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Cover Der Hirtenjunge

Der Hirtenjunge

Roman

von Andrea Camilleri; Übersetzt von: Moshe Kahn

Erschienen 2013 bei Kindler
Sprache: Deutsch
208 Seiten; 208 mm x 130 mm
ISBN 978-3-463-40605-3

Besprechung

Camilleri ist mehr als Montalbano. Seine Fabeln sind faszinierend, geheimnisvoll und voller Liebe, durchwoben von zauberhafter Phantasie. Liberal

Kurztext / Annotation

"Ein Roman, der uns glückliche Momente erzählerischer Freiheit beschert." (La Stampa)

Langtext

In dem sizilianischen Dorf Alagona wohnen neben ein paar reichen Bürgersleuten zahlreiche Minenarbeiter, die ihren kargen Lohn in einem der fünf Bergwerke verdienen. Als der Pfarrer des Ortes eines Nachts verkündet, ein schreckliches Unglück werde über Alagona kommen, ahnen die Leute, dass es mit den Bergbauarbeiten zu tun haben wird. Und tatsächlich: Zweihundertzehn junge Minenarbeiter kommen ums Leben. Schnellstmöglich müssen neue Kräfte in den umliegenden Küstenorten rekrutiert werden. Auch in Vigàta, wo der Fischer Adelio mit seiner Familie wohnt, werden Jungen mit der Aussicht auf unvorstellbar hohe Löhne angeworben. Drei Tage später verlassen vier Karren mit je zehn Jungen Vigàta. Giurlà Savatteri, der Sohn von Adelio, ist nicht darunter. Sein Vater erfuhr gerade noch rechtzeitig, unter welch harten Bedingungen die Kinder wirklich arbeiten müssen. Glücklicherweise bietet sich Giurlà bald die Gelegenheit, auf andere Weise Geld für die Eltern dazuzuverdienen: Er wird in die Berge geschickt, weit weg von zu Hause, um Ziegen zu hüten. Was er inmitten saftig grüner Wiesen und einer Schar von Ziegen erlebt, hätte er sich nicht träumen lassen.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Camilleri, Andrea
Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren. Er war Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur und lehrte über zwanzig Jahre an der Accademia d'Arte Drammatica Silvio D'Amico. Seit 1998 stürmte jeder Titel des Autors die italienische Bestsellerliste. Mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk hat er sich auch einen festen Platz auf den internationalen Bestsellerlisten erobert. Im Kindler Verlag sind etliche seiner Werke erschienen. Andrea Camilleri war verheiratet, hatte drei Töchter und vier Enkel und lebte in Rom. Er starb am 17. Juli 2019 im Alter von 93 Jahren in Rom.

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Kundenbewertungen

Entzückende Liebesgeschichte 23. Februar 2013
von PFIFF
Ein Junge aus einer armen Fischerfamilie in einem sizilianischen Dorf nimmt einen Job als Ziegenhirte in den Bergen an. Er fühlt sich fremd. Ihm geht das Meer ab mit seiner salzigen Luft. Er muss seine Essgewohnheiten umstellen. Der Geruch der Ziegen , der Wassermangel, die Einsamkeit. Alles Dinge, an die er sich langsam gewöhnen muss. Eine der Melkerinnen raubt ihm seine Jungfräulichkeit. Als sie gegen eine ältere Frau ausgetauscht wird, gehen ihm ihre Zärtlichkeiten ab. Eine der Ziegen überrascht ihn durch ihre Zutraulichkeit. In Ermangelung menschlicher Ansprache wählt er sie als Gefährtin, beschützt sie vor paarungswilligen Böcken, kuschelt sich in der Nacht neben sie und hält es für eine Aufforderung, als sie sich ihm mit dem Hinterteil präsentiert. Er verliebt sich in sie und behandelt sie wie eine Gefährtin. Camilleri erklärt und beschreibt das Verhältnis des Jungen so feinfühlig und verständnisvoll, dass der Leser nicht unangenehm berührt ist, im Gegenteil, er fühlt mit und ist gerührt. Der junge Hirte bewährt sich, ist ehrlich und fleissig. Als der Junge genug Geld verdient hat, damit sein Vater ein eigenes Fischerboot kaufen kann, kehrt er zurück an die Küste, genießt das Meer, den Fischfang und seine Familie. Als er auf Wunsch seines Padrone befördert wird und zurück auf die Alm kommt, kann er gerade noch verhindern, dass seine Ziege, die inzwischen zu einem Skelett abgemagert ist, geschlachtet wird. Er päppelt sie wieder auf. Die Tochter seines reichen Arbeitgebers kommt mit ihrer Zofe, um an einem nahe liegenden See Erholung zu finden. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihr und dem Jungen, nicht zuletzt durch die beiderseitige Zuneigung zu der kleinen Ziege. Bei einem Bootsunglück ertrinkt das Zicklein, der Junge rettet das Mädchen. Wieder zurück im Dorf erkrankt das junge Mädchen und die Hoffnung auf eine Genesung schwindet. Ihr Vater lässt den Jungen holen. Ihm gelingt es, ihren Lebenswillen wieder zu wecken. Da das Mädchen wegen eines Geburtsfehlers hinkt, hat sich ihr Vater damit abgefunden, dass ihre Heiratschancen gering sind. So ist er glücklich, dass sie den hübschen, tüchtigen Jungen liebt und gibt sie ihm zur Frau. In der Beschreibung der Hochzeitsnacht erlebt der Leser eine große Überraschung und versteht, was die beiden jungen Eheleute verbindet. Dieses Buch bestätigt das ungeheure Schreibtalent Camilleris, seine Feinfühligkeit mit dem Umgang von heiklen Themen. Bei ihm wirkt alles selbstverständlich und richtig.und gehört unbedingt in eine Bibliothek, in der schon einige Camilleris stehen.
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