbrugger wird angefeindet, weil sie schön ist. Die Männer sehen ihr nach, aber sie ist ihrem Mann Josef treu. Josef muss in den Krieg ziehen, als er wieder kommt hat er er einen neue Tochter. Er wird noch von dem Pfarrer aufgehetzt und der Bürgermeister ist auch nicht ehrlich. So mag er dieses Mädchen nicht und spricht nicht mit ihr, als wenn sie was für seine Zweifel kann. Monika Helfer beschreibt die schwere Kindheit ihrer Mutter, die sich nicht natürlich entwickeln konnte. Die Ereignisse zeigen Folgen bis in die Gegenwart. Das Buch hat nur 160 Seiten, die aber dicht geschrieben sind. Man liest es nicht so schnell, sondern lebt die Geschichte intensiv mit. Es ist eine interessante lesenswerte Familiengeschichte.
Familiengeschichte in 100 Jahren 19. Februar 2020
Die Handlung setzt vor ca. 100 Jahren ein, 1914 in einem Dorf. Die österreichische Schrifterstellerin Monika Helfer verarbeitet in dieser Familiengeschichte die Geschichte ihrer Mutter und Großmutter in diesem sehr konzentriert geschriebenen Roman, der auch ein Dorfleben zeigt. Der erste Weltkrieg bricht aus und Josef wird eingezogen. Seine Frau Maria bleibt zurück und wird schwanger. Der Verdacht komm auf, dass Josef nicht der Vater ist. Schließlich war sie mit Georg, einen Fremden aus Hannover gesehen worden. Der Dorfklatsch tut ein übriges und Josef lehnt nach seiner Rückkehr das Kind ab. Als Leser ist man den Figuren der Familie sehr nahe. Das Buch fällt durch die sorgfältige, fein gemachte Sprache von Monika Helfer auf. Es ist eine Art des autofiktionalen Schreibens, die ich sehr schätze.

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