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Cover Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs

Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs

Roman

von Vladimir Sorokin; Übersetzt von: Andreas Tretner

Erschienen 2018 bei Kiepenheuer & Witsch
Sprache: Deutsch
256 Seiten; 209 mm x 133 mm
ISBN 978-3-462-05126-1

Besprechung

" Manaraga ist seine Hommage an die alre Buchkultur: eine groteske Bücherverbrennung, bei der die Klassiker wie Phönix aus der Asche auferstehen." Martin Halter Badische Zeitung 20181106

Langtext

Nach "Der Schneesturm" und "Telluria" ein neues groteskes Meisterwerk von Vladimir Sorokin.
Ein dystopischer Roman der Extraklasse: Der Meisterkoch Geza frönt einer neuen Mode, Book'n'grill. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für exklusive Speisen. Der Gipfel der Dekadenz und Ignoranz - und Ausgangspunkt für ein groteskes Sprachfeuerwerk à la Sorokin. Einige Jahre nach der Zweiten Islamischen Revolution ist die Welt kaum wiederzuerkennen. Die Gutenberg-Ära hat abgewirtschaftet, die Druckereien drucken nur noch Geld, Bücher sind komplett aus dem Alltag verschwunden. Außer für den Koch Geza und einige reiche Upper-Class-Zeitgenossen: Sie zelebrieren Book'n'grill-Events, bei denen aus Museen entwendete, bibliophile Ausgaben als Grillkohle für erlesenes Slow-Food verwendet werden. Geza, Spezialist für russische Klassiker, ist der Star der Szene, er kennt die besten "Rezepte": Stör-Schaschlik über Dostojewskis "Idioten" oder Wiener Schnitzel über Arthur Schnitzler. Jeder versucht am neuen Boom mitzuverdienen, die Gilde der Köche, die über die Einhaltung der Regeln wacht, ist alarmiert. Und auf dem fernen Berg Manaraga macht sich Gezas größter Konkurrent daran, das ganze elitäre Geschäft zu unterwandern und zu revolutionieren und Geza kaltzustellen. Sorokins Roman, von der russischen Kritik hoch gelobt und preisgekrönt, strotzt vor absurden Einfällen und beißender Gesellschaftskritik. Ein geniales Romanfeuerwerk vom russischen Meister der Groteske.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie 'Die Schlange', 'Marinas dreißigste Liebe', 'Der himmelblaue Speck' und zuletzt 'Der Tag des Opritschniks', 'Der Zuckerkreml' und 'Der Schneesturm'. Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman 'Telluria'. Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig heftigen Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt.

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